Zátopek in Karlsruhe, MusikCzech und vieles mehr

Mit einem rappelvollen Programm wird Sie in den nächsten Minuten Till Janzer zum Hörerforum empfangen. Diesmal stellen wir Ihnen den Siegerbeitrag unseres großen Hörerwettbewerbs vor und werden erneut versuchen, auf einige Ihrer Fragen, liebe Hörerinnen und Hörer, zu antworten.

Wir haben uns in den zurückliegenden zwei Wochen erneut über Ihre zahlreichen Zuschriften gefreut. Es waren viele Empfangsberichte darunter. Einigen haben Sie, liebe Hörerinnen und Hörer, auch ein paar Zeilen oder sogar ganze Briefe hinzugefügt. Genau dafür möchte ich mich bedanken zum Beispiel bei Bernhard Westhölter aus Wermsdorf, Helmut und Linda Matt aus Herbolzheim in Baden, Helmut Schafheitle aus Singen am Hohentwiel, Engelbert Borkner aus Hildesheim sowie Walter und Helga Baier aus Ober Grafendorf in Österreich.

Bevor ich mich dem heutigen Hauptthema zuwende, möchte ich noch auf die eine oder andere Bemerkung oder Frage von Ihnen antworten. Obwohl sie ja gerade zu Ende gegangen ist, beginne ich mit der Fußball-Europameisterschaft. In einigen Ihrer Zuschriften haben Sie bedauert, dass das tschechische Team vorzeitig ausgeschieden ist. Wir haben das hier in unserer Prager Redaktion auch traurig gefunden. Bernd Seiser schreibt dazu: „Drei Tore in 15 Minuten durch die Türkei waren leider doch zuviel. Ich hoffe auf eine erfolgreiche Qualifikation zur WM 2010 in Südafrika.“Wolfgang Elsässer findet, dass wir etwas zu hart die Leistung der tschechischen Nationalmannschaft beurteilt hätten: „Ich bin nicht der Meinung, dass sie schlecht spielt, und ich hätte mich wirklich gefreut, wenn sie das spannende Spiel gegen die Türkei gewonnen hätte.“

Foto: ČTK
Selbiges war natürlich auch der Wunsch aller Fußballbegeisterten in unserer Redaktion. Das nächste Ziel ist die Weltmeisterschaft in zwei Jahren. Zuerst muss aber ein Nachfolger für Nationaltrainer Karel Brückner her. Die Suche im tschechischen Fußballverband läuft derzeit noch. Kandidat neben mehreren tschechischen Trainern ist auch der ehemalige Trainer von Bayer Leverkusen, Klaus Toppmöller. Ich persönlich bin jedenfalls gespannt, ob die Wahl diesmal auf einen Ausländer fällt.


Für unseren Hörerbriefkasten hatten wir Sie zu Ihrer Meinung gebeten, welche Sendungen mehr Sendezeit vertragen könnten. MusikCzech wurde dabei genannt. Lutz Winkler schreibt dazu: „Eigentlich bin ich dafür und so kommt mein ´Ja, aber´: Welche Sendung sollte dafür geopfert werden? Da bin ich etwas gespalten: einerseits mehr Musik, andererseits die gleichen Informationsbeiträge. Nun, das ist schwer zu sagen und eine Lösung habe ich auch nicht. Aber vielleicht gibt es die eine oder andere Wiederholung, die mir gar nicht auffällt und die gestrichen werden könnte. Die Sendung MusikCzech ist jedenfalls meine Nummer 1 bei Ihnen!“

Herr Winkler, uns freut es natürlich, dass wir mit unserer neuen Sendung den richtigen Nerv getroffen haben. MusikCzech häufiger als einmal die Woche zu senden, bietet sich jedoch nicht an, weil wir eine ausgeglichene Themenverteilung anstreben. Musik nehmen wir aber auch ansonsten gerne ins Programm, und da vor allem in unserem Kultursalon. Am zurückliegenden Wochenende haben wir beispielsweise den Jazz-Klarinettisten Pavel Smetáček porträtiert.


Leider werde ich diesmal nicht dazukommen, auf alle Ihre Fragen einzugehen, denn wie Sie vielleicht eingangs gehört haben, wollen wir heute noch aus dem Siegerbeitrag unseres großen Hörerwettbewerbs vorlesen. Deswegen können wir erst im Hörerforum in zwei Wochen zum Beispiel Michael Lindner auf seine Frage nach den Burgen und Schlössern versuchen eine Antwort zu geben, genauso wie Christoph Preutenborbeck, der nach der Verbreitung des Internets in Tschechien fragt.

