Täglicher Nachrichtenüberblick

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Zeman und Gauck besuchen Autohersteller Škoda Auto

Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck hat seinen dreitägigen Staatsbesuch in Tschechien beendet. Am Mittwoch har er gemeinsam mit dem tschechischen Staatspräsidenten Miloš Zeman nach Mladá Boleslav / Jungbunzlau gereist. Dort haben die beiden Spitzenpolitiker das Werk von Škoda Auto besichtigt und mit Lehrlingen aus dem Betrieb gesprochen. Gauck sagte bei diesem Anlass, dem Volkswagen-Konzern habe sich die Investition in den Kauf des tschechischen Autoherstellers gelohnt. Der wichtigste Grund dafür sei die hohe Qualifizierung der dortigen Beschäftigten. Der tschechische Präsident Miloš Zeman lobte die Firma dafür, dass die Gehälter ihrer Arbeiter den republikweiten Durchschnitt weit übersteigen. Er schätzte die Arbeit der dortigen Gewerkschaften und die Weise, wie sich das Unternehmen mit der Wirtschaftskrise auseinandergesetzt hat.

Die Volkswagen-Tochter Škoda produziert weltweit etwa eine Million Autos im Jahr.

Bundespräsident Gauck würdigt in Prag Václav Havel

Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck hat am Mittwoch in Prag den früheren tschechischen Bürgerrechtler und späteren Präsidenten Václav Havel gewürdigt. Bei einer Diskussion im Rahmen des Gesprächskreises „Václav Havels Europäische Dialoge“ sagte Gauck, Havel sei eine außerordentlich inspirierende Persönlichkeit gewesen, die es geschaffen habe, die ganze Gesellschaft in Bewegung zu bringen. Es könne als Glück betrachtet werden, dass Menschen wie Václav Havel und sein Kampf für die Parlamentsdemokratie zu Orientierungspunkten unseres gemeinsamen Gedächtnisses und sogar der gemeinsamen Identität geworden seien, so Gauck in Prag. Ein anderer Teilnehmer an der Diskussion, der frühere Vorsitzende des tschechischen Senats, Petr Pithart, erklärte, gerade Gauck sollte heute Havels Vermächtnis in Europa weiter tragen.

Sozialdemokraten wollen Ex-Finanzminister Mertlík als Eurokommissar nominieren

Die regierenden Sozialdemokraten (ČSSD) wollen den ehemaligen Finanzminister Pavel Mertlík als Eurokommissar nominieren. Das sagte Premier Bohuslav Sobotka vor Journalisten am Mittwoch in Prag. Mertlík sei ein starker Kandidat, betonte Sobotka. Die Tschechische Republik könnte dank seinen Erfahrungen ein wichtigeres Ressort erlangen, als sie zurzeit habe, führte er an. Der jetzige tschechische EU-Kommissar Štefan Füle ist für die EU-Erweiterung zuständig. Die Sozialdemokraten haben mit ihren Koalitionspartnern über die Unterstützung für Mertlík bisher nicht verhandelt.

Pavel Mertlík ist als Rektor des privaten Bankeninstituts tätig. Er leitete das Finanzressort zwischen 1999 und 2001 im sozialdemokratischen Kabinett unter Miloš Zeman.

Präsident Zeman nimmt nicht am Empfang in russischer Botschaft teil

Der tschechische Präsident Miloš Zeman wird nicht am Empfang in der russischen Botschaft in Prag zum 69. Jahrestag des Kriegsendes von 1945 an diesem Freitag teilnehmen. Das teilte der Präsidentensprecher Jiří Ovčáček am Mittwoch mit. In den vergangenen Jahren haben Zeman und sein Vorgänger Václav Klaus an den Empfängen in der russischen Botschaft regelmäßig teilgenommen. In der jüngsten Zeit hat Zeman aber das Engagement Moskaus in der Ukraine wiederholt kritisiert. Auch Außenminister Lubomír Zaorálek wird der Feier in der russischen Botschaft fernbleiben. Die bilateralen Beziehungen zwischen Prag und Moskau wurden in den letzten Monaten durch das Vorgehen Russlands in der Ukraine-Krise negativ beeinträchtigt.

Tschechien feiert 69. Jahrestag des Kriegsendes

In Tschechien wird am Donnerstag der 69. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs gefeiert. An der zentralen Gedenkfeier am Denkmal auf dem Vítkov-Hügel in Prag nehmen Staatspräsident Miloš Zeman und weitere Politiker sowie hohen Militärs teil. Zeman wird außerdem zu diesem Anlass neue Generäle ernennen. Mitglieder des Tschechischen Verbands der Freiheitskämpfer werden am Donnerstagnachmittag auf der Kleinseite in Prag der Opfer der Widerstandsbewegung gegen die Nazi-Okkupation gedenken.

