Zaoralek zum Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses erst im zweiten Wahlgang gewählt

Zaorálek und Klaus, Foto:CTK

Schließlich ist es doch nicht zu einer Überraschung gekommen - der Sozialdemokrat Lubomír Zaorálek wurde zum Vorsitzenden des Abgeordnetenhauses gewählt und nicht Vaclav Klaus, der überraschend auch für diesen Posten kandidierte. Die knappe Stimmenmehrheit der neuen Regierungskoalition erwies sich jedoch nicht als hundertprozentig verlässlich. Martina Schneibergová fasst den Verlauf der konstituierenden Sitzung des neuen Unterhauses im Parlament zusammen:

Zaorálek und Klaus, Foto:CTK
Lubomír Zaorálek gelang es nicht im ersten Wahlgang, seinen einzigen Gegenkandidaten - den Vorsitzenden der Bürgerdemokraten und bisherigen Abgeordnetenchef Václav Klaus zu besiegen. Die notwendigen 101 Abgeordnetenstimmen erhielt Zaorálek erst im zweiten Wahldurchgang. Es handelte sich um eine Geheimwahl. Im ersten Wahlgang bekam er um zwei Stimmen weniger - dies bedeutet, dass er aller Wahrscheinlichkeit nach von zwei seiner Parteikollegen nicht unterstützt wurde. Die Abgeordneten des Bündnisses "Koalice" behaupten, sie hätten alle Zaorálek ihre Stimme gegeben. Nach Informationen der Tageszeitung Mladá fronta Dnes hat keiner der Kommunisten Zaorálek unterstützt, dafür hat fast die Hälfte der kommunistischen Abgeordneten die Stimme Václav Klaus gegeben.

Zaorálek stellte nach der Wahl fest, er sei sehr froh, dass die Koalition funktioniert. Es schien ihm weniger bedeutend, dass er erst beim zweiten Versuch gewählt wurde. Václav Klaus brachte seine Zufriedenheit damit zum Ausdruck, dass es gelang, zu beweisen, dass es die Koalition im Unterhaus nicht einfach haben wird.

Der neue Abgeordnetenchef Zaorálek räumte ein, er sei bei der Leitung der konstituierenden Sitzung etwas unsicher gewesen:

"Der erste Verhandlungstag - das war schon eine kalte Dusche, aber ich bin mir dessen bewusst, dass es gut ist, die Verhandlungsordnung in kämpferischer Atmosphäre zu lernen. Ich bin froh, dass wir es ganz gut gemeistert haben, dass alles, was auf dem Programm stand, behandelt wurde."

Von den sechs Kandidaten für die Posten der Vizevorsitzenden wurden bislang jedoch nur Sozialdemokratin Jitka Kupcova und Christdemokrat Jan Kasal gewählt. Die anderen vier Kandidaten waren nicht einmal beim zweiten Wahlgang erfolgreich.