Tschechien seit 3 Jahren in der NATO

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In der Tschechischen Republik gilt der 12. März als ein bedeutender Tag. Grund dafür ist die dreijährige Mitgliedschaft Tschechiens in der NATO. Am 12. März 1999 wurden Tschechien, Polen und Ungarn als die ersten drei Länder aus den postkommunistischen Staaten aufgenommen. Dagmar Keberlova bringt weitere Informationen.

Der tschechische Präsident Vaclav Havel hat die Aufnahme in die NATO als das wichtigste Ereignis nach der Wende 1989 bezeichnet und als solches wird es heute noch gefeiert. An die dreijährige Mitgliedschaft erinnern sich sowohl die tschechischen Politiker als auch die Vertreter der Armee. Wie sieht Parlamentschef Vaclav Klaus die tschechische NATO-Mitgliedschaft?

"Die vergangenen Jahre haben klar bewiesen, dass es ein richtiger, notwendiger Schritt war, der uns wieder ein Stück weiter gebracht hat. Ich bin auch überzeugt, dass dies auch die Meinung eines Großteils der tschechischen Bürger ist und das ist ein Erfolg."

Auch in Brüssel wird der Beitritt positiv eingeschätzt, wie für Radio Prag Karel Kovanda, der tschechische Botschafter bei der NATO in Brüssel sagte.

"Der Beitritt der Tschechischen Republik wird allgemein als Erfolg, als Beitrag für die Allianz bewertet. In den Bereichen, die ich verfolge, den diplomatischen und den politischen, besteht der Beitrag offensichtlich, darin dass wir neue Gesichtspunkte mitbringen, dass wir auf andere Zusammenhänge aufmerksam machen."

Die positive Erfahrung mit den genannten Ländern ist nach Meinung von Karel Kovanda auch ein Plus bei der nächsten Erweiterung, zu der es beim nächsten NATO-Gipfel in Prag kommen wird. Positiv wird der Tageszeitung Hospodarske Noviny und Materialien des Verteidigungsministeriums zufolge der Einsatz tschechischer Soldaten im Ausland bewertet, negativ die uneffektive Planung des Verteidigungsressorts. Die Verbesserung der Planung bezeichnete der Verteidigungsminister als sein Hauptziel. Hier sieht die Notwendigkeit einer Verbesserung auch der Chef des Senatsausschusses für Außenpolitik, Sicherheit und Verteidigung Michael Zantovsky:

"Das heißt, sich vor allem auf die Umwandlung in ein Berufsheer und auf die Restrukturierung der Armee zu konzentrieren und nicht finanzielle Mittel zu verschwenden für sinnlose Projekte wie den Ankauf von Überschallflugzeugen."

Hierzu sagte Botschafter Kovanda, das die Meinungen von Politikern und Militärexperten unterschiedlich seien. Der militärische Teil der Allianz wollte immer, dass Tschechien imstande sei, seinen Luftraum zu verteidigen.