Täglicher Nachrichtenüberblick

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Außenminister Zaorálek bietet Kurden medizinische Behandlung in Tschechien an

Der tschechische Außenminister Lubomír Zaorálek (ČSSD) hat den Kurden im Nordirak die Behandlung verletzter Kämpfer in Tschechien angeboten. Dies sagte Zaorálek am Donnerstag während seines Besuchs im nordirakischen Arbil. Der Außenminister traf dort mit dem Präsidenten der autonomen Republik Kurdistan, Masud Barzani zusammen. Bei den Kämpfen der kurdischen Peschmerga gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat wurden bereits tausende Kurden verletzt. Konkret schlug der Minister Heilbehandlungen in den tschechischen Badeorten vor.

Zaorálek war zuvor bereits in Bagdad mit dem irakischen Premier Haider Al-Abadi, Präsident Fuad Masum und dem irakischen Außenminister zusammengetroffen. Aus Sicherheitsgründen hatte das tschechische Außenministerium Zaoráleks eintägigen Besuch im Irak nicht vorher angekündigt.

Giftbriefserie: Tschechien verschärft Vorsichtsmaßnahmen

Wegen der anhaltenden Giftbriefserie an tschechische Politiker werden die Sicherheitsmaßnahmen in Tschechien verschärft. Wie Innenminister Milan Chovánec nach einer Sitzung des zentralen Krisenstabs am Freitag bekanntgab, sind vermehrte Kontrollen von Personen, Autos und Zusendungen in den Ministerien und weiteren staatlichen Institutionen geplant. Zudem werde eine Anleitung für den richtigen Umgang mit verdächtiger Post veröffentlicht. Zugleich warnte Chovánec vor Panikmache, er rechne mit einer baldigen Aufklärung der Giftbriefserie.

Nach Angaben des Innenministers hat die tschechische Polizei seit 2006 insgesamt 4000 verdächtige Sendungen untersucht. Gefährliche Substanzen enthielten nur die beiden Briefe, die in der vergangenen Woche im Innen- sowie im Finanzministerium eingegangen sind. Auch in dieser Woche wurden dem Innenministerium zwei verdächtige Briefe zugestellt. Für einen gab es bereits Entwarnung, der zweite wird noch untersucht.

Sobotka: Nachhaltigkeit ist kein Ziel, sondern ein Prozess

Die nachhaltige Entwicklung müsse laut Premier Bohuslav Sobotka (Sozialdemokraten) mit konkreten Schritten der Regierung gefüllt werden. Die Nachhaltigkeit sei kein Zielzustand, sondern ein dauerhafter Prozess, indem die brennendsten Probleme gelöst würden. Sobotka führte es in seiner Rede auf dem Forum für nachhaltige Entwicklung am Freitag in Prag an. Der Regierungschef schätzte einige laufende Projekte, die zur Umweltverbesserung beitragen. Dazu gehören zum Beispiel das Wärmedämmungsprogramm „Zelená úsporám“ und das Programm des Umweltministeriums zur Förderung umweltfreundlicher Heizanlagen. Das Forum wurde nach einer fünfjährigen Pause zum siebten Mal veranstaltet.

Prager Stadrat hebt Beschluss über Schiedsverfahren wegen Opencard auf

Der neue Stadtrat in Prag hat am Freitag den Beschluss aufgehoben, mit dem die Einleitung eines Schiedsverfahrens mit der Firma eMoneyServices (EMS) gebilligt worden war. Über das Schiedveerfahren hatte im Sommer der damalige Stadtrat unter Oberbürgermeister Tomáš Hudeček entschieden. Der jetzige Stadtrat will eine Entscheidung des Gerichts abwarten. Er sei der Meinung, dass die Probleme um die umstrittene Bürger- und ÖPNV-Karte Opencard auf einen klassischen Gerichtsweg gelöst werden sollen. Das Schiedsverfahren sei kein guter Weg, führte Oberbürgermeisterin Adriana Krnáčová (Ano) am Freitag an.

Die Stadt Prag und die Verkehrsbetriebe der Stadt waren im Juli seitens EMS verklagt worden. Die Firma eMoneyServices, die die Rechte an der Karte besitzt, fordert die Begleichung von Schulden. Die Verbindlichkeiten der Stadt liegen angeblich bei 40 Millionen Kronen (1,5 Millionen Euro) und die der Verkehrsbetriebe bei 30 Millionen Kronen (1,1 Millionen Euro). Die Schulden sollen sich laut eMoneyServices auf die Rechte an bereits ausgegebenen Karten beziehen.

