Täglicher Nachrichtenüberblick
Tschechien schickt Polizisten nach Mazedonien
Tschechien entsendet 25 Polizisten in das Balkanland Mazedonien, um den Grenzschutz zu stärken. Die Beamten sollen vorerst zwei Monate lang bei der „Bewältigung der Flüchtlingswelle“ und der Aufrechterhaltung der Ordnung helfen, teilte Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) mit. Das Mitte-Links-Kabinett in Prag stellt der Regierung in Skopje zudem 20 Millionen Kronen (740.000 Euro) bereit. Tschechische Polizisten sind bereits in Slowenien und Ungarn im Einsatz, die wie Mazedonien auf der sogenannten Balkanroute der Migranten liegen. Tschechien fordert einen besseren Schutz der Grenzen in Europa und lehnt einen dauerhaften Verteilschlüssel für Flüchtlinge in der EU ab.
Finanzminister Andrej Babiš erhält Personenschutz
Finanzminister Andrej Babiš erhält Personenschutz. Der Chef der Partei Ano hatte das Regierungskabinett um diese Maßnahme gebeten, weil ihm mehrfach gedroht worden sei. Laut den Kabinettsunterlagen hängen die Drohungen mit Babišs Vorgehen gegen Zoll- und Steuerdelikte zusammen. Unter anderem soll die albanische Mafia den Minister bedroht haben, zudem erhielt Babiš im vergangenen Jahr von einem jungen Italiener einen Giftbrief.
Personenschutz erhalten in Tschechien derzeit unter anderem der Premier, die Vorsitzenden der beiden Parlamentskammern sowie der Außen-, der Justiz- und der Innenminister.
Kabinett verabschiedet Konzept für Armee bis 2025
Das Regierungskabinett hat ein Konzept für die tschechische Armee bis 2025 verabschiedet. Wie in Deutschland besteht auch hierzulande eine Berufsarmee. Dem Strategiepapier nach soll in den kommenden fünf Jahren der Schwerpunkt auf einer personellen Aufstockung der Streitkräfte liegen sowie auf dem Ersatz überalterten Materials. Neu angeschafft werden müssen demnach zum Beispiel Hubschrauber. Ab 2020 stehe dann die Modernisierung der Technik im Vordergrund, wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte. Modernisierte werden müssten unter anderem die Militärflughäfen und die Ponton-Brücken.
Tschechische Wirtschaft wächst am zweitschnellsten in EU
In den ersten drei Quartalen dieses Jahres ist die tschechische Wirtschaft am zweitschnellsten innerhalb der EU gewachsen. Von Januar bis Ende September stand ein Plus von 4,4 Prozent zu Buche. Nur in Malta stieg das Bruttoinlandsprodukt noch stärker an. Dies gab das Statistikamt bekannt. Bereits seit acht Quartalen wächst die Wirtschaft hierzulande. Der Grund sei das Zusammenspiel außergewöhnlicher Faktoren, schreibt das Statistikamt. Dazu gehörten vor allem die Zahlungen von EU-Fördergeldern, die nun aber ausliefen, der niedrige Ölpreis und die hohen Gewinnmargen der tschechischen Firmen aus dem vergangenen Jahr.
Explosion des Munitionslagers Vrbětice: Bewohner der Umgebung werden entschädigt
Wegen der Explosionen in einem Munitionslager im ostmährischen Vrbětice werden die Einwohner von drei Gemeinden in der Umgebung finanziell entschädigt. Das Regierungskabinett billigte am Montag eine Abfindung in Gesamthöhe von sechs Millionen Kronen (222.000 Euro). Das entspricht etwa 3000 Kronen (111 Euro) für jeden Bürger der betroffen Gemeinden. Im Munitionslager einer Privatfirma war es im Herbst vergangen Jahres wiederholt zu Explosionen gekommen. Zwei Arbeiter kamen dabei ums Leben. Etwa 2000 Einwohner aus der Umgebung mussten wegen der Gefahrenlage fünfmal evakuiert werden. Die Sanierung des Geländes wird mehrere Jahre dauern. Am Mittwoch wird die letzte Munition aus dem Lager an einen anderen Aufbewahrungsort gebracht. Zu diesem Anlass will Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) den Ort besuchen.
Rechnungshof bemängelt im Gesundheitsministerium schwerwiegende Buchhaltungsfehler
Der Oberste Rechnungshof hat im Gesundheitsministerium Buchhaltungsfehler im Wert von fünf Milliarden Kronen (185 Millionen Euro) festgestellt. Dies gab die Behörde am Montag bekannt. Fehler in Gesamthöhe von mehr als 3,4 Milliarden Kronen (126 Millionen Euro) betreffen ein Konto, das das Ministerium auf Grund seiner Verpflichtungen als Subventionszahler geführt hat. Der zweite große Fehler in Höhe von einer Milliarde Kronen (37 Millionen Euro) betrifft die Vorräte an virenhemmenden Mitteln und ihre Datenerfassung.
