3. Deutsch-Tschechischer Almanach

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Seit mehreren Jahrhunderten besteht ein reger literarischer Austausch zwischen der heutigen Tschechischen Republik, Deutschland und Österreich. Der Name Franz Kafka sei hier nur beispielhaft als einer von vielen genannt. Dieser außergewoehnlichen Tradition der literarischen Verbundenheit widmet sich der deutsch-tschechische Almanach, dessen dritte Ausgabe kürzlich im Tschechischen Zentrum in Berlin vorgestellt wurde. Lena Knäpple berichtet.

Der zweisprachige Almanach erschien zwar gerade bereits zum dritten Mal, bisher dennoch alles andere als in gleichmäßiger Folge. Nach der Veröffentlichung des ersten Bandes 1992 konnte der Zweite aufgrund nicht gesicherter Finanzierung erst 8 Jahre später, also im Jahr 2000, gedruckt werden. Für die Umsetzung des jüngsten Bandes floss glücklicherweise Geld vom deutsch-tschechischen Zukunftsfond und dem Ministerium für Kultur und Medien in Berlin an den Münchner Adalbert Stifter Verein -kurz ASV-, den Hauptinitiator des Nachschlagewerkes. Herausgeber der deutsch-tschechischen Bibliographie sind Peter Becher vom ASV und Ivan Binar vom tschechischen PEN-Club. Die Funktion des Buches, das tschechische, deutsche und österreichische Autoren vereint, erläutert Wolfgang Sréter vom Adalbert Stifter Verein.

"Gerade dieser Almanach, der wird die Funktion haben, dass man auf der deutschen Seite, auf der österreichischen Seite und auf der tschechischen Seite aufmerksam werden kann auf deutsche, österreichische und tschechische Literatur und dass es auch Verlage gibt, die sich für diesen Almanach interessieren und die nachschauen, wer ist an Autoren und Autorinnen drin, wer ist versammelt als Übersetzer und Übersetzerinnen und welche Möglichkeiten haben die jeweils diesseits und jenseits der Grenze, neue Literatur mit aufzunehmen und zu übersetzten."

Soviel zur inhaltlichen Ausrichtung des Almanachs, in dem sich zwei Essays auch mit Fragen der literarischen Übersetzung beschäftigen. Doch wie wird entschieden, welcher Autor schließlich in dem Überblick veröffentlicht wird? Die Redaktion, die sich jährlich einmal in München und einmal in Prag trifft, verlässt sich bei der Auswahl auf den eigenen Geschmack. Dabei wird aus den von verschiedenen Gremien zusammengetragenen Vorschlägen ganz demokratisch ausgewählt oder gewünschte Autoren auch mal direkt angesprochen.

Damit der Almanach 2002 eine größere Verbreitung findet, soll die relativ geringe Auflage von 750 Stück durch die Zusammenarbeit mit dem deutschsprachigen Prager Verlag "Vitalis" und durch verbesserte Öffentlichkeitsarbeit noch gesteigert werden, wie Anna Knechtel, ebenfalls vom Adalbert Stifter Verein, ausführt.

"Da der jetzige Almanach 2002 ganz brandneu und aktuell ist, werden wir uns jetzt in der nächsten Zeit erstmals der Präsentation widmen. Das bedeutet, wir werden mit dem Almanach als nächstes nach Prag fahren, um ihn dort im Goethe-Institut der Öffentlichkeit vorzustellen und diese deutsche bzw. deutschsprachige und tschechische Literatur bekannt zu machen."

Autor: Lena Knäpple
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