Tschechische Hilfsorganisation ADRA baut Schulen in Kashmir

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Mindestens 40.000 Menschen kamen letztes Jahr bei dem verheerenden Erdbeben in Kashmir ums Leben, hunderttausende wurden verletzt, und schätzungsweise 3,5 Mio. Menschen sind durch das Erdbeben obdachlos geworden. Nur langsam beginnt sich das Leben in der betroffenen Region wieder zu normalisieren, immer noch sind die Folgen des Bebens allgegenwärtig. Doch dank der Unterstützung internationaler Hilfsorganisationen machen sich auch erste Teilschritte hin zu einem Wiederaufbau der zerstörten Gebäude langsam aber sicher bemerkbar. Silja Schultheis berichtet über ein Projekt der tschechischen Hilfsorganisation ADRA.

Stepherd Ombsbig beaufsichtigt den Bau einer neuen Jungenschule im Bergdorf Malak, Provinz Bagh, im pakistanischen Teil von Kashmir. Sechs Klassen sollen hier, hoch in den Bergen, entstehen, erklärt er einer Mitarbeiterin des Tschechischen Rundfunks.

Diesmal werden die Schulen wesentlich sicherer sein, als vorher, erklärt Stepherd Ombsbig. Sowohl das Fundament als auch die Wände werden mit Stahlkonstruktionen gesichert und seien damit bei weitem nicht so anfällig für Beben wie die Backsteinhäuser zuvor. Die Erinnerungen an das schwere Erdbeben vor zehn Monaten sind für die meisten Bewohner von Malak allgegenwärtig. Sie haben die gesamte Lebenseinstellung der Menschen verändert, sagt Neilale, die Direktorin einer örtlichen Schule. Ebenso wie fast alle übrigen Einwohner hat sie damals innerhalb von nur 50 Sekunden alles verloren. Bis heute lebt sie mit ihrer Familie in einem Zelt.

"Vorher dachten wir an unsere Geschäfte, an unser Eigentum, an dies und jenes. Jetzt leben wir von einen Tag auf den anderen. Früher habe ich geplant, die Kinder auf eine gute Schule zu schicken und Geld zu verdienen, damit es ihnen gut geht. Jetzt denke ich anders. Wir sind dankbar, dass wir alle leben und zusammen sind."