Wimbledon schlägt Olympia: Petra Kvitová ist Sportlerin des Jahres

Petra Kvitová (Foto: ČTK)

Tennisspielerin Petra Kvitová ist tschechische Sportlerin des Jahres 2014. In der Umfrage des Klubs der Sportjournalisten setzte sich die Wimbledonsiegerin gleich gegen zwei Olympiasiegerinnen durch.

Petra Kvitová (Foto: ČTK)
„Beste Sportlerin des Jahres ist mit einem Vorsprung von zehn Punkten Petra Kvitová “, so erklang es am Montagabend auf dem Podium im Prager Hotel Hilton.

Petra Kvitová spielte im Frühjahr 2014 kein glänzendes Tennis. In Wimbledon waren ihre Leistungen aber wieder herausragend. Im Finale besiegte die Tschechin nach 55 Minuten die Kanadierin Eugenie Bouchard und feierte den zweiten Wimbledon-Sieg in ihrer Tennis-Karriere. Im Herbst spielte Kvitová auch noch die tragende Rolle im Fed-Cup-Finale. Die 24-Jährige setzte sich gegen Andrea Petkovic durch und holte in einem dramatischen Spiel gegen Angelique Kerber den entscheidenden dritten Punkt für das tschechische Team.

Petra Kvitová (Foto: David Kubíček, Archiv des Tschechischen Rundfunks)
Petra Kvitová wurde bereits zum zweiten Mal zur Sportlerin des Jahres gewählt. Zum ersten Mal gewann sie bei der Umfrage, die vom Klub der Sportjournalisten durchgeführt wird, im Jahr 2011. Den diesjährigen Sieg schätze sie jedoch mehr, denn in diesem Jahr sei die Konkurrenz viel stärker gewesen, meinte die Tennisspielerin nach der Bekanntgabe der Resultate:

„Ich glaube, dass ich die zweitbeste Saison in meiner bisherigen Sportkarriere hinter mir habe. 2011 habe ich neben Wimbledon zwar noch das Turnier der besten acht Spielerinnen der Welt gewonnen. Aber Wimbledon bleibt Wimbledon. Ich habe mich sehr danach gesehnt, das Turnier zum zweiten Mal zu gewinnen und das ist mir in diesem Jahr gelungen. Es freut mich, dass ich so viele Stimmen bekommen habe, um die Krone für den Sportler des Jahres in Tschechien zu gewinnen.“

Petra Kvitová in Wimbledon (Foto: Pavel Lebeda / Česká sportovní, Wikimedia CC BY-SA 3.0 CZ)
In Erinnerung behalten habe sie von dieser Saison insbesondere zwei Spiele, sagt Kvitová:

„Das war das Wimbledon-Finale. Es verlief irgendwie leicht und schnell. Die Hauptsache ist, dass es gut geendet hat. Das zweite Spiel, das ich nicht vergesse, war das Spiel im Fed-Cup-Finale gegen Angelique Kerber. Das war ein Match um alles, psychisch sowie physisch sehr anspruchsvoll. Ich glaube, dass wir damals beide nach dem Sieg gegriffen haben.“

Als nächstes will die Tennisspielerin die Weihnachtstage genießen. Geschenke habe sie schon lange vorher besorgt, sagt sie:

Eva Samková (Foto: ČTK)
„Der Massenhysterie mit den Weihnachtseinkäufen kann ich zum Glück aus dem Weg gehen, ich schiebe das nicht auf bis zum letzten Moment. Am Heiligen Abend bin ich bei meinen Eltern in Fulnek und werde auch meinen Freund besuchen.“

Petra Kvitová siegte in der Umfrage mit nur zehn Punkten Vorsprung vor der goldenen Snowboarderin von Sochi, Eva Samková. Dritte wurde eine weitere tschechische Olympiasiegerin, die Eisschnellläuferin Martina Sáblíková. Petra Kvitová freute sich am Montag noch über einen weiteren Sieg. Das tschechische Fed-Cup-Team wurde zur Mannschaft des Jahres gewählt. Den zweiten Platz belegte in der Abstimmung die Biathlon-Mixed-Staffel, die Olympia-Silber gewann. Dritte war die tschechische Fußball-Nationalmannschaft. Durchgehend seit 2006 ist der Thron der besten tschechischen Sportler in weiblicher Hand. Der bislang letzte Mann, der zum Sportler des Jahres gewählt wurde, war der Eishockeyspieler Jaromír Jágr, der 2005 den Titel gewann.