Wechselhaftes Wetter: Tschechiens Imker vermelden erst Bienensterben und nun niedrige Honigerträge
Manche Imker in Tschechien vermelden, dass sie in dieser Saison nicht ein Glas Honig abfüllen konnten. Der Winter war lang, das Wetter zu wechselhaft, und außerdem wirkt noch die Bienenpest vom vergangenen Jahr nach.
Profiimker Miroslav Dvořák hält seine Bienen auf etwa 700 Meter Höhe. Die Landschaft im Mittelböhmischen Kreis, nördlich der Stadt Tábor, wird Böhmisch Sibirien genannt. Dvořák läuft bergauf und führt zu seinen Schützlingen:
„Wir kommen langsam zu einem unserer sieben Bienenhäuser. Es steht auf dem höchsten Punkt im sogenannten Böhmisch Sibirien, und hier halten wir 13 Bienenvölker. In diesem Jahr haben wir einen Ertrag von durchschnittlich 30 bis 40 Kilogramm Honig pro Bienenvolk.“
Dies sei weniger als sonst, berichtet der Züchter. Aber damit konnte Dvorák trotzdem seinen Warenbestand auffüllen – anders als einige seiner Kollegen im Land. Schon im Winter hatten zahlreiche Imker vermeldet, dass ungewöhnlich viele Bienen aufgrund der niedrigen Temperaturen verendet waren. Dvořák bestätigt:
„Bei mir war das auch so. Das Bienensterben hat uns hier in der Gegend nicht verschont. Es betraf etwa 20 Prozent unserer Tiere, und deswegen ist der Ertrag geringer.“
Sofern die Tiere dann womöglich noch durch die Bienenpest geschwächt waren, die im vergangenen Jahr in Tschechien grassierte, hätten sie in diesem Jahr kaum eine Chance gehabt, erläutert der studierte Imker Dvořák.
Denn die Wetterbedingungen waren denkbar ungünstig. Sie machten etwa auch Daniela Kováčová die Arbeit schwer. Ihre Bienenstöcke stehen in Krusičany, westlich von Benešov.
„Der Frühling kam früh. Dadurch verblühte alles schnell, und die Bienen konnten nichts sammeln. So fehlte uns bereits der erste Frühjahrshonig. Danach haben die Akazien schön geblüht. Aber es kam der Regen, und auch davon habe ich nichts. Und mit den Linden war es auch schnell vorbei.“
Darum müsse sie ihren Tieren schon jetzt zusätzliches Futter geben, klagt Kováčová. Andere Imker hatten an ihren Standorten mehr Glück mit dem Wetter. Und so würden die Züchter ganz unterschiedliche Ergebnisse der Saison vermelden, resümiert Přemysl Petrák. Er ist Gesundheitsreferent beim Imkerverband im Bezirk Benešov:
„Zum Beispiel in der Gegend um Vlašim gibt es keinen so schlechten Honigertrag. Andererseits gibt es Orte, wo die Imker in diesem Jahr nur eine Ernte abtragen konnten. Es ist also sehr individuell. Im Ganzen könnte man sagen, dass es sich eher um einen schwächeren Jahrgang als gewohnt handelt.“
Ein ganz unterschiedliches Ernteergebnis in den einzelnen Regionen sei wiederum nichts Ungewöhnliches, verlautet aus dem tschechischen Imkerverband. Dieser kündigt an, die endgültigen Zahlen für dieses Jahr würden erst Ende Oktober vorliegen.
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