Täglicher Nachrichtenüberblick

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Nato-Generalsekretär warnt Russland vor Truppenaufbau an der Grenze zur Ukraine

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat Russland eindringlich vor einem weiteren Truppenaufbau an der Grenze zur Ukraine gewarnt. Russland habe die Wahl, sagte Rasmussen am Donnerstag nach einem Gespräch mit Ministerpräsident Bohuslav Sobotka in Prag. Ein Einmarsch in der Ostukraine würde zur internationalen Isolierung Russlands und harten wirtschaftlichen Sanktionen führen, warnte er. Russland solle seine Truppen von der Grenze zur Ukraine zurückziehen und einen Dialog mit Kiew starten, der zur Entspannung im Osten führen würde. Ein militärisches Eingreifen des Bündnisses in der Ukraine stehe nach Ansicht des Nato-Chefs nicht zur Debatte.

Rasmussen: Tschechien soll Ausgaben im Verteidigungsressort erhöhen

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat die tschechische Regierung aufgefordert, die Ausgaben im Verteidigungsressort zu erhöhen. Ihm zufolge seien die Investitionen in die Armee hierzulande niedrig. Höhere Investitionen in die Entwicklung der Allianztruppen fordert er auch von weiteren Nato-Mitgliedsstaaten. Premier Sobotka unterstrich in diesem Zusammenhang, die Tschechische Republik sei trotz der senkenden Ausgaben ein vollwertiges Mitglied der Allianz.

Premier Sobotka ist gegen militärisches Eingreifen der Nato in der Ukraine

Die Nato soll in der Ukraine nicht militärisch eingreifen, meint der tschechische Premierminister Bohuslav Sobotka. Und zwar nicht einmal in dem Fall, wenn Russland seine Aggression fortsetzen würde. Er sagte dies während seines Gesprächs mit dem Nato-Chef Anders Fogh Rasmussen am Donnerstag in Prag. Man müsse einen Unterschied zwischen der Mitgliedschaft in der Nato und der Nicht-Mitgliedschaft machen. Die Nato solle militärisch reagieren, nur wenn ein Mitgliedsstaat angegriffen worden sei, so Sobotka.

Temelín-Ausbau: Ausschreibungsverfahren wird eingestellt

Der Energiekonzern ČEZ hat das Ausschreibungsverfahren für den Ausbau des südböhmischen Atomkraftwerks Temelín eingestellt. Die Firma gab ihre Entscheidung am Donnerstag bekannt. Alle Bewerber hätten die Information bereits erhalten, hieß es weiter. Vorangegangen war dem Beschluss die Entscheidung der Regierung, staatliche Garantien für den Ausbau und für künftige Stromabnahmepreise zu verweigern. Der Generaldirektor der Temelín-Betreibergesellschaft ČEZ Daniel Beneš sagte dazu, der Energiesektor in Europa habe seit 2009, als das Auswahlverfahren für den Bau von zwei neuen Reaktorblöcken in Temelín ausgeschrieben wurde, eine turbulente Entwicklung erlebt. Alle Investitionen in Stromquellen, deren Ertrag von den Energiepreisen auf dem freien Markt abhängig sei, seien heutzutage bedroht. An der weiteren Entwicklung der Atomenergie müsse sich künftig der Staat beteiligen, meint Beneš. Er führte bereits früher an, der geplante Bau von zwei neuen Blöcken im AKW Temelín sei ohne staatliche Unterstützung nicht vorstellbar.

Am Auswahlverfahren hatten das amerikanisch-japanische Konsortium Westinghouse und das tschechisch-russische Konsortium Mir teilgenommen. Ein weiterer Bewerber, das französische Unternehmen Areva, wurde wegen Fehler im Angebot aus dem Auswahlverfahren ausgeschlossen.

Premier Sobotka schlägt Verfassungsänderung zur Ernennung des Premierministers vor

Premierminister Bohuslav Sobotka (ČSSD) will eine Verfassungsänderung initiieren. Seinem Vorschlag zufolge soll der Staatspräsident nach der Parlamentswahl verpflichtet sein, einen neuen Regierungsvorsitzenden innerhalb von 30 Tagen seit der konstituierenden Sitzung des Abgeordnetenhauses zu ernennen. Sobotka führte dies ein einem Interview gegenüber der Presseagentur ČTK an. Er will auch Regeln für die Ernennung des Bankrates der Tschechischen Nationalbank ändern. Der Vorschlag des Staatsoberhauptes soll nach Sobotka einer Billigung durch den Senat unterzogen sein.

Umweltminister Brabec begrüßt Stopp für Projekt „Windpark Nord“ in Niederösterreich

Der tschechische Umweltminister Richard Brabec begrüßt die Entscheidung der niederösterreichischen Landesregierung, das Projekt „Windpark Nord“ in Hardegg an der Grenze zu Tschechien zu stoppen. Er sagte dies während seines Besuchs im Nationalpark Podyjí / Thayatal in Südmähren. Brabec hat sich mit der Leitung des Nationalparks, mit Bürgermeistern der dortigen Gemeinden und mit dem Direktor des österreichischen Nationalparks Thayatal getroffen. Gegen das Projekt haben sich beide Nationalparks sowie Bürgermeister der Gemeinden auf den beiden Seiten der Grenze seit längerer Zeit vehement gewehrt.

Norwegen: Ausländer mit Gedächtnisverlust ist Tscheche

Der Ausländer, der im Dezember letzten Jahres in Oslo gefunden wurde und am Gedächtnisverlust leidet, ist aller Wahrscheinlichkeit ein Tscheche. Dies teilte eine Sprecherin des tschechischen Polizeipräsidiums mit. Den 36-jährigen Mann haben der Polizeisprecherin zufolge seine Verwandten auf dem in den Medien veröffentlichten Foto erkannt. Der Mann sei in Tschechien nicht vermisst worden und die Umstände seines Aufenthalts in Norwegen seien bislang unklar, so die Sprecherin. Die tschechische Polizei informierte darüber die norwegischen Kollegen, die nach der Identität des Mannes fahnden.

