Tschechen kauften 2015 Fair-Trade-Produkte für 7,4 Millionen Euro

Foto: Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag

In Tschechien wurden im vergangenen Jahr Fair-Trade-Produkte in einem Gesamtwert von rund 200 Millionen Kronen (7,4 Millionen Euro) verkauft. Das ist in etwa die gleiche Summe wie im Jahr 2014, in den Jahren davor wurde indes immer ein Anstieg verzeichnet. Das gab die Leiterin der Vereinigung Fairtrade ČS, Hana Chorváthová, am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Prag bekannt.

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Am meisten verkauft wird Kaffee. Sein Anteil an den Fair-Trade-Produkten in Tschechien liegt bei 61 Prozent. Im vergangenen Jahr wurden hierzulande etwas mehr als 173 Kilogramm Kaffee abgesetzt. Ein Jahr zuvor waren es noch 21 Kilogramm mehr. Zu diesem Rückgang wesentlich beigetragen habe indes die Tatsache, dass die in Tschechien von der Kette Starbucks betriebenen Caféhäuser aufgehört haben, den zu fairen Preisen gehandelten Kaffee anzubieten. Und das habe sich auch auf den Gesamtumsatz der Fair-Trade-Produkte ausgewirkt, erklärte Chorváthová.

„Der Markt in Tschechien ist noch relativ jung. Es genügt daher schon der Markteinstieg eines großen Unternehmens, und beim Umsatz ist das sofort zu spüren. Dasselbe passiert beim Weggang eines Globalplayers“, sagte die Leiterin der Fair-Trade-Handelsorganisation für Tschechien und die Slowakei. Laut Chorváthová sei es nämlich in der Slowakei genau umgekehrt gelaufen: 2015 haben die dortigen Kunden 44,7 Kilogramm Kaffee gekauft, im Jahr zuvor waren es nur 32,2 Kilogramm gewesen.

Deutlich verbessert hat sich demgegenüber der Absatz von Schokolade. Wurden 2014 lediglich 7548 Kilogramm an kakaohaltigen Fair-Trade-Produkten verkauft, so waren es im vergangenen Jahr schon nahezu 46.200 Kilogramm. Ein Teil dieser Menge sind dabei Waren, die komplett aus Fair-Trade-Rohstoffen hergestellt sind. In anderen Produkten aber ist Fair Trade auch nur mit einem Rohstoff vertreten.

Neben Kaffee und Schokolade haben die Tschechen vor allem Tee gekauft. Er nahm einen Anteil von sechs Prozent der hierzulande „nach fairen Preisen“ gehandelten Produkte ein. Der Erlös der von Tschechen und Slowaken gekauften Fair-Trade-Produkte kam auch 2015 besonders Farmern in Lateinamerika, Afrika und Asien zugute.