Utopenci („Ertrunkene“) – der tschechische Kneipen-Klassiker
Geräucherte Brühwürste, die zusammen mit Zwiebeln in einem Sud aus Essig und Wasser eingelegt sind, gehören zu den beliebten tschechischen Kneipenspezialitäten. Man bestellt sie meist zum Bier. Aber utopenci werden auch zu Hause eingelegt, und jede Familie hat dafür ihr eigenes Rezept.
Die „Ertrunkenen“ sind bei Tschechen sehr beliebt. Davon zeugen auch die viele Rezepte im Internet. Der Sud und die Beigaben, aber auch die Gewürzmischung können zwar variieren, doch die Grundlage ist immer dieselbe: gute sogenannte Speckwürste und Zwiebeln. Mancher packt auch noch scharfe Paprika, saure Gurken oder Sauerkraut ins Glas, ein anderer kennt ein Schnellrezept mit kurzer Einlegezeit.
Erfunden hat diese Spezialität angeblich der Kneipenwirt und Müller Šamánek aus der Gegend von Beroun / Beraun westlich von Prag. Er soll überlegt haben, wie sich Speckwürste auch ohne Kühlschrank aufheben ließen, damit er sie zum Beispiel noch einem Monat später seinen Gästen vorsetzen könnte. Und der eigenartige Name soll daher rühren, dass Šamánek bei Ausbesserungsarbeiten an seinem Mühlrad ertrank. Vielleicht weist er aber auch nur darauf hin, dass die Speckwürste in einem Sud schwimmen. Wie es auch gewesen sein mag: Seit mehr als 100 Jahren schmeckt den Menschen hierzulande diese Speise.
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