Nun aber endlich zum großen Hörerwettbewerb von Radio Prag. Ich freue mich, dass wir als deutschsprachige Redaktion diesmal wieder den Sieger stellen. Es ist Jörg Teuschl aus Kraichtal-Unteröwisheim. Gratulation! Ihren Beitrag, Herr Teuschl, fand nicht nur unsere Redaktion ausgesprochen schön, sondern auch meine Kollegen aus den anderssprachigen Redaktionen.

Wir hatten ja die Frage gestellt, welcher tschechische Sportler Sie am meisten beeindruckt hat und warum. Bei Jörg Teuschl war es die „Lokomotive aus Prag“, wie er genannt wurde, also Emil Zátopek. Herr Teuschl beschreibt, wie er im Dorfkino als Junge die Übertragungen der Olympischen Sommerspielen 1952 aus Helsinki verfolgt hat und dann selbst im Langstreckenlauf-Wettbewerben versuchte, den Laufstil von Zátopek nachzuahmen. In Helsinki hatte Zátopek dreimal Gold gewonnen: über 5000 Meter, über 10.000 Meter und zudem im Marathon. In seinem Wettbewerbsbeitrag schreibt Jörg Teuschl über die Begegnung mit seinem Idol im Jahr 1955:

„Das war, als man in Karlsruhe das neu erbaute Wildparkstadion auch mit Leichtathletik-Wettbewerben einweihte. Stargast war Emil Zátopek, der seinen Langlauf souverän gewann. Als Siegerpreis erhielt er ein funkelnagelneues Moped. Da der Star mit der Bedienung des Gefährts nicht vertraut war, wies man ihn ein und unser Idol brauste los zur umjubelten Ehrenrunde. Bis heute weiß ich nicht, ob Zátopek nicht anhalten konnte oder wollte. Auf jeden Fall folgte Ehrenrunde auf Ehrerunde und das Stadion tobte, bis man schließlich ´Abfangjäger´ einsetzte, um einigermaßen im Zeitplan zu bleiben. Doch immer, wenn diese sich dem kühne Helden näherten, gab dieser Gas und die armen Kerle hechelten schweißüberströmt hinterher. Doch viele Hunde sind bekanntlich des Hasen Tod und Emil Zátopek konnte gestoppt werden. Unter dem frenetischen Jubel der circa 50.000 Zuschauer wurde der sympathische und spitzbübische Wunderläufer von der Aschenbahn geleitet.“

Soweit die Begegnung mit dem großen tschechischen Leichtathleten. Jörg Teuschl fügt dem noch an:

„Ich werde Emil Zátopek, seine grandiosen Erfolge und die herrliche Episode im Karlsruher Wildparkstadion nie vergessen. Seine läuferische Meisterschaft und sein bescheidene Art verdienen auch heute noch meinen größten Respekt.“

Diesen Worten können sich, denke ich, auch viele weitere unserer Hörer anschließen. Jörg Teuschl hat mit seinem Beitrag zu Zátopek im Übrigen eine einwöchige Reise nach Prag gewonnen. Wir würden Ihn während seines Aufenthalts auch gerne zu einem Besuch bei uns in der Redaktion begrüßen können.


Noch sind wir nicht ganz am Ende für heute. Denn ich bin Ihnen noch schuldig, weitere Gewinner zu nennen – und zwar die unseres kleinen Hörerforum-Wettbewerbs. In der vergangenen Ausgabe hatte mein Kollege Pavel Polák Sie nach dem Komponisten und einer bekannten Melodie gefragt. Richtig erkannt, dass es die Humoreske op. 101 Nr.7 von Antonín Dvořák ist, die auch „Eine kleine Frühlingsweise“ heißt, haben folgende Hörer:

Fritz Andorf aus Meckenheim, Wolfgang Elsässer aus Künzelsau, Werner Hoffmann aus Güstrow und Ulrich Wicke aus Felsberg. Auf Sie wartet ein kleines Geschenk von Radio Prag.

Und damit bin ich für heute am Ende der Sendung angelangt. Ich hoffe, Sie schalten auch in zwei Wochen wieder zu, wenn erneut Zeit für das Hörerforum gekommen ist. Vielen dank für Ihre Zuschriften und machen Sie es gut!