200 Sudetendeutsche besuchten ihre nordböhmische Heimatstadt Most/Brüx

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Die nordböhmische Stadt Most/Brüx empfing vor Kurzem über 200 ehemalige Mitbürger, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Gebiet um die Stadt Most/Brüx nach Deutschland ausgesiedelt worden waren und nun ihrer Heimatstadt einen Besuch abstatteten. Aufgrund der aktuellen Berichterstattung über das verheerende Hochwasser in der vergangenen Woche, hat sich unser Bericht über dieses Ereignis ein wenig verzögert.

Organisiert wurde die Zusammenkunft in Most/Brüx, in deren Rahmen ein deutsch-tschechischer Gottesdienst sowie eine Ausstellungseröffnung stattfand, von der Stadt Most und dem Verein "Heimatgemeinde der Stadt Brüx" mit Sitz in Erlangen. Ziel dieser Veranstaltungen ist es, den ehemaligen Bewohnern der Stadt Brüx Gelegenheit zu geben, sich in ihrer alten Heimat umzusehen und Kontakte zu knüpfen. Gleichzeitig sollen kulturelle Veranstaltungen, wie die Ausstellung von Walter Womacka dazu beitragen, dass eine Annäherung zwischen den ehemaligen sudetendeutschen und den heutigen Bewohnern der Stadt stattfindet.

Fritz Sauerstein vom Verein "Heimatgemeinde des Bezirkes Brüx" unterstreicht die Bedeutung derartiger gemeinsamer Projekte für die weitere Entwicklung der Beziehungen:

"Wir machen auch in Deutschlend, vor allem in Sachsen, was ja angrenzendes Gebiet ist, Reklame, dass Schulklassen und vor allem Gymnasien, deutsche und tschechische, diese Ausstellung besuchen und auf dieser Ebene sich die Jugend , die tschechische und die deutsche Jugend, die sächsiche vor allem, trifft und so nach und nach in Beziehung kommt - über diese Ausstellung. Das ist eigentlich der Grundgedanke. Wir sind der Meinung, dass wir von dieser Ebene aus etwas bewirken können und das Klima, das immer noch nicht richtig stimmt zwischen unseren beiden Völkern, dass wir das so nach und nach auf eine vernünftige Bahn in Hinblick auf das werdende Europa, dass das langsam vorbereitet wird."

Der gemeinsame tschechisch-deutsche Gottesdienst in der Dekaneikirche Maria-Himmelfahrt der Stadt Most/Brüx, fand nur drei Tage nach dem traditionellen Mariaschneefest statt, das an den Sieg der Brüxer über ein husitisches Heer am 5. August 1421 erinnert und von den ehemaligen Bewohner der Stadt Most/Brüx alljährlich feierlich begangen wird. Der Gottesdienst fand großen Anklang bei den Besuchern - auch bei den tschechischen, die zahlreich erschienen waren.

Im Anschluss eröffnete der Oberbürgermeister der Stadt, Vladimir Bartl, feierlich die Ausstellung, in deren Rahmen Bilder des bekannten Malers und Grafikers Walter Womacka gezeigt werden. Womacka ist im böhmischen Obergeorgenthal geboren und in Most/Brüx zur Schule gegangen. Die Ausstellung trägt deshalb den symbolträchtigen Titel "DOMU/NACH HAUSE". Fritz Sauerstein zufolge werden weitere Zusammenkünfte dieser Art folgen, es sei jedoch noch nichts Konkretes geplant.