Tschechische Feuerwehr hilft bei Waldbränden in Griechenland

Waldbrand in Griechenland

Schon seit fast einer Woche kämpfen Einsatzkräfte gegen die großflächigen Waldbrände in Griechenland. Nun kommen ihnen Feuerwehrleute aus dem Ausland, darunter auch tschechische Kollegen, zu Hilfe.

Waldbrand in Griechenland | Foto: Petros Karadjias,  ČTK / AP Photo

Zum Ende der vergangenen Woche wurde aus den Waldbrandgebieten in Griechenland ein internationaler Hilferuf ausgesendet. Nach Angaben der lokalen Behörden ist die Lage im Nordteil der Insel Euböa am schlimmsten. Dort war das Feuer am Dienstag ausgebrochen, Tausende von Menschen mussten evakuiert werden. Weite Teile der Insel seien bereits zerstört, teilte der Bürgermeister der Hafenstadt Istiea im griechischen Fernsehen mit. Im Zusammenhang mit den Bränden sind in Griechenland schon mindestens zwei Menschen gestorben.

Hilfe kommt nun aus 22 Ländern, darunter auch aus Tschechien. Hiesige Feuerwehreinheiten sind am Wochenende nach Griechenland abgereist und am Montagvormittag an dem für sie bestimmten Einsatzort auf der Halbinsel Peleponnes eingetroffen. Richard Franc ist der Teamleiter vor Ort:

Richard Franc | Foto: Tschechischer Feuerwehrverband des Mährisch-Schlesischen Kreise

„Wir sind für 35 Personen voll logistisch ausgerüstet. Unsere Einheit verfügt über 14 Fahrzeuge und zwei Anhänger, von denen einer als Treibstofftank dient. Für die geplante Einsatzdauer von zehn Tagen sind wir also eigenständig versorgt und werden nur Wasser auffüllen müssen, eventuell noch Benzin für das Aggregat.“

Ursprünglich sollten die tschechischen Einheiten in Athen eingesetzt werden. Dort hat sich die Lage am Wochenende aber etwas entspannt. Feuerwehr, freiwillige Helfer und Armee konnten mehrere Brandherde unter Kontrolle bringen. Die Konzentration auf die Hauptstadt hat im Land allerdings Kritik hervorgerufen. Die Bürgermeister von Gemeinden auf Euböa und dem Peleponnes beklagen, dass durch den bevorzugten Einsatz der Löschflugzeuge in Athen die Lage in ihren Regionen außer Kontrolle geraten sei. Der griechische Premier Kyriakos Mitsotakis verteidigt seine Strategie mit den Worten, dass die hohe Zahl an Menschenleben in der Metropole Vorrang habe vor Eigentum und Wäldern.

Tschechische Feuerwehr in Griechenland | Foto: Thomas Kulidakis,  Tschechischer Rundfunk

Bei den nun eingetroffenen internationalen Teams bedankte sich Mitsotakis am Sonntagabend auf Twitter. Auch der tschechische Botschafter in Griechenland, Jakub Karfík, fand gegenüber dem Tschechischen Rundfunk lobende Worte:

„Für Griechenland stellt dies eine wichtige Hilfe dar. Die Lage vor Ort ist wirklich ernst. Der tschechische Beitrag hat nicht nur von seinem Umfang her eine große Bedeutung. Vor allem muss ich anerkennen, dass sowohl die Entscheidung darüber, als auch die Ankunft der Feuerwehreinheiten ungeheuer schnell abliefen.“

Waldbrand in Griechenland | Foto: Petros Karadjias,  ČTK / AP Photo

Obwohl Waldbrände in Griechenland ein alljährliches Phänomen sind, stellt die derzeitige Lage auch die einheimischen Feuerwehrleute vor ungewöhnliche Probleme. Nicht anders sei es für die tschechischen Helfer, so Teamleiter Franc:

„Hohe Temperaturen von über 40 Grad Celsius, eine andauernde Trockenheit sowie starker Wind haben zu Waldbränden geführt, die die Griechen in ihrer Geschichte noch nicht erlebt haben – so berichten es die Kollegen. Wir sind in Tschechien natürlich auch mit solchen Feuern konfrontiert. Aber dies wird für uns eine neue Erfahrung werden.“

Laut den Wettervorhersagen sollen Hitze und Trockenheit in dem südeuropäischen Land auch in dieser Woche noch anhalten. Weiter gilt das Verbot, sich in Wäldern und Parks aufzuhalten. Mehrere Dutzend Menschen wurden deswegen bereits von der Polizei festgenommen, fünf von ihnen werden der Brandstiftung verdächtigt.

Waldbrand in Griechenland | Foto: Petros Karadjias,  ČTK / AP Photo

Die meisten ausländischen Hilfseinheiten sind aus anderen EU-Ländern nach Griechenland gekommen. Die zahlenmäßig größte Unterstützung leistet dabei Frankreich mit gut 240 Feuerwehrleuten und drei Flugzeugen. Weitere Helfer stammen aus Ägypten, der Ukraine, aus Israel und den USA. Mit Waldbränden hat auch die Türkei zu kämpfen. Dort sind deswegen bereits mindestens acht Menschen ums Leben gekommen.

Autoren: Daniela Honigmann , Ondřej Klapal
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