Tagesecho

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Am Mittwoch dieser Woche erteilte die tschechische Aufsicht für Atomsicherheit, SUJB, dem Betreiber des Atomkraftwerkes im südböhmischen Temelin, der Energiegesellschaft CEZ, die Erlaubnis, in den ersten Block des AKWs angereicherte Brennelemente einzusetzen. Dies rief bei Umweltschutzorganisationen und weiteren Gegnern von Temelin Proteste aus, die bis zu einer Debatte im österreichischen Parlament führten. Wie man nun von Seiten des Kernkraftwerkbetreibers weiter verfahren wird und welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen dies hat, dazu mehr von unserem freien Mitarbeiter Armin Sandmann:

Temelin, eine Kleinstadt in Südböhmen, scheint mit dem in seiner Nähe liegenden Atomkraftwerk bald an Berühmtheit Tschechiens Hauptstadt Prag zu überholen. Am Mittwochabend um 19.15 Uhr gab die tschechische Atomaufsichtbehörde, SUJB, auf recht ungewöhnliche Weise dem Betreiber des Kernkraftwerks Temelin, den Tschechischen Energiewerken CEZ, die Erlaubnis die für den Regelbetrieb nötigen Brennelement in den ersten Reaktorblock einzuführen. Dies rief eine Welle von Empörung bei den um das Kernkraftwerk herum kampierenden Umweltaktivisten hervor. So bemalte man die Zufahrt zum Kernkraftwerk mit den Grossbuchstaben NE, die im Tschechischen soviel wie NEIN ausdrücken. Zudem entschied man sich nach den Worten des Sprechers der Umweltbewegung Duha/Regenbogen Jan Beranek, Einspruch gegen die Entscheidung der Atomaufsichtbehörde direkt bei der tschechischen Regierung einzulegen. Dagegen protestierte der Industrie - und Handelsminister Miroslav Gregr. Temelin sei voll funktionsfähig - so Gregr weiter - und man werde keinen Zweifel über die Entscheidungskompetenzen der Atomaufsichtbehörde aufkommen lassen.

Ein weiteres Problem, welches Befürchtungen in der Bevölkerung hervorruft ist der sogenannte Atomabfall, der nach jedem Austausch der Brennelemente anfällt. Wie es um die Entsorgung des anfallenden Atomabfalls aussieht, dazu Milan Nebesar, Pressesprecher des AKW Temelin:

" Natürlich entsorgen wir die ausgedienten Brennstäbe in der Tschechischen Republik. Hierbei werden die Atomabfälle je nach ihrer Strahlungsintensität sortiert und in einem trockenen Zwischenlager im Atomkraftwerk Dukovany gelagert. Fässer und Container, in denen die Reste der Brennstäbe gelagert werden, sind dort sicher und entsprechen dem derzeit gültigen Sicherheitsstandard."

Der durch die Gegner des Atomkraftwerkes hervorgerufenen Panik sieht Milan Nebesar nun mit einem Kopfschütteln entgegen, denn der gesamte Probelauf des ersten Reaktorblockes von Temelin wird erst Mitte September diesen Jahres beginnen, da nach Worten des Pressesprechers Nebesar allein die Zufuhr der Brennelemente 2 Wochen in Anspruch nimmt und an diese weitere Sicherheitsüberprüfungen der Atomaufsichtbehörde anschließen.

Autor: Armin Sandmann
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