Von Prag bis in die Karibik: Festival Sculpture Line zeigt Kunst im öffentlichen Raum

Die Instalation von Johannes Pfeiffer in Olomouc

Vor zehn Jahren fand das Festival Sculpture Line zum ersten Mal statt. Mittlerweile werden die Werke namhafter Bildhauer nicht nur in Prag, sondern auch anderswo in Tschechien und der Welt im öffentlichen Raum ausgestellt.

'Abnehmen' von Václav Fiala am Vyšehrad | Foto: Sculpture Line

Das Festival Sculpture Line findet in diesem Jahr zum elften Mal statt. Seit seiner Gründung wurden 300 Installationen in 24 Staaten der Welt gezeigt. In diesem Jahr gehe es vor allem um die Intensivierung der Zusammenarbeit mit internationalen Partnern, sagt Ondřej Škarka, der Gründer des Festivals. In Olomouc / Olmütz ist so etwa eine Installation des deutschen Künstlers Johannes Pfeiffer zu sehen.

Die internationale Ausrichtung der Veranstaltung spiegelt sich aber auch darin wieder, dass die Kunstwerke zum Teil den öffentlichen Raum in anderen Ländern schmücken. Neben Wunsiedel in Oberfranken zählen zu den Veranstaltungsorten auch Luxemburg, Kópavogur auf Island und Havanna auf Kuba. In der Hauptstadt des karibischen Inselstaates zeigt der deutsche Künstler Martin Steinert in Zusammenarbeit mit der dortigen deutschen Botschaft eines seiner Holzkunstwerke.

'Archimedon' von Lukáš Rais. In der Nähe befindet sich das Kongresszentrum am Vyšehrad | Foto: Sculpture Line

Während einige der Installationen eigens für das Festival aufgebaut wurden, würden andere dauerhaft an Ort und Stelle verbleiben, sagt Ondřej Škarka:

„Wir stellen nicht mehr nur von Juni bis September aus, und dann wird alles wieder abgebaut. Manche Statuen sind dauerhaft im öffentlichen Raum zu sehen, und manche bauen wir auch im Winter auf. Es ist also gut, die Website von Sculpture Line zu verfolgen, auf der man erfährt, wo gerade welche Installation zu sehen ist. Derzeit sind es meines Wissens um die 80.“

'Acquae' von Jan Kaplický ist auf der Bastion der Prager Stadtmauer zu sehen. | Foto: Sculpture Line

Die meisten davon befinden sich in Prag. Konkret werden hier diesmal 31 Arbeiten gezeigt. So wurde bereits im vergangenen Jahr eine Statue von Jan Kaplický aufgebaut, die weiterhin Bestandteil des Programms ist. Sie trägt den Namen „Acquae“ und wurde ursprünglich für eine Ausstellung in Mailand angefertigt. Später ruhte das Kunstwerk des berühmten tschechischen Architekten zwei Jahrzehnte lang in der Nähe des Comer Sees, ohne öffentlich ausgestellt zu werden. Vergangenes Jahr wurde die Stahlkonstruktion aber nach Prag gebracht und steht nun auf der sogenannten Bastion, einem Teil der historischen Stadtbefestigung im Süden der Neustadt.

Gleich in der Nähe befindet sich das Kongresszentrum am Vyšehrad, vor dem Werke der namhaften Bildhauer Václav Fiala und Lukáš Rais aufgebaut wurden. Es lohnt aber auch ein Ausflug vor die Tore der tschechischen Hauptstadt, etwa nach Dolní Břežany.

„Der Ort ist unsere Herzensangelegenheit. Denn Dolní Břežany wird langsam zu einer richtigen Bildhauerstadt“, sagt Ondřej Škarka.

Die Instalation von Jiří David in Dolní Břežany | Foto: Sculpture Line

In diesem Jahr wurde in der Gemeinde im Süden Prags anlässlich des Internationalen Tags des Lichts eine weitere Installation eingeweiht. Sie steht vor dem ELI Beamlines, einem Forschungsinstitut, das unter anderem den leistungsstärksten Laser der Welt beheimatet und das in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag feiert. Škarka ist begeistert von der neuen Installation, die nun vor dem Gebäude thront:

„Der Künstler Jiří David hat dafür Teile verwendet, die anderweitig nicht mehr gebraucht werden. Es kommen also auch Recycling-Fans auf ihre Kosten. Das Objekt ist sehr schön und acht Meter hoch.“

Autoren: Ferdinand Hauser , Sabina Vosecká | Quelle: Český rozhlas
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