Zeichen einer neuen Energiepolitik: Vor fünf Jahren wurde das Kohlekraftwerk Mělník III abgeschaltet
Mělník III wurde am 17. August 2021 vom Netz genommen. In dem früheren Braunkohlekraftwerk werden bald Gas- und Dampfturbinen die Prager Haushalte mit Wärme versorgen.
Etwa 30 Kilometer nördlich von Prag befindet sich das Kohlekraftwerk Mělník. Als der dritte Block dort im Jahr 1981 in Betrieb genommen wurde, war er die größte Anlage in der Tschechoslowakei, in der Wärmeenergie aus Braunkohle gewonnen wurde. Mit einer anfänglichen Jahresleistung von 500 Megawatt wurde der Block zu einer Säule der landesweiten Energieversorgung. In der fast 40-jährigen Geschichte lieferte Mělník III über 77 Millionen Megawattstunden Energie.
In Tschechien ist jedoch mittlerweile der Kohleausstieg beschlossen. Dadurch entstanden auch für Mělník III neue Nutzungsansprüche. Die Turbinen wurden im Februar 2021 endgültig angehalten, und am 17. August wurde das Werk offiziell aus dem Energienetz Tschechiens ausgegliedert. Darauf folgte der Rückbau der Anlage. Einige Teile kamen in anderen Betrieben erneut zum Einsatz.
Strategische Bedeutung
Der Betreiber, der halbstaatliche Energiekonzern ČEZ, modernisiert nach und alle seine Kohlekraftwerke und stattet sie mit Niedrigemissionstechnologien aus. In Mělník entsteht nun die größte Gas- und Dampfanlage Tschechiens, und bis zum Jahr 2030 sollen dort auch die Kohleblöcke I und II abgeschaltet werden.
Der Standort behält aber seine strategische Bedeutung. Er liefert nämlich die Wärme für rund 250.000 Abnehmer in Prag und Umgebung, darunter Privathaushalte, Schulen, Krankenhäuser und Ämter. Die Transformation in Mělník ist so auch ein Symbol für einen breiten Trend in der Region. Der Übergang von der Kohle hin zu sauberen Technologien soll klimaschädliche Emissionen senken und gleichzeitig Energiesicherheit gewährleisten.







