Gestohlene Barockstatue nach über 30 Jahren zurück in Tschechien

Gestohlene Barockstatue der Heiligen Ludmilla kehrt in die Tschechische Republik zurück

1994 wurde eine barocke Heiligenstatue aus einer Kirche in Mittelböhmen entwendet. Nachdem sie vergangenes Jahr bei einer Auktion in Deutschland entdeckt wurde, ist sie nun zurück in Tschechien. Die Angelegenheit ist kein Einzelfall.

Die barocke Holzstatue der Heiligen Ludmilla wurde 1994 aus der Kirche im kleinen Dorf Schořov bei Kutná Hura gestohlen. Am Mittwoch wurde sie nun im tschechischen Kulturministerium in Prag Vertretern der Diözese von Hradec Králové übergeben. Zugegen waren dabei auch Vertreter des tschechischen Denkmalschutzamtes (NPÚ) und des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg.

„Es ist kein Einzelfall, aber dennoch ist das ein großer Moment. Denn nach den wortwörtlichen Raubzügen, die bei uns in den 1990er Jahren stattfanden und bei denen Tausende Denkmäler gestohlen wurden, gelingt es uns, einzelne Gegenstände zurückzuführen“, sagte Jiří Vajčner, Referatsleiter für Kulturdenkmäler am Kulturministerium, der Presseagentur ČTK.

Jiří Vajčner | Foto: Noemi Fingerlandová,  Archiv des Tschechischen Rundfunks

Die Geschichte der Statue aus Schořov lässt sich mit einer ganzen Reihe ähnlicher Vorfälle vergleichen. Nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes wurden vor allem Kirchen und Klöster in den Grenzregionen häufig von Verbrecherbanden aufgesucht. Die gestohlenen Kunstwerke wurden anschließend auf Märkten bei den westlichen Nachbarn Tschechiens veräußert.

Schätzungen zufolge befinden sich derzeit über 10.000 entsprechende Altäre, sakrale Plastiken und weitere liturgische Gegenstände im Ausland. Das Kulturministerium bemüht sich seit langen, die Objekte ausfindig zu machen und ihren ursprünglichen Besitzern zurückzugeben. So konnten zuletzt etwa zwei steinerne Engelsdarstellungen aus dem Ort Pecka und ein Holzschnitt aus Budyně nad Ohří, der 1993 gestohlen worden war, nach Tschechien zurückkehren.

Autor: Ferdinand Hauser | Quelle: ČTK
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