Deutsche Kliniken bieten 500 Arbeitsstellen auf Job-Messe in Prag an

In Prag wird an diesem Freitag die 6. Internationale Job-Messe für Medizin und Gesundheit eröffnet. Im Rahmen der Messe bieten Vertreter deutscher Kliniken rund 500 freie Arbeitsstellen für Ärzte aus Tschechien an. Nach Angaben der Organisatoren handelt es sich um die größte Veranstaltung dieser Art in Mittel- und Osteuropa. Insgesamt 31 Kliniken und Gesundheitseinrichtungen mit Zweigstellen an mehr als 120 Orten Deutschlands nehmen daran teil. Rund 500 Ärzte verlassen jährlich Tschechien, um wegen günstigerer Arbeitsbedingungen, besserer Entlohnung und Weiterbildung im Ausland zu arbeiten. 200 davon sind frische Hochschulabsolventen.

Regionalpolitiker aus Böhmen, Bayern und Oberösterreich kommen auf dem Großen Arber zusammen

Ein Festakt zum Gedenken an den Fall des Eisernen Vorhangs vor 25 Jahren hat am Freitag auf dem Großen Arber im Bayerischen Wald stattgefunden. Rund 150 Regionalpolitiker und Vertreter aus Böhmen, Bayern und Oberösterreich nahmen daran teil. Die zurückliegenden 25 Jahre hätten Freizügigkeit, Anknüpfung neuer Kontakte, neue Wirtschaftsimpulse und gemeinsame Projekte im Grenzgebiet gebracht, erklang bei der Versammlung am Gipfel des Großen Arbers. Als ein Beispiel wurde genannt, dass zehn Prozent der Einwohner von Bayerisch Eisenstein Tschechen seien.

Statistikamt: Wirtschaft wächst im dritten Quartal um 2,4 Prozent

Die tschechische Wirtschaft ist im dritten Quartal dieses Jahres erneut gewachsen, und zwar um 0,4 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal und um 2,4 Prozent im Jahresvergleich. Das gab das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) am Freitag in einer korrigierten Einschätzung zur Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) bekannt. Die veröffentlichten Daten liegen um 0,1 Prozent über der vorläufigen Einschätzung des Statistikamtes.

Exportauszeichnungen für kleine und mittlere Firmen vergeben

Der 17. Jahrgang des Wettbewerbs „Exportpreis DHL UniCredit“ kennt seine Sieger. Der Wettbewerb will auf kleine und mittlere Exporteure aufmerksam machen, die ein dynamisches Wachstum erzielt haben. In der Kategorie „Kleine Firma“ geht die Auszeichnung an das Maschinenbauunternehmen Uniron aus Hlavnice im Mährisch-Schlesischen Kreis, das Metallteile für die Auto- und Förderindustrie liefert. Den ersten Preis in der Kategorie „Mittlere Firma“ gewann die Firma Hit Office aus Teplice / Teplitz in Nordböhmen. Sie ist ein bedeutender Produzent von Papiertellern und -schalen auf dem europäischen Markt. Der Gewinner in der Kategorie „Globaler Exporteur“, die in diesem Jahr zum ersten Mal ausgeschrieben wurde, ist die Aktiengesellschaft 2N TELEKOMUNIKACE mit Sitz in Prag. Sie ist eine führende europäische Firma im Bereich ICT und Sicherheit.

Hauptpreis des Festivals „Bohemia Prix Radio“ geht nach Frankreich

Das Online-Projekt „Audioblogs“ hat den Hauptpreis beim diesjährigen internationalen Radio Festival „Bohemia Prix Radio“ gewonnen. Eingereicht hatte es der französische Sender „Arte Radio“. Die nationale Auszeichnung in der Kategorie „Dokumentation“ erhielt Brit Jensen für ihren Beitrag „Anatomie jedné moravské vesnice“ (Anatomie eines mährischen Dorfes), für die beste tschechische Reportage wurde Pavel Polák ausgezeichnet. Weitere Preise wurden unter anderem für die besten Kindersendungen vergeben. Die Gewinner wurden am Donnerstagabend vom Tschechischen Rundfunk in Prag bekanntgegeben. Das Festival fand in diesem Jahr zum 31. Mal statt.

Fußball: Sparta Prag spielt Unentschieden gegen Neapel

In der Fußball-Europa-League hat Sparta Prag am Donnerstag gegen die favorisierten Gäste aus Neapel ein torloses Unentschieden geholt. Der SSC Neapel hat sich nun mit 10 Punkten als punktgleicher Tabellenführer vor den Tschechen bereits für die Zwischenrunde qualifiziert. Ob Sparta in die nächste Runde einzieht, entscheidet sich in zwei Wochen am letzten Spieltag gegen die Young Boys Bern. Die Schweizer liegen derzeit in der Gruppe I einen Punkt hinter Sparta.