Zwischen Wiener Klassik und böhmischer Romantik: Jan Hugo Voříšek

Jan Václav Hugo Voříšek

Er starb recht jung und hat deswegen nur eine Sinfonie geschrieben, aber eine ganze Reihe von Klavierstücken: Jan Václav Hugo Voříšek. Der Komponist war ein Zeitgenosse von Beethoven, wenn auch 20 Jahre jünger. Er gilt als Frühromantiker, war aber auch von der Wiener Klassik beeinflusst.

Jan Václav Hugo Voříšek

Jan Václav Hugo Voříšek wurde 1791 im ostböhmischen Vamberk / Wamberg geboren. Er stammte wie so viele andere böhmische Komponisten aus der Familie eines Dorflehrers und erhielt dort auch seine erste musikalische Ausbildung. Während seiner Zeit am Jesuiten-Gymnasium in Prag verdiente sich Voříšek bereits sein Geld mit Klavierstunden, und er war Organist bei der Frühmesse seiner Schule. Wegen seines großen Talents erhielt er kostenlosen Unterricht von Václav Jan Tomášek, dem damaligen Prager Musikpapst. 1813 siedelte der Komponist nach Wien um, er wollte dort Rechtswissenschaften studieren. Sehr schnell lernte Voříšek in Wien auch Beethoven kennen. Der war beeindruckt von den Rhapsodien des jungen Böhmen.

Foto: Supraphon

In Wien engagierte sich Jan Hugo Voříšek in Laiengesellschaften, die die Musikkultur in der Stadt beeinflussten. So unter anderem auch mit der Gründung der Gesellschaft der Musikfreunde und eines Konservatoriums. Um 1820 soll Voříšek an der Donau als einer der besten Pianisten gegolten haben. Dabei war seine Leidenschaft den Berichten nach eher die Orgel, obwohl sich kein Werk für dieses Instrument von ihm erhalten hat. Ab 1818 bewarb er sich jedenfalls um das Amt des Hoforganisten. Zwei Jahre später war er erfolgreich und wurde zunächst als zweiter Organist am Hof von Kaiser Franz aufgenommen. 1824 folgte dann die Beförderung zum ersten Organisten. Doch machte sich damals bereits seine Krankheit bemerkbar. Jan Václav Hugo Voříšek starb am 19. November 1825 an Lungentuberkulose. Er wurde auf dem Währinger Friedhof bestattet, dem heutigen Schubertpark.

Autor: Till Janzer
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