Tschechische Firmen machen Vattenfall Angebote für Braunkohle

Foto: Edal Anton Lefterov, CC BY-SA 3.0

Wie angekündigt haben drei tschechische Energieunternehmen Vattenfall Kaufangebote für die Braunkohle-Sparte in Ostdeutschland gemacht. Es handelt sich um den halbstaatlichen Energiekonzern ČEZ, um die Kraftwerksgesellschaft Vršanská uhelná aus der Unternehmensgruppe Czech Coal des Finanzmagnaten Pavel Tykač sowie eine gemeinsame Firma der Energie- und Industrieholding EPH und der Investmentgruppe PPF sein.

Foto: Edal Anton Lefterov, CC BY-SA 3.0
Das Angebot umfasse den Kauf der Tagebaue sowie der Braunkohle- und Wasserkraftwerke, teilte ČEZ am Montag in Prag mit. Vattenfall hat nach Medienberichten potenzielle Käufer gebeten, bis Weihnachten ein unverbindliches Angebot vorzulegen. Seit Herbst 2014 ist bekannt, dass der Konzern seine Braunkohlesparte in Brandenburg und Sachsen abstoßen will. Nach Informationen der Presseagentur DPA soll bis Ende Januar die Prüfung der unverbindlichen Angebote abgeschlossen sein.

Vattenfall äußerte sich zum Stand des Verkaufsprozesses nicht. Ein Käufer soll bis zum nächsten Sommer feststehen. Wie viele Interessenten es für das zweitgrößte deutsche Braunkohlerevier nach dem rheinischen Revier gibt und ob weitere Angebote eingegangen sind, ist unklar. Medienberichte hatten auch den Energiekonzern Steag in Essen als möglichen Kaufinteressenten ins Gespräch gebracht sowie die australische Investitionsgruppe Macquarie. Der Verkaufspreis könnte gemäß früheren Schätzungen bei 3,5 Milliarden Euro liegen. Die Presseagentur Reuters schrieb jedoch am Freitag, dass ihren Informationen nach der Wert der ostdeutschen Braunkohlesparte von Vattenfall niedriger liege, und zwar bei 2,5 Milliarden Euro.

Vattenfalls Kohlesparte in der Lausitz (Foto: Lutki, CC BY-SA 3.0)
In den betroffenen Gebieten in der Lausitz befürchten viele Anwohner eine Ausweitung des Tagebaus durch den möglichen neuen Eigner. Entsprechende Pläne hatte Vattenfall bereits vor einigen Jahren präsentiert. Ende November demonstrierten daher Betroffene, Umweltschützer und Politiker unter anderem vor der Prager Konzernzentrale von ČEZ.

Autor: Till Janzer
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