Zelenkas "Teufelsjahr" gewann den Kristallglobus auf dem Filmfestival in Karlovy Vary

Sean Connery, Foto:CTK

Der feierliche Abschluss des 37. internationalen Filmfestivals in Karlovy Vary (Karlsbad) am letzten Samstag wurde durch eine unangenehme Tatsache überschattet: Der erwartete größte Star des Festivals, Sean Connery, der einen Preis für sein Lebenswerk übernehmen sollte, ist letztendlich nicht gekommen, da ihn eine Erkrankung daran hinderte. Die Organisatoren mussten sich mit dieser unangenehmen Absage im letzten Augenblick abfinden, demgegenüber konnten sie sich jedoch über eine Rekordteilnahme der Zuschauer freuen, deren Zahl sich den 11 Tausend näherte. Das Programmangebot bewegt sich seit einigen Jahren um 300 Filme, diese wollen aber von immer mehr und mehr Leuten gesehen werden. Die Hauptaufgabe für die Festivalleitung, aber auch für die Stadt Karlovy Vary für die kommenden Jahre ist es daher, neue Räume und Kinosäle für das Festival zu finden.

Jiri Bartoska, Direktor des Festivals und Petr Zelenka, Foto:CTK
Der feierliche Abschluss des 37. internationalen Filmfestivals in Karlovy Vary (Karlsbad) am letzten Samstag wurde durch eine unangenehme Tatsache überschattet: Der erwartete größte Star des Festivals, Sean Connery, der einen Preis für sein Lebenswerk übernehmen sollte, ist letztendlich nicht gekommen, da ihn eine Erkrankung daran hinderte. Die Organisatoren mussten sich mit dieser unangenehmen Absage im letzten Augenblick abfinden, demgegenüber konnten sie sich jedoch über eine Rekordteilnahme der Zuschauer freuen, deren Zahl sich den 11 Tausend näherte. Das Programmangebot bewegt sich seit einigen Jahren um 300 Filme, diese wollen aber von immer mehr und mehr Leuten gesehen werden. Die Hauptaufgabe für die Festivalleitung, aber auch für die Stadt Karlovy Vary für die kommenden Jahre ist es daher, neue Räume und Kinosäle für das Festival zu finden.

Eine weitere Freude brachten dem Gastgeberland die Ergebnisse des Wettbewerbs, aus dem sowohl in der Kategorie der Spiel- als auch in der der kurzen Dokumentarfilme tschechische Streifen als Sieger hervorgingen. Im Filmdokument war es der Streifen "Gemeinde B." von dem jungen Regisseur Filip Remunda: eine Sonde ins Leben von Blsany, das wohl die kleinste Gemeinde der Welt ist, deren Fußballverein in der nationalen Liga spielt. Der Kristallglobus im Hauptwettbewerb ging dann an den tschechischen Streifen Rok dabla (die Übersetzung ins Deutsche kann etwa "Das Jahr des Teufels" heißen) von Petr Zelenka. Es handelt sich um ein fiktives Dokument, eine Mystifizierung, die die Freundschaft von zwei realen und hierzulande sehr beliebten tschechischen Liedermachern sowie deren Treffen mit anderen Musikern darstellt. Kann ein solcher Film auch ausländische Zuschauer überhaupt ansprechen, fragte ich ein Mitglied der Hauptjury, die deutsche Schauspielerin Bibiana Beglau:

"Ich glaube, dass ein Film, der ein gutes Thema und ein großes Herz hat, auf jeden Fall immer fähig ist, auch die Landesgrenze zu sprengen. Was sehr schön ist, er erzählt etwas Landestypisches, dieses Liedermachen, und ich hatte aber das Gefühl, dass ich jetzt etwas über Musik erfahren habe, was vielleicht die Seele der Musik ist oder warum die Leute Musik überhaupt machen. Und das fand ich eigentlich toll."

Bibiana Beglau schätzte aber noch eine Qualität des Films:

"Der Humor dieses Films war natürlich ganz großartig. Es ist eine andere Form von Humor, über die ich aber auch lachen kann, als jemand, der aus einem anderen Land kommt. Und das hat mir gefallen."

Eine Sonderanerkennung der Jury erkämpfte sich der deutsche Film "Nirgendwo in Afrika" der Regisseurin Caroline Link. Von den schauspielerischen Leistungen wurde die von William H. Macy im US-amerikanischen Steifen "Focus" und von Ugla Egilsdóttir im isländischen Film "Das Lachen der Möwen" am höchsten geschätzt. Die beste Regiearbeit leistete nach Meinung der Jury der aus Iran stammende Asghar Massombagi in seinem kanadischen Film "Khaled".