Tag der Erde in Tschechien

Tag der Erde in Havirov (Photo: CTK)

Im Jahre 1970 organisierten amerikanische Studenten Proteste und Demonstrationen zur Durchsetzung von Umweltschutzgesetzen und riefen damit den sog. "Tag der Erde" ins Leben. Dieser wird heutzutage in über 130 Staaten dieses Planeten gefeiert. Seit 1990 begeht man ihn auch in der Tschechischen Republik. Olaf Barth berichtet über die diesjährigen Aktionen.

Tag der Erde in Havirov (Photo: CTK)
Der Den Zeme, wie er hierzulande heißt, soll jeden Einzelnen an seine Verantwortung für den Zustand der Umwelt und für die Zukunft des blauen Planeten erinnern.

Die großen Umweltschutzorganisationen dieses Landes nehmen ihren Teil der Verantwortung ernst. Schon traditionell organisiert man bei den "Deti Zemì", Kindern der Erde, eine Abfallsammelaktion in dem Naturschutzgebiet Cesky Kras/ Böhmischer Karst unweit von Prag. So auch am vergangenen Wochenende. Den Pressesprecher von Deti Zeme, Michal Stingl, fragte ich, wie es denn um die Beteiligung der Bevölkerung an solchen Aktionen zum Tag der Erde bestellt sei:

"Das konnten wir am Wochenende bei den Aufräumarbeiten in Cesky Kras an der eigenen Haut spüren. 15 Schulen und Gemeindeverwaltungen und außerdem einige Bürgerbewegungen des Gebietes haben sich daran beteiligt. Wir machen das schon seit 5 Jahren, aber in diesem Jahr haben das die betreffenden Gemeinden eigentlich selbst organisiert und das war ein voller Erfolg. Die Leute beginnen selbst aktiver zu werden. Hier sehe ich einen positiven Trend in Tschechien. Früher haben die Leute gefragt: Was macht ihr? Heute fragen Sie: Was können wir tun?"

Auch die Umweltschützer von Arnika hatten bereits für das Wochenende etwas vorbereitet. Deren Vorsitzender Vlastimil Karlik erläutert:

"In Decin/Tetschen hat Arnika am Samstag einen Informationstag mit Ausstellungen, Wettbewerben, Präsentationen verschiedener Handwerke sowie Musik- und Theateraufführungen veranstaltet. Der Besucherandrang war wirklich erstaunlich groß."

Karlik weist daraufhin, dass Arnika anlässlich des Tages der Erde auch die Kampagne zur Verwendung von Recycling-Papier in den tschechischen Behörden eröffnet habe. Denn:

"Die Behörden verwenden nur sehr selten Recycling-Papier zum Kopieren oder Drucken, denn es heißt, es sei weniger qualitativ, was aber längst nicht mehr den Tatsachen entspricht."

Auch die tschechische Greenpeacevertretung nutzte den Earth Day, um erneut auf Missstände bei dem Chemiekonzern Spolana in Neratovice an der Elbe hinzuweisen. Kampagnenleiter Jan Haverkamp:

"Wir haben den Tag der Erde zum Anlass genommen, um das Management von Spolana noch einmal darauf hinzuweisen, dass die dioxinverseuchten Gebäude immer noch Dioxin an die Luft abgeben und dass ein mit Quecksilber verseuchtes Areal immer noch vom Hochwasser bedroht wird... Deshalb fordern wir die Leitung von Spolana auf, positive Konsequenzen aus den schlechten Erfahrungen der letzten Monate zu ziehen, auch in den ganzen Dioxinaffären."

Autor: Olaf Barth
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