Zusammenarbeit der Krankenhäuser

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Im nordböhmischen Grenzstädtchen Bozí Dar/Gottesgrab wurde am Donnerstag der Vertrag über die Zusammenarbeit des Krankenhauses von Karlovy Vary/Karlsbad mit der Privatklinik im sächsischen Erlabrunn unterzeichnet. Im Vertrag ist eine bessere Koordinierung der ärztlichen Fürsorge von Patienten beider Länder sowohl in Deutschland als auch in Tschechien geregelt. Weitere Einzelheiten von Lothar Martin.

Das frisch unterzeichnete Abkommen wird in erster Linie dem Krankenhaus in Karlsbad helfen, die Außenstände abzubauen, die sich durch die von ausländischen Touristen nicht beglichenen Rechnungen für die gewährleistete ärztliche Fürsorge angehäuft haben. Da die weltberühmte Kurstadt ganzjährig von Touristen aus aller Welt aufgesucht wird, ist ein erklecklicher Betrag zusammengekommen. Wie hoch dieser Betrag ist und welches Problem mit dem Vertrag gelöst werden soll, dazu sagte der Direktor des Krankenhauses, Jirí Stefan, u.a. folgendes:

"Hauptsächlich geht es darum, die allgemeine Kommunikation zu verbessern sowie die Organisation bei der ärztlichen Fürsorge für die deutschen Patienten. Durch die Vereinbarung werden die uns gegenüber gemachten Schulden, die deutsche Patienten verursacht haben, abgebaut. Die Höhe aller Außenstände, die sich durch die Behandlung von Ausländern in unserem Krankenhaus seit dem Jahr 1993 angesammelt haben, beträgt rund sieben Millionen Kronen (ca. 220.000 Euro). Davon entfällt nahezu die Hälfte auf Patienten aus Deutschland. Das ist deshalb der Fall, weil sich die Kommunikation mit den Versicherungen auf der deutschen Seite immer als sehr schwierig erwiesen hat, was dazu führte, dass die Kosten für die von uns gegenüber deutschen Patienten gewährte ärztliche Fürsorge bis heute nicht beglichen sind."

Das getroffene Abkommen sieht vor, dass das Karlsbader Krankenhaus den deutschen Patienten auch weiterhin eine erste Hilfe und die Behandlung in akuten Fällen gewährleistet. Sollte der Patient jedoch transportfähig sein, wird ihm der Transport ins 43 Kilometer entfernte Erlabrunn angeboten, wo der Patient seine Behandlung im Rahmen seiner deutschen Versicherung abschließen wird. Die gleiche Möglichkeit, das heißt der Transport nach Karlsbad und die dortige Weiterbehandlung, wird tschechischen Patienten in Erlabrunn angeboten. Der Transport nach Deutschland wird von der deutschen Seite beglichen, die Beförderung nach Tschechien wiederum von der tschechischen Seite. Darüber hinaus greift die Vereinbarung auch die Möglichkeiten der weiteren Zusammenarbeit auf. Im Gespräch ist zum Beispiel der beiderseitige Austausch von Ärzten und Krankenschwestern zur praktischen Weiterbildung in den Einrichtungen beider Partner, gab die Sprecherin des Karlsbader Krankenhauses Zdenka Marková über die Nachrichtenagentur CTK bekannt.

Sollte das Beispiel der beiden medizinischen Einrichtungen schnell Schule machen, wird das Reisen im deutsch-tschechischen Grenzgebiet erst recht zu einem schönen und nahezu ungetrübten Erlebnis werden.