Voneinander lernen: Caritas Pilsen und Regensburg arbeiten mehr als 20 Jahre zusammen

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Eines der Beispiele einer langjährigen tschechisch-bayerischen Zusammenarbeit ist die Kooperation der Caritasverbände. Der Träger der Caritas Tschechien ist die Tschechische Bischofskonferenz. Radio Prag sprach mit deren Generalsekretär Tomáš Holub und mit dem Direktor der Diözesan-Caritas in Regensburg, Roland Batz.

Tomáš Holub (Foto: ČT24)
Monsignore Holub, wie arbeitet die tschechische Caritas mit ihren Partnern in Bayern zusammen?

„Die Zusammenarbeit läuft hauptsächlich auf der Diözesan-Ebene. Denn die Diözesen, die in direkter Nachbarschaft liegen, pflegen wirklich sehr intensive Kontakte. Die Caritas der Tschechischen Republik hat sich inspiriert – und tut das bis heute – an den Schritten, die die Caritas in den jeweiligen deutschen Diözesen schon hinter sich haben. Dies betrifft beispielsweise die Sozialarbeit, die hierzulande kurz nach der Wende überhaupt nicht organisiert war. Dasselbe gilt für die Pflege von Senioren und Menschen mit Behinderung. In diesen Bereichen hat die tschechische Caritas von den deutschen Kollegen inzwischen viel gelernt.“

Roland Batz (Foto: Martina Schneibergová)
Monsignore Batz, die Caritas Regensburg arbeitet seit 21 Jahren mit ihren Kollegen in Pilsen zusammen. Auf welche Weise unterstützen Sie die dortige Caritas?

„Wir leisten einerseits eine finanzielle Unterstützung, aber sind andererseits immer da und bereit, unseren Freunden in Pilsen mit Konzepten und mit Möglichkeiten zu helfen, wie sie verschiedene Dienste aufbauen können. Wir sind immer in einem regelmäßigen Austausch, wobei wir uns regelmäßig besuchen, um auch die Erfahrungen zu vergleichen und um voneinander zu lernen.“

Gibt es Bereiche, in denen Sie auch von der tschechischen Caritas Neues lernen können?



„Wir können von der tschechischen Seite die Nähe zur Basis lernen, die bei uns mit einer organisierten Caritas in all den Jahren natürlich sehr professionalisiert worden ist. In Tschechien erleben wir ein großes ehrenamtliches Engagement und eine ehrlich gelebte Nächstenliebe, die uns sehr beeindruckt und von der wir sehr viel lernen können. Ich denke, dass es wichtig ist, dass man Eindrücke voneinander bekommt. Ich war im Juli dieses Jahres in Pilsen und konnte mir viele Einrichtungen anschauen – von der Altenhilfe bis zur Obdachlosenunterstützung. Ich war sehr beeindruckt von dem, was da geschaffen wird. Umgekehrt ist es auch so. Man muss sich nicht angleichen, es ist kein Wettbewerb, aber es kann uns gute Impulse geben. Was den Austausch von Mitarbeitern - beispielsweise zu einer kurzen Praxis - angeht, da werden wir in den nächsten Jahren noch in eine engere Kooperation treten müssen aufgrund auch der räumlichen Nähe zwischen Pilsen und Regensburg.“

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