Wirtschaftswochen-Rückblick: 2. bis 9. Juli 2014

Foto: Archiv Pilsner Urquell

Die Mai-Daten der tschechischen Industrieproduktion und des Außenhandels verheißen nichts Gutes, der Autohersteller Škoda und die Brauerei-Gruppe Pilsner Urquell verbuchten indes Rekordergebnisse. Das sind nur einige Wirtschaftsthemen der vergangenen Woche. Die Berichte dazu sind im aktuellen Wirtschafts-Czech zusammengefasst, es sind Meldungen von 2. bis 9. Juli 2014.

Foto: Archiv ZVU Potez
Die makroökonomischen Zahlen im Mai haben die Wirtschaft enttäuscht. Die tschechische Industrieproduktion legte so langsam zu wie in diesem Jahr bisher noch nicht, und der Außenhandelsüberschuss fiel vergleichsweise niedrig aus. Bei der Industrieproduktion im Mai maß das Statistikamt nur noch einen Anstieg von 2,5 Prozent, im April hatte noch ein kräftiges Wachstum von 7,7 Prozent zu Buche gestanden. Zudem fiel die Bilanz des Außenhandels mit einem Plus von 13 Milliarden Kronen (481 Millionen Euro) geringer aus als erwartet. Laut den Wirtschaftsanalysten wirkten sich hier die Mai-Feiertage aus sowie die niedrigeren Ergebnisse der Industrie in Deutschland.


Foto: Archiv Škoda Auto
Den enttäuschenden Makro-Zahlen stehen positive Ergebnisse von Škoda gegenüber. Im Mai lieferte der tschechische Autohersteller 91.200 Wagen an die Kunden. Dies waren 15,2 Prozent mehr als im selben Monat des vergangenen Jahres, und somit war es das beste Mairesultat des Herstellers überhaupt. Für Juni verzeichnete die tschechische VW-Tochter sogar eine absolute Spitzenleistung: Weltweit rollten über 98.000 Škoda-Automobile vom Band. Dies ist für die Firma eine Rekordzahl während eines Monats.


Foto: Archiv Pilsner Urquell
Positives verzeichnete auch die Brauerei-Gruppe Plzeňský Prazdroj (Pilsner Urquell). Diese hat im vergangenen Finanzjahr einen Gewinn von mehr als 3,5 Milliarden Kronen (ca. 130 Millionen Euro) vor Steuern gemacht. Das ist ein Zuwachs von fast fünf Prozent gegenüber dem vorherigen Finanzjahr, das von April 2012 bis März 2013 lief. Die Umsätze der Aktiengesellschaft, zu der die Biermarken Pilsner Urquell, Gambrinus, Velkopopovický Kozel und Radegast gehören, lagen im gleichen Zeitraum bei über 13 Milliarden Kronen (ca. 480 Millionen Euro). Das heißt indes, dass die Umsätze im Finanzjahr 2013/14 um zwei Prozent geringer waren als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Den Rückgang des Bierkonsums auf dem Binnenmarkt hat die Urquell-Gruppe indes durch den Export kompensieren können. Die Bierausfuhr der AG erreichte im vergangenen Jahr ein neues Rekordergebnis – sie überstieg zum ersten Mal die Marke von einer Million Hektoliter.


Foto: ČT24
Die Tschechischen Bahnen haben sich bei der Vergabe der Betreiberrechte für zwei überregionale Strecken gegen den Konkurrenten Arriva durchgesetzt. So wird das Staatsunternehmen weiter die Strecken zwischen Liberec / Reichenberg in Nordböhmen und Pardubice in Ostböhmen sowie zwischen Plzeň / Pilsen in Westböhmen und Most / Brüx in Nordböhmen bedienen können. Dies entschied das Verkehrsministerium am Donnerstag der vergangenen Woche. Das britische Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, Arriva, betreibt bisher in Tschechien nur regionale Bahnstrecken.


Foto: Sgaba, Wikimedia CC BY-SA 3.0
Der tschechische Waffenhersteller Česká zbrojovka zbrojovka aus Uherský Brod wird zukünftig die föderative Polizei in Mexiko beliefern. Diese gilt als eine der am besten ausgerüsteten Sicherheitskräfte im Land. Ihr Aufgabengebiet liegt hauptsächlich in der Bekämpfung der Drogenkartelle. Die Waffenfabrik wird den Mexikanern 2600 Bren-Sturmgewehre und 5000 Pistolen CZ P-09 liefern. Der Gesamtwert des Auftrags beträgt 180 Millionen Kronen (6,66 Millionen Euro). Für das tschechische Unternehmen ist vor allem die Lieferung von Sturmgewehren enorm wichtig. Der Kontrakt mit der mexikanischen Polizei bedeutet nämlich gleichzeitig die erste Lieferung dieser neuen tschechischen Waffen ins Ausland.