Tschechische Feuerwehr modernisiert Fuhrpark dank EU-Zuschüssen

Foto: Archiv der Feuerwehr- und Rettungsdienst Hradec Králové

Die Hochwasser 1997, 2006 und 2010 in Mähren, die großen Fluten 2002 und 2013 in Böhmen sowie lokale Überschwemmungen in der Gegend um Liberec / Reichenberg im Sommer 2010 – Tschechien muss immer wieder mit Naturkatastrophen kämpfen. Und sie stellen besonders die Einsätzkräfte der Feuerwehr vor Herausforderungen. Um diesen und anderen Aufgaben in Zukunft besser gewachsen zu sein, hat die tschechische Feuerwehr ihren Fuhrpark jetzt modernisiert. Am Dienstag erhielt sie rund 100 neue Fahrzeuge, die aus EU-Fonds finanziert wurden.

Foto: Archiv der Feuerwehr- und Rettungsdienst Hradec Králové
Neue Löschfahrzeuge mit Feuerwehrspritzen, sehr hoch ausklappbare Feuerwehrleitern, aber auch Autobusse oder Spezialfahrzeuge für Taucher – das alles haben Vertreter der professionellen sowie der freiwilligen Feuerwehr am Dienstag in Prag feierlich entgegengenommen. Die Ausrüstung ist nun auf dem modernsten Stand:

„Dieses Auto hier ist ausgerüstet für Taucheinsätze, für unterschiedlichste Suchvorgänge, für das Bergen von Gegenständen aus der Tiefe, und das auch aus kontaminiertem Wasser. Dafür haben wir antichemische Spezialanzüge, die man zum Beispiel bei Ölkatastrophen nutzen kann“, beschreibt der Feuerwehrtaucher Radek Merta aus Hradec Králové / Königgrätz stolz das neue Einsatzauto und dessen Ausstattung.

Foto: Filip Jandourek, Archiv des Tschechischen Rundfunks
Die modernen Fahrzeuge werden auf die Feuerwehrzentralen aller Regionen verteilt. Nur Prag geht leer aus, denn die Hauptstadt besitzt solche Technik schon. Einiges davon sei bereits beim Hochwasser im Juni genutzt worden, wie Feuerwehr-Sprecherin Nicole Zaoralová sagt:

„Zum Beispiel wurden in Prag Autobusse mit 140 Feuerwehrleuten eingesetzt. Die Truppe half bei der Errichtung von Schutzdämmen. Voll ausgelastet waren auch die Schwerlaster, die eingesetzt wurden, um die Schlammberge oder kontaminierte Gegenstände abzutransportieren.“

Jan Žižka (Foto: Tschechisches Fernsehen)
Diese und andere Arbeiten mussten Feuerwehrleute aus ganz Tschechien im Juni auch außerhalb von Prag leisten, zum Beispiel im Dorf Hořín bei Mělník. Das bestätigt der Vizebürgermeister des Ortes, Jan Žižka:

„Wir hatten jede Menge Arbeit mit der Säuberung unserer Straßen. Auch kamen mehrere Löschfahrzeuge zum Einsatz, mit deren Hilfe die Straßen gereinigt wurden.“

Das Dorf Hořín gehört in Böhmen zu den Orten, die auch schon 2002 von der Jahrhundertflut heimgesucht wurden. Laut Žižka, der ebenso Feuerwehrmann ist, hat sich seit dieser Zeit einiges zum Besseren gewandelt:



Hořín (Foto: YouTube)
„Im Jahr 2002 waren wir natürlich auch schon im Einsatz, aber wir hatten weniger Technik zur Verfügung. Und sie hatte nicht die heutige Qualität.“

Die neue Technik, die die regionalen Feuerwehrverbände am Dienstag entgegennahmen, hat umgerechnet 40 Millionen Euro gekostet. Das Geld stammt von der EU. Dafür sei man sehr dankbar, betont Feuerwehrkommandant Drahoslav Ryba:

Drahoslav Ryba (Foto: ČT24)
„Bei der Grundausstattung, also den Löschfahrzeugen, schaffen wir es, den Fuhrpark etwa alle acht Jahre zu erneuern. Spezialtechnik ist indes erheblich teurer. Ein Löschwagen kostet um die acht Millionen Kronen, für die Höhentechnik muss man aber rund 16 bis 18 Millionen Kronen bezahlen.“

Den Kauf von weiterer Ausrüstung planen die Feuerwehrleute bereits für das kommende Jahr. Dann sollen die Feuerwehrstationen modernisiert werden, und das erneut mit Zuschüssen.