1500 Jahre gemeinsame Geschichte auf 1500 Quadratmetern: Landesausstellung in Zwiesel
In zwei Wochen wird in der bayerischen Stadt Zwiesel eine Ausstellung über 1500 Jahre Nachbarschaft zwischen Bayern und Böhmen eröffnet. Vor kurzem haben die Veranstalter die bevorstehende Landesausstellung im westböhmischen Pilsen vorgestellt. Martina Schneibergova hat sich mit Dr. Michael Henker, dem Vertreter des Direktors des Hauses der Bayerischen Geschichte, unterhalten.
"Ja, das war ein alter Plan des Hauses der Bayerischen Geschichte, die bayerisch-böhmische Geschichte anzupacken. Wir haben lange gesucht, bis wir einen geeigneten Ort dafür gefunden haben. Das war dann Zwiesel. Das ist zwar klein, aber sehr engagiert. Und das hat uns gut gefallen. Wir haben bereits 2003 bei der Ausstellung "Der Winterkönig", die in Amberg stattfand, mit den tschechischen Kollegen zusammengearbeitet. Wir konnten an die gute Zusammenarbeit anknüpfen. Diesmal haben wir ein deutsch-tschechisches Kuratorium für die Ausstellung gehabt, in dem der tschechische Kulturminister, der Generaldirektor des Nationalmuseums, des Nationalarchivs sowie Vertreter vieler großer Museen mit dabei waren. Wir haben über dreißig Museen und Organisationen aus Tschechien, die Leihgaben zu dieser Ausstellung schicken, und das ist sehr viel."
Es sollen 1500 Jahre gemeinsamer Geschichte auf 1500 Quadratmetern Ausstellungsfläche sein. Dies war aber keine Absicht?"Nein, das war keine Absicht, das ist ein witziger Zufall. Natürlich versuchen wir diese 1500 Jahre in sieben Abteilungen zu präsentieren, die jeweils einen Schwerpunkt darstellten. Wir wollen kein begehbares Bilderbuch machen, sondern wir wollen eine anregende Ausstellung."
Rechnen Sie viel mit Besuchen von Schulklassen oder mit Studenten?
"Das tun wir sehr. Ich habe mit Freude gehört, dass bereits sich mehr als siebzig Schulklassen aus Tschechien für diese Ausstellung angemeldet haben. Und natürlich auch auf unserer Seite ist die Wirkung auf die Schulen sehr groß. Das Haus der Bayerischen Geschichte ist eine Abteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, das heißt wir haben sehr gute Beziehungen zu den Schulen und die interessieren sich sehr für unsere Thematik. Ich glaube, dass wir uns nach vierzig Jahren Eisernen Vorhang und nach den Geschehnissen davor, die doch ein großer Bruch in unserer gemeinsamen Geschichte gewesen sind, jetzt wieder sagen sollen: Wir wohnen doch im selben Kulturraum und teilen so viele geschichtliche Entwicklungen. Die Ausstellung ist für alle interessant, nicht nur für den Unterricht. Wir haben inzwischen Anfragen aus ganz Deutschland bekommen. Das beschränkt sich nicht nur auf Bayern, sondern wir machen Werbung in ganz Deutschland sowie in Österreich und der Schweiz. Bislang haben wir viele Rückmeldungen erhalten, dass die Leute an diesem Thema stark interessiert sind, weil es zum ersten Mal ist, dass es in einer großen Ausstellung behandelt wird."









