Tschechiens Tennisdamen nach Sieg über Italien erneut im Fed-Cup-Finale

Lucie Šafářová (Foto: ČTK)

Tennis boomt wieder in Tschechien. Auf neue Weltstars wie die später in die USA ausgewanderten Martina Navrátilová und Ivan Lendl muss die kleine Nation zwischen Erzgebirge und Beskiden zwar noch etwas warten, in den Mannschaftswettbewerben aber gehören die Spielerinnen und Spieler aus Tschechien inzwischen erneut zur absoluten Weltspitze. 2009 gelangten die Herren nach 29 Jahren wieder ins Davis-Cup-Finale, im Vorjahr gewannen die Damen nach 23 Jahren zum sechsten Male den Fed Cup. Und in diesem Jahr haben beide Teams schon die dritte Runde erreicht. Der Unterschied: Die Damen stehen nach dem 4:1-Sieg über Italien bereits im Finale.

Lucie Hradecká, Petra Kvitová, Lucie Šafářová, Andrea Hlaváčková und Petr Pála (Foto: ČTK)
Mit Tomáš Berdych, dem Siebten der ATP-Weltrangliste, und Petra Kvitová, der Dritten in der WTA-Weltrangliste, hat der tschechische Tennissport seit mehreren Jahren wieder zwei Aktive unter den Top Ten in der Welt. Und gerade Petra Kvitová ist es zu verdanken, dass das tschechische Damenteam jetzt schon zwei Jahre lang ungeschlagen ist. Seit ihrer letzten Niederlage gegen die Italienerin Flavia Pennetta hat die 22-Jährige zehn Begegnungen im Fed Cup hintereinander gewonnen. Mit ihren Einzel-Siegen über die Italienerinnen Sara Errani und Francesca Schiavone am Samstag und Sonntag in Ostrava / Ostrau legte die Wimbledon- und WTA-Championship-Siegerin von 2011 nun auch den Grundstein für die erfolgreiche Revanche an den Südeuropäerinnen, gegen die man vor zwei Jahren in Rom noch 0:5 verloren hatte. Bei ihren Auftritten in der ČEZ-Arena genoss Kvitová zudem die Unterstützung des eigenen Pubikums:

Petra Kvitová (Foto: ČTK)
„Natürlich war es schön, nach längerer Zeit endlich wieder zu Hause zu spielen und noch dazu in Ostrau, wo die Zuschauer ziemlich nah am Spielfeld sind. So habe ich ihre Unterstützung auch bei jedem Spielstand hautnah gespürt.“

Die Zuschauer wiederum waren begeistert, wie Petra Kvitová gerade in den entscheidenden Phasen der jeweiligen Sätze die Nerven behielt:

Besonders groß war der Jubel, als Petra Kvitová im zweiten Satz gegen Schiavone gleich den ersten Matchball verwandelte und damit den Sieg und das Weiterkommen ihres Teams sicherstellte. Sie selbst war mit sich auch zufrieden:

Lucie Šafářová (Foto: ČTK)
„Ich denke, dass ich die entscheidenden Momente, in denen die Big Points gespielt werden, sowohl gestern als auch heute gut gemeistert habe. Das hat mir auch sehr geholfen, beide Spiele zu gewinnen.“

Das Auftakteinzel am Samstag gegen Schiavone meisterte auch Lucie Šafářová mit Bravour, so dass die Tschechinnen das Weiterkommen schon nach dem dritten Einzel perfekt machten. Im Finale wartet nun mit Serbien ein höchst attraktiver Gegner. Das Finale findet am 3. und 4. November statt und wird aller Voraussicht nach in der Prager O2-Arena ausgetragen. Petra Kvitová weiß jedoch, dass man zur Titelverteidigung erneut eine Top-Leistung bieten muss:

Petra Kvitová und Petr Pála (Foto: ČTK)
„Wenn die Top-Asse der Serbinnen, Ana Ivanovic und Jelena Jankovic, spielen werden, dann wird es sehr schwer.“

Und Trainer Petr Pála ergänzt: „Das sind zwei Spielerinnen, die jeweils schon die Nummer eins der Welt waren. Ivanovic und Jankovic können jeden schlagen, und ihre Formkurve zeigt zudem wieder nach oben.“

Dennoch: Wenn sich die tschechischen Tennisdamen am Beispiel ihrer männlichen Kollegen orientieren, kann eigentlich nichts schiefgehen: Die Herren bezwangen in diesem Jahr die Italiener in Ostrau und danach die Serben in Prag jeweils mit 4:1.

Autor: Lothar Martin
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