Zentralbank; Stresstest bestätigte Resistenz der tschechischen Banken

Foto: Filip Jandourek, Archiv des Tschechischen Rundfunks

Die Banken in Tschechien haben einen weiteren Stresstest bestanden. Der Bankensektor des Landes sei nach wie vor gefeit vor einem wirtschaftlichen Kollaps, gab die Tschechische Nationalbank (ČNB) am Montag bekannt. Auch bei einem Einbruch könnte die überwiegende Mehrheit der Kreditanstalten die geforderte Kapitaldeckung von mindestens acht Prozent aufrecht halten, hieß es.

Eva Zamrazilová  (Foto: Šárka Ševčíková,  Archiv des Tschechischen Rundfunks)
Trotz der hohen Resistenz des Bankensektors als Ganzem habe jedoch eine Bank die erforderliche Kapitaldeckung nicht erreicht. Dies habe zur Folge, dass diese Bank jetzt ihr Geschäftsmodell überarbeiten oder sich Kapital in Höhe von rund 400 Millionen Kronen (ca. 15 Millionen Euro) beschaffen müsse, bemerkte die Zentralbank.

„Das stabile Bankensystem bleibt auch weiterhin ein großer Vorteil und eine Stärke der tschechischen Wirtschaft“, sagte die Chefökonomin des Tschechischen Banken-Verbandes, Eva Zamrazilová. Dies sei umso bemerkenswerter, weil eine sich fortwährend aufblähende Regulierung, die extrem niedrigen Zinssätze sowie eine zunehmend härter werdende Konkurrenz auf dieses System einwirkten, ergänzte Zamrazilová.

Foto: Filip Jandourek,  Archiv des Tschechischen Rundfunks
Ein wichtiger Baustein des Stresstests sei die Entwicklung des Betriebsgewinns der Banken. Dieser Gewinn diene schließlich als „erstes Kissen“ zur Deckung möglicher Verluste. Nach dem normalen Szenario, das dem Stresstest zugrunde gelegt wurde, wird wegen der großen Konkurrenz am Markt mit einem mäßigen Rückgang des Betriebsgewinns gerechnet. Bei einem ungünstigen Szenario aber würden diese Gewinne beträchtlich zurückgehen, und zwar um rund 40 Prozent gegenüber der Gewinnbildung im Jahr 2015, schrieb die Zentralbank in ihrem Bericht.