Vor 80 Jahren: Beginn der freien Radioberichterstattung in Pilsen
Am 5. Mai 1945 begann der Prager Aufstand. Dabei wurde auch um das Gebäude des Tschechoslowakischen Rundfunks gekämpft. Bereits in den Morgenstunden besetzten Widerständler aber in Plzeň / Pilsen einen deutschen Sender.
In der Früh des 5. Mai 1945 entschied der Lehrer und Widerstandskämpfer Karel Šindler zur Tat zu schreiten. Um 8 Uhr setzte er sich mit einem Maschinengewehr hinter das Steuer und fuhr unter Beschuss von SS-Einheiten zu einem deutschen Sender. Sein Ziel: Die Station zu besetzen und die Kontrolle über die Kommunikation zu übernehmen.
In Obcizna am Zusammenfluss von Mže und Radbuza gelang es Šindler und seinen Helfern, die deutschen Soldaten zu entwaffnen und den Sender zu übernehmen. Zu den Widerstandskämpfern gehörten auch Techniker der Pilsner Post, die schnell einige Anpassungen an den Sendeapparaten vornahmen. Um 12.05 Uhr konnten so schließlich die berühmten Worte aus dem Äther schallen: „Hier spricht Plzeň, es spricht das freie Plzeň!“
Die technische Ausstattung der Radiostation war allerdings notdürftig. Der Sender war ursprünglich nicht für Rundfunkübertragungen gedacht gewesen, das Mikrophon stammte von der Flugabwehr. Die Aufforderungen und Nachrichten über das Revolutionsgeschehen wurden dennoch unermüdlich weitergegeben. 14 Tage später stellte Josef Skupa die nötige Technik als Leihgabe zur Verfügung – ein Grammophon, ein Verstärker und Mikrophone. Und so wurde unter Skupas Leitung schließlich das erste richtige Rundfunkstudio in Pilsen nach dem Zweiten Weltkrieg eingerichtet.







