Täglicher Nachrichtenüberblick

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Spitzenpolitiker Tschechiens fordern Freilassung der OSZE-Beobachter

Der tschechische Präsident Miloš Zeman und Premier Bohuslav Sobotka fordern die Freilassung der OSZE-Beobachter, die am Freitag in der ukrainischen Stadt Slawjansk festgenommen wurden. In der Gruppe der Militärbeobachter befindet sich auch ein Tscheche. Die prorussischen Milizen im ukrainischen Slawjansk haben den verschleppten Beobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) vorgeworfen, Spione der NATO zu sein, berichtet die Presseagentur ČTK mit Berufung auf die Agentur AFP. Sie würden nicht freigelassen, sie würden nur gegen unsere eigenen Gefangenen getauscht, sagte der Milizenführer Denis Puschilin am Freitag.

Bezüglich der Festnahme ukrainischen Außenministerium, der OSZE-Zentrale sowie mit anderen Ländern der Beobachter stehe die Tschechische Republik in Kontakt mit dem, deren Beobachter festgenommen worden seien. Sie unterstütze die diplomatische Strebung nach ihrer schnellen Befreiung, steht in einer Presseerklärung, die Premier Sobotka am Samstag veröffentlicht hat.

Präsident Zeman vom russischen Akademiker für den Friedensnobelpreis nominiert

Der tschechische Präsident Miloš Zeman wurde laut Informationen der russischen Presseagentur Regnum für den Friedensnobelpreis 2015 vorgeschlagen. Den entsprechenden Entwurf soll der russische Akademiker Sergej Komkow eingereicht haben. Ihm zufolge verdiene Zeman die Auszeichnung für seine vernünftige und ausgewogene Politik in Bezug auf die Ukraine-Krise. Zeman habe anfangs, genauso wie andere europäische Politiker, zum aktiven Eingreifen der EU-Länder auf dem Gebiet der Ukraine und zum Einsatz der Nato-Kräfte aufgefordert. Später, nachdem er sich mit der Lage gründlich auseinandergesetzt hatte, habe er seine Stellungnahme geändert, zitiert die Agentur Komkow. Der Akademiker schätzt hoch, dass Zeman ihm zufolge die Position Russland in der Krim-Frage unterstützt habe.

Zeman erklärte am Samstag vor Journalisten, er habe von der Nominiation nicht gewusst. Ihm zufolge könne man die Vermittlungsrolle Tschechiens im Versöhnungsdialog zwischen Kiew und Moskau erst nach konkreten Ergebnissen beurteilen.

Josef Středula wurde zum neuen Gewerkschaftsboss gewählt

Der Führer von Kovo, einer der größten Gewerkschaften in Tschechien, Josef Středula, wurde zum neuen Chef des Gewerkschaftsdachverbands (ČMKOS) gewählt. Für Středula haben 142 von 227 Teilnehmern am Gewerkschaftstag am Freitag gestimmt. Er wird die Funktion des Gewerkschaftsbosses für Jahre innehaben. Der Gewerkschaftsdachverband hatte seit dem Herbst letzten Jahres keinen Vorsitzenden. Damals hat Gewerkschaftsboss Jaroslav Zavadil nach seiner Wahl zum tschechischen Abgeordnetenhaus die Funktion aufgegeben. Středula plant, die Position der Gewerkschaften zu stärken. Noch vor der Wahl gab er bekannt, er sei auch zu rasanten Schritten bereit. Er wolle unter anderem eine Anhebung des Mindestlohns auf 10Tausend Kronen (370 Euro) durchsetzen.

Polizei beschuldigt einen Mann nach der Razzia in der Islamischen Stiftung Prag

Die Polizei hat nach der Razzia in der Islamischen Stiftung Prag (Islámská nadace Praha) einen Mann beschuldigt. Dem 55-jährigen Mann aus Prag drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis. Darüber berichtete ein Sprecher der Polizeiabteilung zur Enthüllung des organisierten Verbrechens (ÚOOZ) am Samstag. Der Mann steht im Verdacht, die Übersetzung, Herausgabe und Vertrieb eines rassistischen Buches in Tschechien organisiert zu haben.

Die tschechische Polizei hat am Freitag und Samstag den Sitz der Islamischen Stiftung Prag (Islámská nadace Praha) und weitere Räume in der tschechischen Hauptstadt durchsucht. Bis zu zwanzig Personen wurden dabei vorgeführt. Wegen der Razzia an Orten, an denen sich regelmäßig praktizierende Muslime treffen, und der Störung eines muslimischen Gottesdiensts in Prag will die indonesische Botschaft eine Beschwerde beim tschechischen Außenministerium einreichen.

Allgemeine Krankenkasse veröffentlicht Kosten für Behandlungen der teuersten Patienten

Die Allgemeine Krankenkasse (VZP) hat am Freitag eine Tabelle mit Patienten veröffentlicht, deren Behandlung die höchsten Kosten verursacht. Die erste Stelle belegt ein 58 Jahre alter Patient mit Hämophilie, dessen Behandlung im letzten Jahr mehr als 1,7 Millionen Euro gekostet hat. Die teuersten Diagnosen seien Erkrankungen des Stoffwechsels und Bluterkrankheit, führte ein Sprecher der Allgemeinen Krankenkasse an. Die Allgemeine Krankenkasse hat für die 20 teuersten Patienten, darunter 17 Männer und 3 Frauen, mehr als 10,5 Millionen Euro bezahlt. 95 Prozent der Kosten betrugen Zahlungen für Medikamente. Die größte Krankenversicherung Tschechiens VZP mit ungefähr 6 Millionen Kunden hat im vergangenen Jahr zum ersten Mal die Daten veröffentlicht.

In Theresienstadt wird des Sarajewo-Attentäters Gavrilo Princip gedacht

Eine orthodoxe Messe zum Andenken an Gavrilo Princip hat am Samstag in der Kleinen Festung in Terezín / Theresienstadt stattgefunden. Am Gottesdienst nahmen etwa 30 Personen teil. Der bosnisch-serbische Nationalist Gavrilo Princip hatte am 28. Juni 1914 in Sarajewo Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand und seine Gattin Sophie verübt. Das Attentat war Anlass für den Beginn des Ersten Weltkriegs. Princip war unmittelbar nach dem Attentat verhaftet worden und zu 20 Jahren verurteilt. Er starb am 28. April 1918 im Gefängniskrankenhaus in Terezín / an Tuberkulose.

PSG Zlín ist neuer Eishockeymeister Tschechiens

PSG Zlín ist neuer Eishockeymeister Tschechiens. Die Mannschaft hat am Freitag vor heimischer Kulisse den HC Kometa Brünn mit 5:3 bezwungen. Es handelte sich um den vierten Sieg Zlíns in der Finalserie der tschechischen Eishockeymeisterschaft, mit dem sich Zlín den Titel sicherte. Die Finalserie wird im Modus best of seven gespielt. Es handelt sich um den zweiten Sieg Zlíns in der höchsten tschechischen Eishockey-Liga in der Geschichte, zum ersten Mal hat das Team vor zehn Jahren den Titel gewonnen.