Weltweit einzigartig: Neues Handgerät aus Tschechien erlaubt genaue Analyse von Drogenfunden

Lukáš Nejdl und Monika Štěpánová

Es ist ein mobiles Analysegerät, das Drogen identifiziert, deren Hersteller bestimmt und Ergebnisse zur Kriminalitätsbekämpfung vernetzt. Entwickelt wurde es von Wissenschaftlern der Mendel-Universität in Brno / Brünn. Das System, das weltweit einzigartige Funktionen bietet, hat bereits Interesse bei tschechischen und US-Sicherheitsbehörden geweckt.

Eine Box von der Größe eines kleinen Druckers, ein paar Minuten Wartezeit – und schon weiß die Polizei direkt vor Ort, woher eine beschlagnahmte Droge stammt. Entwickelt wurde das Gerät von Experten des Instituts für Chemie und Biochemie der Brünner Mendel-Universität in Zusammenarbeit mit dem tschechischen Startup Lightly Technologies. Die Forscherin Monika Štěpánová führt es vor:

Foto: Marek Hensl,  Tschechischer Rundfunk

„Wenn uns keine verbotenen Substanzen zur Verfügung stehen, simulieren wir die Funktionsweise unserer Technologie mit Medikamenten aus der Apotheke. Man kann jede beliebige Pille nehmen und sie einfach auf einen Teststreifen reiben. Dann setzt man die Testkassette in das Gerät ein und hat innerhalb von fünf bis zehn Minuten das Ergebnis.“

Štěpánová startet eine spezielle Software, die anzeigt, dass die Probe verarbeitet wird. Werde Fentanyl, Kokain oder Heroin gefunden, zeige das Gerät den Wirkstoff an und identifiziere auch den Hersteller, fügt sie hinzu.

Laut dem Agrarwissenschaftler Lukáš Nejdl vom Startup Lightly Technologies und der Mendel-Universität kann das Gerät eine breite Palette von Substanzen analysieren. Das Gerät sei so konzipiert, dass es alle pharmakologisch relevanten Substanzen testen könne – einschließlich Arzneimittel, Drogen, Gifte und toxische Stoffe, so Nejdl.

Den Entwicklern zufolge ist die reine Identifizierung der Substanz jedoch nicht das Wichtigste. Entscheidend ist vielmehr, dass das Gerät die Ergebnisse vergleichen und Zusammenhänge zwischen ihnen erkennen kann.

Foto: Marek Hensl,  Tschechischer Rundfunk

„Es kann einzelne Lieferungen und Chargen miteinander verknüpfen. So etwas kann kein anderes tragbares Gerät weltweit.“

Eben der Vergleich und die Informationen über den gemeinsamen Ursprung der Substanzen könnten für die Ermittler von entscheidender Bedeutung sein, sagt die Sprecherin der Nationalen Anti-Drogen-Zentrale, Lucie Šmoldasová:

„Gerade bei importierten Drogen, typischerweise Kokain, ist es für die Polizei wichtig, deren Herkunft zu kennen. Sie nutzt diese Information beispielsweise für die internationale Zusammenarbeit und den Informationsaustausch über kriminelle Gruppen.“

Die Entwickler arbeiten derzeit an einer noch kleineren Version des Geräts. Gleichzeitig bereiten sie die Massenproduktion vor. Laut der Sprecherin der Anti-Drogen-Zentrale hat das Gerät auch Potenzial für den Einsatz an Flughäfen oder Grenzkontrollen.

Lubor Fojtášek | Foto: VŠCHT

Die Polizei nutzt bereits verschiedene tragbare Geräte und Labormethoden zur Identifizierung unbekannter Substanzen und Drogen. Lubor Fojtášek vom Kriminaltechnischen Institut der tschechischen Polizei sagt jedoch, jede dieser Methoden habe ihre Grenzen:

„Gäbe es eine Technologie, die diese Einschränkungen beseitigen würde, ausreichend zuverlässig und verifiziert wäre und die Analyse beliebiger Substanzen in verschiedenen biologischen Matrizen ermöglichen würde, wäre sie zweifellos von großem Nutzen.“

Das Gerät soll nun im praktischen Einsatz, beispielsweise auf Festivals oder in Gefängnissen, getestet werden.

Mittlerweile haben schon Ermittler in den USA ihr Interesse an der Technologie bekundet. Die Entwickler glauben, ihr Gerät könnte weltweit zum Standard in der Polizeiarbeit werden.

Autoren: Markéta Kachlíková , Marek Hensl
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