Zinsen bleiben beim historischen Niedrigstand, Deviseninterventionen halten an

Die tschechische Nationalbank wird die Zinsen vorerst nicht anheben. Auch sollen weiterhin die Deviseninterventionen anhalten, um den Kurs der tschechischen Währung stabil bei 27 Kronen für einen Euro zu halten. Das hat der Rat der Nationalbank am Mittwoch beschlossen. Bereits seit anderthalb Jahren liegt der Zinssatz der Krone bei einem historischen Niedrigstand von 0,05 Prozent. Für die Deviseninterventionen hat sich die Bank vor einem halben Jahr entschieden, um die drohende Deflation abzuwenden.

Tschechien lehnt Transaktionssteuer ab

Die Tschechische Republik wird keine Finanztransaktionssteuer einführen, wie sie die Europäische Union plant. Der tschechische Finanzminister Andrej Babiš sagte dies nach einem Treffen der EU-Finanzminister am Dienstag in Brüssel. Babiš zeigte sich sehr reserviert gegenüber der Abgabe. Sie sei insgesamt nicht transparent, es sei nicht klar, worauf sie sich alles beziehen solle. Er befürchte, dass die Einführung negative Folgen für die gesamte Wirtschaft haben könnte, so der tschechische Finanzminister. Tschechien verfügt ihm zufolge zurzeit über ein gesundes Bankwesen und ein gutes Rating. 2011 hatte die Europäische Kommission eine Finanztransaktionssteuer in Höhe von einem Promille bis einem Prozent vorgeschlagen. Zehn bis elf EU-Länder wollen die Abgabe ab Anfang 2016 erheben.

Tschechische Industrieproduktion wächst

Die tschechische Industrieproduktion hat im März im Vergleich zum Vormonat um 6,7 Prozent zugelegt. Verantwortlich zeigte sich für diesen Zuwachs vor allem die Automobilindustrie, ihr gelang es im März, 16,6 Prozent mehr Aufträge als noch im Februar zu generieren. Saisonbereinigt beträgt der Zuwachs 0,3 Prozent. Die Zahlen gab das Tschechische Statistikamt am Mittwoch auf seinen Webseiten bekannt.

Konsumlaune in Tschechien steigt

Im März ist die Ausgabefreudigkeit der tschechischen Konsumenten gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gaben die Tschechen 5,2 Prozent mehr aus. Investiert wurde das Geld vor allem in Fahrzeuge, der Umsatz bei Autoverkauf und Autoreparaturen stieg um 14 Prozent gegenüber März 2013. Aber auch die Einnahmen aus dem Verkauf von Gemischtwaren sind um 7,6 Prozent angestiegen, während gleichzeitig die Erlöse aus dem Geschäft mit Lebensmitteln um 5,5 Prozent zurückgingen. Die Daten gab das Tschechische Statistikamt am Mittwoch bekannt.

Bedingungen für Familiengründung verschlechtern sich

Die Bedingungen für eine Familiengründung in Tschechien verschlechtern sich. Es stellt das Tschechische Statistikamt auf Grund einer Forschung fest. Es sei schwieriger, nach den Studien einen Job zu finden. Das sei auch einer der Gründe, warum die Leute erst im höheren Alter Kinder haben, führt das Statistikamt an. Bei Frauen herrsche auch Angst davor, während der Elternzeit Arbeit zu verlieren, heißt es weiter.

Tennis: Tschechische Teilnehmerinnen treffen in Madrid aufeinander

Im Viertelfinale des WTA-Turniers von Madrid treffen zwei tschechische Tennisspielerinnen aufeinander. Die Nummer sechs der Weltrangliste, Petra Kvitová, hatte zuvor die Amerikanerin Varvara Lepchenko in drei Sätzen mit 2:6, 6:2 und 6:1 besiegt. Lucie Šafářová konnte ihre Gegnerin, die Slowakin Magdalena Rybáriková, in nicht ganz einer Stunde mit 6:1 und 6:2 schlagen. Im Duell der beiden Tschechinnen gilt Kvitová als klare Favoritin, sie konnte bisher alle drei Aufeinandertreffen mit ihrer Davis-Cup-Teamkollegin für sich entscheiden.