„Willkommen im Böhmerwald!“ – Emil könnte die tschechische Elchpopulation stärken

Der populäre Elch Emil, der nach seiner wochenlangem Wanderung in Tschechien in den vergangenen Wochen durch Österreich zog, ist am Montagmorgen betäubt und an den Rand des Böhmerwalds gebracht worden.

Der Grund war, wie Nachrichtenagentur ČTK berichtete, dass der Elch nahe Sattledt im Begriff war, über den Zaun in Richtung der Westautobahn zu steigen. Als Emil von der Betäubung wieder aufwachte, wurde er nahe dem Nationalpark Böhmerwald in die Freiheit entlassen.

Das wanderfreudige Jungtier könnte die Genetik der Elchpopulation am Lipno-Stausee stärken, sagte der Sprecher des Nationalparks Šumava, Jan Dvořák, am Montag der Nachrichtenagentur ČTK. In der Umgebung des Stausees gebe es die einzige bedeutendere Elchpopulation in Tschechien, so der Sprecher. Am rechten Lipno-Ufer leben demnach bis zu 15 Elche. Falls Emil auf tschechischer Seite bleiben und sich in der Umgebung von Lipno aufhalten würde, wäre dies dem Sprecher zufolge eine gute Nachricht.

Früher lebte eine Population dieser Großtiere in der Umgebung von Třeboň. Zu Zeiten des kommunistischen Regimes seien Elche aus Polen über die damalige Tschechoslowakei nach Südböhmen gekommen und wegen des Eisernen Vorhangs dort geblieben, erläuterte der Leiter der südböhmischen Zweigstelle der tschechischen Agentur für Natur- und Landschaftsschutz (AOPK), Jiří Bureš, gegenüber der Presseagentur ČTK. Derzeit kann laut dem Experten nicht ausgeschlossen werden, dass von Zeit zu Zeit ein Elch nach Südböhmen kommt und weiter nach Österreich wandert. Elche würden viel migrieren und nur während der Paarungszeit nach einem Partner suchen, so Bureš.

Elch Emil tauchte Anfang Juni in Mähren auf und erhielt sofort große Aufmerksamkeit von der Öffentlichkeit. Anfang August besuchte er kurz die Slowakei. Anschließend führte sein Weg nach Österreich. Seit Montag trägt er eine Ohrmarke mit dem GPS-Sender. Dies ermöglicht, seine Bewegung wissenschaftlich zu dokumentieren.

Autor: Martina Schneibergová | Quelle: ČTK
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