Teamgeist und Petra Kvitová: Tschechien holt den Fed Cup

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Ein großer Triumph am Sonntag: Tschechien hat erstmals seit dem Erfolg der Tschechoslowakei im Jahr 1988 den Fed Cup gewonnen. Das Team um die Weltranglisten-Zweite und Masters-Siegerin Petra Kvitová besiegte die Russinnen in Moskau mit 3:2.

Lucie Hradecká,  Lucie Šafářová,  Petr Pála,  Květa Peschke y Petra Kvitová  (Foto: ČTK)
Es war ein Jubel mit Verzögerung in der Olympiahalle von Moskau: Den allerletzten Ball beim entscheidenden Sieg im Doppel musste noch einmal die Schiedsrichterin kontrollieren. Ein paar Sekunden später war dann klar: Das Doppelpaar Lucie Hradecká / Květa Peschke siegt gegen die Russinnen Maria Kirilenko / Jelena Wesnina und holt damit den entscheidenden Punkt zum tschechischen Titelgewinn.

Fünfmal hatte die Tschechoslowakei den Federation Cup geholt, nun also der erste Erfolg eines rein tschechischen Teams. Es ist der goldene Abschluss eines extrem erfolgreichen Jahres, besonders für die tschechische Nummer eins, Petra Kvitová.

Petra Kvitová  (Foto: ČTK)
„Die drei größten Trophäen, die ich dieses Jahr errungen habe, lassen sich allerdings nicht vergleichen. Wimbledon, das Masters in Istanbul und der Fed Cup hier sind mir alle gleich wichtig“, so die überglückliche Kvitová in Moskau.

Gerade der 21-jährige Shooting Star des tschechischen Frauentennis war ein entscheidender Faktor für den Titelgewinn. So hat Kvitová zum Beispiel in diesem Jahr kein einziges Spiel in der Halle verloren. Fed-Cup-Trainer Petr Pála betonte allerdings am Sonntag, es sei nicht nur die Show einer einzigen Spielerin gewesen:

Lucie Šafářová  (Foto: ČTK)
„Wir haben insgesamt sechs Spielerinnen eingesetzt, und der Erfolg gehört ihnen allen. Sicher waren die Leistungen von Petra Kvitová fantastisch. In dieser Saison haben den entscheidenden dritten Punkt aber auch einmal Lucie Šafářová oder Barbora Zahlávová-Strýcová zusammen mit Iveta Benešová oder Květa Peschke zusammen mit Lucie Hradecká geholt. Das war toll, dass das so geklappt hat. Es war die Arbeit des ganzen Teams, das war sehr wichtig.“

Auch am frühen Sonntagnachmittag stieß Kvitová mit einem hart umkämpften Dreisatzsieg gegen Swetlana Kusnetsowa zwar die Tür zum Titelgewinn auf. Als daraufhin Lucie Šafářová ihr Einzel gegen Anastasia Pawljutschenkowa verlor, waren aber die Doppelpartnerinnen gefordert. Dazu Květa Peschke, die seit 2003 mit ihrem deutschen Trainer Torsten Peschke verheiratet ist und auch einige Jahre in Berlin gespielt hat:

Lucie Hradecká und Květa Peschke  (Foto ČTK)
„Auch beim Stand von 2:2 nach Punkten im Finale waren wir nicht negativ eingestellt und haben an unsere Chance auf den Gewinn des dritten Punktes geglaubt. Lucie und ich sind unglaublich froh, dass das geklappt hat. Für unser Tennis und für Tschechien ist es ein wunderbarer Schlusspunkt in diesem Jahr. Eine tolle Sache, dass wir nach so vielen Jahren den Fed Cup wieder zu uns holen können.“

Květa Peschke hat im Übrigen noch in Moskau angekündigt, dass sie nun, mit 36 Jahren, ihre Karriere im Fed-Cup-Team beenden werde. Man solle schließlich aufhören, wenn es am schönsten ist.

Zu Beginn der kommenden Fed-Cup-Saison werden im Übrigen die deutschen Spielerinnen gegen die Titelträgerinnen aus Tschechien antreten. Diese erste Runde 2012 wird am 4. und 5. Februar in Stuttgart ausgetragen.

Autor: Till Janzer
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