Tschechien verteidigt Davis Cup dank Klasse von Berdych und Štěpánek

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Die Tschechische Republik hat das beste Tennis-Herrendoppel der Welt! Mit dieser Aussage lässt sich vereinfacht ausdrücken, was sich sportlich am vergangenen Wochenende im serbischen Belgrad abgespielt hat. Im Finale des Davis Cups haben Tomáš Berdych und Radek Štěpánek die tschechische Mannschaft in beeindruckender Manier zu einem 3:2-Sieg über Gastgeber Serbien geführt und damit ihren Triumph aus dem Vorjahr erfolgreich wiederholt.

Radek Štěpánek (Foto: ČTK)
„40:0, Štěpánek hat drei Matchbälle“, vermeldet der tschechische TV-Sportkommentator am frühen Sonntagabend, um gleich nach dem nächsten Ballwechsel zu verkünden:

„Es ist zu Ende! Štěpánek besiegt Lajović und das tschechische Team verteidigt damit den Davis Cup.“

Der 34-jährige Radek Štěpánek vollbrachte zudem ein einmaliges Husarenstück. Mit seinem Drei-Satz-Sieg über den elf Jahre jüngeren Dušan Lajović machte er zum zweiten Male einen 3:2-Finalsieg der Tschechen im entscheidenden fünften Match perfekt. In der Geschichte des Davis Cups gelang das vor ihm nur zwei Spielern, Štěpánek aber schaffte es zweimal in Folge. Vor einem Jahr, beim Heimtriumph über die Spanier, hatte Štěpánek den weit stärkeren Nicolas Almagro bezwungen. Eine Erfahrung, die sich jetzt noch einmal auszahlte:

Tomáš Berdych (Foto: ČTK)
„Wie im vergangenen Jahr stand das Match unter dem Vorzeichen, dass beide Spieler unter dem höchst möglichem Druck antraten. Ich wollte daher gegen Lajović meine Erfahrungen aus dem Vorjahr nutzen. Bis auf mein erstes Aufschlagspiel ist mir das gelungen. Ich hatte das Match stets unter Kontrolle und glaube, an allen drei Tagen in absoluter Bestform gewesen zu sein.“

Aber nicht nur Štěpánek war in Superform, auch der tschechische Topspieler Tomáš Berdych leistete seinen Beitrag zum neuerlichen Gewinn der berühmten Salatschüssel. In der zweiten Begegnung des Auftakttages bezwang auch er Lajović in drei Sätzen, und im Doppel ließen er und Štěpánek dem serbischen Duo ebenso keine Chance. So war es einzig dem Weltranglisten-Zweiten Novak Djoković vorbehalten, die zwei fest eingeplanten Punkte für die Gastgeber einzufahren. Als er dann am Sonntag gegen Berdych zum 2:2 ausglich, zeigten die serbischen Zuschauer vor dem abschließenden Duell allerdings wenig Fairness. Durch Pfeifen und wiederholte Zwischenrufe wollten sie Štěpánek aus der Fassung bringen, was ihnen jedoch nicht gelang. Dazu sagte Berdych:

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„In dieser Atmosphäre war es überhaupt nicht einfach zu spielen. Besonders zu Beginn des Spiels waren Dinge zu hören, die sicher nicht zum Sport gehören. Aber Radek hat auch dem standgehalten, und es war eher traurig für die serbischen Spieler, dass ihre Fans die Arena noch vor Spielende in Scharen verlassen haben. Deshalb fühlten wir uns letztlich dank unserer Fans wie zu Hause.“

Und diese Fans bejubelten nicht nur den tschechischen Davis-Cup-Gewinn Nummer drei, sondern waren sich in ihrem Urteil auch mit Interimstrainer Vladimír Šafařík einig:

„Ich bin wirklich stolz darauf, Tomáš und Radek im Team zu haben, denn beide sind absolute Profis. Und sie haben es verdient, den Pokal erneut zu gewinnen.“

Autor: Lothar Martin
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