Tschechien will gentechnisch veränderte Pflanzen verbieten können
Der tschechische Staat will gentechnisch veränderte Pflanzen verbieten können, selbst wenn sie anderswo in der EU erlaubt sind. Das Regierungskabinett billigte am Montag einen entsprechenden Gesetzentwurf von Umweltminister Richard Brabec (Partei Ano). Eine EU-Richtlinie vom März erlaubt Mitgliedsstaaten dieses Vorgehen. In Tschechien könnte das Gesetz ab Mitte kommenden Jahres gelten, vorausgesetzt das Parlament stimmt dem Vorschlag zu.
Hierzulande wird derzeit nur Genmais gezüchtet, die Gesamtanbaufläche ist aber in den letzten Jahren um die Hälfte gesunken. Derzeit sind noch 1000 Hektar Acker mit Genmais bepflanzt.
Zoll nimmt in Südmähren zwei Internetbetrüger fest
Der Zoll in Südmähren hat zwei Männer festgenommen, die angeblich 26 betrügerische Internethandelsgesellschaften betrieben haben. Laut einer Sprecherin des Zolls verkauften die Männer Markenfälschungen unter anderem von Kleidung, aber auch von Haushaltselektrogeräten. Einige Kunden sollen gar keine Ware erhalten haben, so die Sprecherin. Um Reklamationen auszuschließen, wurden die Firmen immer wieder geschlossen und jeweils eine neue gegründet. Die Zahl der betrogenen Kunden und der Umfang des Schadens würden erst noch ermittelt, hieß es. Den mutmaßlichen Betrügern drohen bei einem Schuldspruch bis zu zehn Jahre Gefängnis.
Die Fahnder waren den Männern ein Dreivierteljahr auf der Spur gewesen, bevor sie zuschlugen. Bei Haussuchungen wurden 14 Computer, Tausende Kontoauszüge und Waren im Wert von rund einer Million Kronen (37.000 Euro) beschlagnahmt.
Radiosymphoniker spielen Rybas Hirtenmesse in originalgetreuer Form
Das Symphonieorchester des Tschechischen Rundfunks (SOČR) spielt am Montag in der Bethlehem-Kapelle in Prag die berühmte Böhmische Hirtenmesse von Jakub Jan Ryba. Das Werk wurde von Dirigent Vojtěch Spurný einstudiert. Er möchte in seiner Bearbeitung des Weihnachtsklassikers dem Original von Ryba möglichst nahe kommen. Im Vokalteil singen Michaela Šrůmová, Markéta Cukrová, Václav Čížek und Jaromír Nosek als Solisten sowie das Ensemble Capella Mariana unter der Leitung von Vojtěch Semerád. Die Radiosymphoniker haben Rybas Böhmische Hirtenmesse bereits Anfang Dezember auch im Studio 1 des Tschechischen Rundfunks aufgeführt und aufgenommen. In diesem Jahr wird der 250. Geburts- und der 200. Todestag von Jakub Jan Ryba gefeiert.
Fußball: Ex-Nationaltorhüter Srníček nach Herzinfarkt auf Intensivstation
Der ehemalige tschechische Fußballtorhüter Pavel Srníček liegt auf der Intensivstation der Universitätsklinik von Ostrava / Ostrau, der 47-Jährige hat wahrscheinlich einen Herzinfarkt erlitten. Laut seinem Berater Steve Wraith soll Srníčeks Herz etwa zwanzig Minuten lang nicht geschlagen haben. Mindestens bis Mittwoch soll der Ex-Profisportler im künstlichen Koma gehalten werden, sagte Wraith der BBC.
Pavel Srníček spielte von 1994 bis 2001 im tschechischen Nationalteam, er gehörte auch 1996 bei der tschechischen Vize-Europameisterschaft zum Nationalkader. Aktuell ist Srníček Torwarttrainer beim tschechischen Rekordmeister Sparta Prag.
Das Wetter am Dienstag, 22. Dezember
Am Dienstag ist es in Tschechien meist stark bewölkt oder bedeckt mit vereinzelt leichtem Regen. Am Nachmittag und Abend lockern von Südwesten her die Wolken auf. Es bleibt für die Jahreszeit zu mild. Die Tageshöchsttemperaturen steigen auf Werte zwischen 8 und 12 Grad, in Hochnebelgebieten nur 5 bis 9 Grad Celsius. In Höhenlagen um 1000 Meter werden maximal 6 Grad Celsius erreicht.







