Wintertraum mit Josef Lada: Weihnachtsmarkt auf dem Altstädter Ring

Foto: Martina Schneibergová

Der Advent rückt näher und damit auch die Eröffnung der Weihnachtsmärkte. Auf dem Altstädter Ring in Prag laufen die Vorbereitungen auf vollen Touren. Der Weihnachtsbaum steht schon vor der Teynkirche, er muss allerdings bis zum kommenden Samstag noch geschmückt werden.

Foto: Martina Schneibergová
Im Unterschied zu früheren Jahren verzichten die Veranstalter der Weihnachtsmärkte aus Sicherheitsgründen diesmal darauf, den Weihnachtsbaum in einem feierlichen Akt zu erleuchten. Der Grund sind die Terroranschläge von Paris. Die Veranstalter haben vor allem Angst vor einer möglichen Panik in der Menschenmenge. Diese könnte schon dadurch entstehen, dass jemand einen Böller wirft, sagt Libor Votruba von der Gesellschaft Taiko. Dennoch müssten die Besucher nicht völlig auf das Erleuchten des Baums verzichten:

„An jedem Advent-Wochenende wird der Weihnachtsbaum bei Dämmerung erleuchtet. Dazu erklingt immer Musik – konkret der Furiant von Antonín Dvořák. Am Samstag, 28. November, wird der Weihnachtsbaum allerdings irgendwann während des Tages zum ersten Mal erleuchtet.“

Foto: Martina Schneibergová
Die diesjährigen Weihnachtsmärkte im historischen Stadtzentrum stehen im Zeichen des altböhmischen Weihnachtsfestes. Die Inspiration dazu haben die Veranstalter beim tschechischen Maler Josef Lada gefunden. Es sei fast nicht zu glauben, dass bei der Gestaltung von Weihnachtsmärkten noch nie zu Ladas Bildern gegriffen worden sei, sagt Designerin Kateřina Hájková.

„Die Winterlandschaften von Josef Lada sind hierzulande sehr beliebt, man verbindet sie immer mit Weihnachten. Am Weihnachtsbaum werden wortwörtlich Fenster in altböhmischer Tradition geöffnet, so wie sie auf Ladas Bildern dargestellt sind. Unter dem Baum wird ein böhmisches Dorf mit Figuren von Josef Lada zu sehen sein. Der Baum sowie die gesamte Dekoration sind diesmal in Weiß und Gold. Kleine Fenster mit Ladas Bildern werden auch in den Giebeln der Marktstände zu sehen sein. Eine Neuheit stellen in diesem Jahr die sogenannten ‚Foto-Ecken‘ dar: Vor den Winterszenen von Josef Lada kann man sich fotografieren lassen.“

Josef Lada (Enkelsohn des Malers) und Kateřina Hájková (Foto: Martina Schneibergová)
Josef Lada – so heißt auch der Enkelsohn des Malers. Er zeigte sich froh, dass sich die Veranstalter der Prager Weihnachtsmärkte gerade bei seinem Großvater inspirieren ließen.

„Für unsere Familie ist es eine Ehre. Ich bin einige Male mit den Designern zusammengetroffen, und wir haben gemeinsam einige graphische Entwürfe ausgesucht, die dann weiter bearbeitet wurden. Ich bin persönlich sehr neugierig darauf, wie die Illustrationen und Zeichnungen in Vergrößerung wirken werden. Das Werk von Josef Lada ist sehr umfangreich. Der Teil, der sich auf Winterlandschaften und Weihnachten konzentriert, ist meiner Meinung nach eine passende Ergänzung zu den Weihnachtsmärkten.“

Vorbereitung der Stände auf dem Altstädter Ring (Foto: Martina Schneibergová)
Auf dem Altstädter Ring wird es über 90 Stände geben. Der Weihnachtsbaum ist mit insgesamt 600 Kugeln geschmückt, auf dem gesamten Markt sind es 12.000 Kugeln. Designerin Hájková zufolge werden zudem 20.000 Leuchtdioden den Markt erhellen.

Aber nicht nur auf dem Altstädter Ring, sondern auch auf dem Wenzelsplatz gibt es seit Jahren bereits einen Weihnachtsmarkt. Dort wird jedoch ein künstlicher Baum in Form eines Kometen stehen sowie 60 Stände. Auf dem Markt auf dem Altstädter Ring ist die ganze Zeit lang ein buntes Programm geplant, dabei treten Musikensembles aus Tschechien und dem Ausland auf.

Die Weihnachtsmärkte im Prager Stadtzentrum werden am 28. November eröffnet, sie dauern bis 6. Januar 2016.