Umbau der Neuen Bühne des Prager Nationaltheaters beginnt
Das Nationaltheater in Prag beginnt mit einem umfassenden Umbau seiner Neuen Bühne (Nová scéna). Das brutalistische Gebäude aus den frühen 1980er Jahren wird besser an den Theaterbetrieb angepasst. Das Erscheinungsbild und die wertvolle Innenausstattung bleiben erhalten.
Die Neue Bühne steht in unmittelbarer Nachbarschaft des historischen Nationaltheaters in Zentrum Prags. Das Gebäude nach dem Entwurf des Architekten Karel Prager war ursprünglich nicht für Theateraufführungen vorgesehen, und seine Gestalt war schon zu der Entstehungszeit ein Kompromiss. Das ist der wichtigste Grund für den Umbau, der an diesem Dienstag beginnt. Nach der Sanierung wird die Neue Bühne eine veränderliche Anordnung von Bühne und Zuschauerraum in einem multifunktionalen Saal mit bis zu 500 Plätzen bieten, ausgestattet mit modernster Theatertechnik und variabler Akustik.
Im Nebengebäude B erhält das Nationaltheater einen neuen Kammersaal, einen Probenraum und neue Räumlichkeiten für Bildungsprogramme. Außerdem entsteht ein neues Café, das das Theater mit dem Václav-Havel-Platz verbindet. Die technologische Modernisierung beider Gebäude soll zu Energieeinsparungen, geringeren Betriebskosten und weniger Umweltbelastung führen.
Durch die Sanierung wird das äußere Erscheinungsbild des Gebäudes, das seit 2021 unter Denkmalschutz steht, nicht verändert. Auch die architektonisch wertvollen Innenräume bleiben erhalten. Restauriert werden unter anderem die Wendeltreppe, die Wandverkleidung aus grünem Serpentin und der großzügige Leuchtkörper von Pavel Hlava und Jaroslav Štursa. Dasselbe gilt auch für die Gebäudehülle aus Glasformen, die an Fernsehbildschirme erinnern – ein Werk nach dem Entwurf von Karel Prager und den Glaskünstlern Stanislav Libenský und Jaroslava Brychtová.
Vor der Übergabe der Baustelle am Dienstag wurde das Gebäude von Premier Andrej Babiš (Partei Ano) und Kulturminister Oto Klempíř (parteilos) besichtigt. „Der Umbau der Neuen Bühne ist nicht nur eine Investition in das Gebäude, sondern vor allem in die Zukunft der tschechischen Kultur. Die Neue Bühne soll ein Ort sein, an dem neue Projekte entstehen und die tschechische Kultur auf natürliche Weise mit der Welt in Kontakt tritt“, sagte Klempíř.
Die Sanierungsarbeiten sollen zwei Jahre lang dauern. Durchgeführt werden sie vom Konsortium der Unternehmen Metrostav DIZ, OHLA ŽS und Trigema. Die Kosten sollen sich ohne Mehrwertsteuer auf 1,8 Milliarden Kronen (fast 74 Millionen Euro) belaufen.
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