Verdiente Widerstandskämpfer gegen den Kommunismus ausgezeichnet

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Verteidigungsminister Alexandr Vondra hat am Dienstag mehrere Widerstandskämpfer gegen den Kommunismus ausgezeichnet. Grundlage für die Ehrung ist das so genannte Gesetz über den Dritten Widerstand. Die neue Rechtsnorm trat am 17. November vergangenen Jahres in Kraft, also am Jahrestag der Samtenen Revolution.

Hana Truncová und Alexandr Vondra  (Foto: ČTK)
Insgesamt 23 besonders verdiente Widerstandskämpfer wurden bei der Feier geehrt, in vier Fällen mussten die Angehörigen die Auszeichnung entgegennehmen, weil die Betroffenen bereits gestorben sind. Die Geehrten sind Menschen wie Hana Truncová. Sie hatte nach der kommunistischen Machtergreifung von 1948 Menschen geholfen, in den Westen zu fliehen:

„Wir waren uns damals der Gefahren gar nicht so bewusst, wir wollten einfach etwas gegen das totalitäre Regime unternehmen.“

Vieroslav Sláma war ebenfalls Fluchthelfer und arbeitete unter anderem mit dem britischen Geheimdienst zusammen. Als das aufflog, wurde nicht nur er, sondern seine ganze Familie zu hohen Haftstrafen verurteilt:

Vieroslav Sláma  (Foto: ČT 24)
„Zusammen haben wir 50 Jahre Gefängnis bekommen, 30 Jahre davon haben wir abgesessen.“

Vieroslav Sláma selbst musste während seiner Haftzeit auch acht Jahre lang in den berüchtigten Uranstollen von Jáchymov / Joachimsthal leiden. Er erhielt am Dienstag sogar die Anerkennung als Kriegsveteran. Dies bringt dem Hochbetagten einige Vorteile. So werden ihm soziale Dienste, Kuraufenthalte und auch ein Platz im Pflegeheim bezahlt. Alle Widerstandskämpfer erhalten zudem eine einmalige Entschädigung von umgerechnet 4000 Euro sowie eine Angleichung ihrer Rente an die durchschnittlichen tschechischen Altersbezüge. Die Journalistin und ehemalige Charta-77-Sprecherin Petruška Šustrová:

Petruška Šustrová
„Ich halte die Aufstockung der Renten für das Wichtigste. Denn am schwersten war wohl das Berufsverbot, das die Leute zu schlecht bezahlten Hilfsjobs zwang. Ihre Rentenansprüche waren danach lächerlich gering gegenüber den Altersbezügen jener, die sie verfolgt hatten.“

Der Begriff Widerstandskämpfer ist im Übrigen im Gesetz sehr unklar definiert, unter wissenschaftlichen Aspekten müsste man eigentlich in den meisten Fällen von „Opfern des Kommunismus“ sprechen. Diese Gruppe stellt auch die absolute Mehrheit bei den Anträgen, die seit November vergangenen Jahres beim Verteidigungsministerium eintreffen. Insgesamt sind es bereits über 3000 Anträge. Michal Hrbata ist stellvertretender Verteidigungsminister:



Widerstandskämpfer  (Foto: ČTK)
„Die erste große Welle von 2000 Anträgen kam bereits im November und Dezember. Beim Inkrafttreten des Gesetzes am 17. November war das Ministerium trotz des Feiertags sogar besetzt, damit wir symbolisch einige Anträge entgegennehmen konnten. Ab jetzt werden wir durchgehend jeden Monat 100 bis 150 Anträge beurteilen – entweder positiv oder negativ.“

Tatsächlich hat das Ministerium einige Anträge auch bereits ablehnen müssen.