Die norwegische Polizei wandte sich am vergangenen Dienstag nach Monate langen erfolglosen Fahndungen nach der Identität des Mannes an die Öffentlichkeit. Sie veröffentlichte ein Foto des Unbekannten. Er wurde ohne Dokumente und verletzt am 14. Dezember in Oslo gefunden. Angeblich beherrscht er fünf Sprachen, einschließlich Tschechisch. Der Mann merkt sich nichts aus seiner Vergangenheit. Die norwegische Polizei geht davon aus, dass er Opfer einer Straftat sein kann.

Škoda Auto verkauft im ersten Quartal eine Rekordzahl von 247.000 Fahrzeugen

Der Autohersteller Škoda hat im ersten Quartal dieses Jahres eine Rekordzahl von 247.000 Fahrzeugen verkauft. Das sind 12,1 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Damit hat das Unternehmen die besten Ergebnisse für das erste Quartal in seiner gesamten Geschichte verzeichnet. Wie der Firmenvorstand für Verkauf und Marketing, Werner Eichhorn, sagte, hätten sich alle Modelle auf dem internationalen Markt als erfolgreich erwiesen. Insbesondere der neue Octavia sei in jeder Hinsicht ein Volltreffer, führte Eichhorn an. Ein deutliches Wachstum erzielte Škoda in Westeuropa. Von Januar bis März stiegen die Auslieferungen an die Kunden um 15,6 Prozent auf 104.400 Wagen, und durchbrachen damit erstmals die 100.000er-Grenze. Auf seinem zweitgrößten Absatzmarkt in Deutschland verkaufte Škoda im März 14.500 Fahrzeuge und festigte seine Position mit einem Plus von 10,8 Prozent.

Universität Liberec lehnt weitere Studenten aus Russland ab

Die Technische Universität im nordböhmischen Liberec / Reichenberg hat kein Interesse an weiteren Studenten aus Russland und stoppte in Russland die Werbung für ihr Studienprogramm. Der Grund sei die gegenwärtige Politik Russlands in der Ukraine, teilte am Mittwoch die Sprecherin der Universität, Jaroslava Kočárková, mit. Die Mobilität der Studenten ist dem Rektor der Universität, Zdeněk Kůs, zufolge für jede Hochschule wichtig. In einer Zeit, wo die EU über die Sanktionen gegen Russland und über die Visapolitik verhandelt, wolle er jedoch nicht, dass die Universität Liberec in Russland propagiert wird, so der Rektor. In der Ukraine werde die Universität präsentiert und die ukrainischen Studenten seien in Liberec auch weiterhin willkommen, so Kůs.

In Liberec studieren über 500 Studenten aus etwa 100 Ländern. Mehr als 70 davon stammen aus Russland und 47 aus der Ukraine.

Tenor Jonas Kaufmann singt in Prag Schuberts Lieder

Der deutsche Tenor Jonas Kaufmann hat am Donnerstagabend ein Konzert im Prager Smetana-Saal. Der namhafte Sänger tritt in der tschechischen Hauptstadt im Rahmen seiner Welttournee auf. Er singt Lieder aus dem Zyklus Winterreise von Franz Schubert. Jonas Kaufmann trat in Prag bereits zweimal auf. Bei den beiden seinen vorherigen Konzerten begeisterte der Tenor sowohl das Prager Publikum als auch die Musikkritiker. Im Juli dieses Jahres soll Kaufmann mit seinem Konzert das internationale Musikfestival im südböhmischen Český Krumlov / Krumau eröffnen.

Europäische Filmtage werden in Prag eröffnet

Im Prager Kino Světozor werden am Donnerstagabend die Europäischen Filmtage eröffnet. Gezeigt werden mehr als 50 Filme aus ganz Europa. In diesem Jahr wurde eine Sonderfilmsektion mit dem Titel „EuroCrime“ eingerichtet, die auf den gegenwärtigen Trend der europäischen Thriller- und Krimifilme reagieren will. Die 21. Europäischen Filmtage gehen in Prag am 17. April zu Ende. Danach werden die Filme in Brno / Brünn, Boskovice, Jablonec n ad Nisou / Gablonz, Hradec Králové / Königgrätz, Havířov und Plzeň / Pilsen gezeigt.

Eishockey: Tschechische Nationalmannschaft trifft im WM-Vorbereitungsspiel auf Dänemark

Die tschechische Eishockey-Nationalmannschaft trifft im ersten WM-Vorbereitungsspiel am Donnerstag auf Dänemark. Nach dem Rücktritt von Nationaltrainer Alois Hadamczik kehrt zum Team nach fast vier Jahren wieder Vladimír Růžička zurück, der als Nationaltrainer zuletzt 2010 mit der Mannschaft den WM-Titel gewann. Das Spiel gegen Dänemark findet um 18 Uhr im nordböhmischen Děčín / Tetschen statt und ist Bestandteil der Euro Hockey Challenge-Serie.

Tennis: Koukalová erreicht in Katowice Viertelfinale

Die tschechische Tennisspielerin Klára Koukalová hat beim WTA-Turnier in Katowice das Viertelfinale erreicht. Die 32-jährige Tschechin besiegte Annika Beck aus Deutschland mit 4:6, 6:3 und 6:1. Koukalová spielt bereits zum vierten Mal im Viertelfinale eines WTA-Turniers in dieser Saison.