Tschechien und der Nato-Gipfel: Absprache über Radar rückt näher
Laut den Agenturmeldungen von Donnerstagmittag ist es bereits klar: Die Nato unterstützt das amerikanische Raketenabwehrsystem und damit auch den Bau der zugehörigen Radaranlage in Tschechien.
„Eine Sache ist das politisch-strategische Konzept. Und das basiert auf dem Radar in Tschechien und der Raketenbasis in Polen. Darum drehten sich bisher unsere Gespräche mit den Amerikanern, wobei wir natürlich nur über den Bau des Radars auf tschechischem Boden verhandeln konnten.“
So Povejšil am Ort des Nato-Gipfels in Bukarest gegenüber Radio Prag. Falls die Raketenbasis erst einmal nicht mit Waffen bestückt werde, verlöre die Nato-Einbindung der geplanten Radaranlage in Tschechien dennoch nicht an Sinn - dies liest Martin Povejšil aus den Aussagen der Führung im Pentagon:
„Aus militärischer und technischer Sicht und um die Sicherheit in Tschechien und Europa zu stärken, macht es Sinn, auch nur das Radar in Tschechien aufzustellen. Es stärkt die Fähigkeit Europas, sich gegen Raketen bis zu mittlerer Reichweite zu schützen, auch wenn es dann nicht das Gebiet der Vereinigten Staaten gegen Langstreckenraketen schützen kann. Den Amerikanern nützt das Radar einzig zum Schutz ihrer Militäreinheiten in Europa.“
Mittlere Reichweite, damit meinen die Amerikaner iranische Raketen, die auf Europa zielen könnten. Das Radar in Mittelböhmen soll ihren Aussagen nach nicht Russland erfassen. Als Garantie bieten die Amerikaner den Russen an, dass die tschechische Anlage mit den russischen Radaranlagen in Aserbaidschan verbunden wird. Die entscheidenden Gespräche der Verbündeten sollen beim Gipfel im Laufe des Donnerstags stattfinden, Bush und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin treffen sich nach Bukarest noch am Sonntag im russischen Badeort Sotschi. Die Ergebnisse dürften maßgeblich sein für die Entscheidung innerhalb Tschechiens über das Radar.