Alzheimer-Frühdiagnose: Entdeckung tschechischer Forscher

Foto: Europäische Kommission

Rund 140.000 Menschen in Tschechien haben eines gemeinsam: Bei ihnen wurde Alzheimer diagnostiziert. Die Gehirnerkrankung gilt als unheilbar. Tschechische Forscher haben nun aber eine wichtige Entdeckung gemacht. Sie könnte helfen, Alzheimer früher zu erkennen.

Foto: Europäische Kommission
Alzheimer ist eine neurodegenerative Erkrankung des Gehirns. Noch ist sie unheilbar, der Krankheitsverlauf lässt sich aber durch eine rechtzeitige Arzneimittelbehandlung bremsen. Forscher aus dem Tschechischen Institut für psychische Erkrankungen haben jüngst eine Entdeckung präsentiert, diese soll ermöglichen, Alzheimer früher als bisher zu diagnostizieren. Aleš Bartoš leitet das Forschungsteam:

„Wir haben uns mit der Immunologie von Alzheimer beschäftigt. Dabei konnten wir feststellen, dass ein gewisser Antikörper gegen einen konkreten Eiweißstoff der Nervenzelle eben bei Alzheimer-Patienten in erhöhtem Maße vorkommt. Bei anderen Typen der Demenz ist dies nicht so.“

Aleš Bartoš (Foto: Archiv der Karlsuniversität in Prag)
Kein anderes Expertenteam der Welt habe bisher diese Feststellung beschrieben, so Bartoš. Als Inspiration diente ihm und seinen Kollegen ein Experiment an Mäusen, das vor mehreren Jahren im Ausland durchgeführt wurde.

„Bei dem Testverfahren an Mäusen wurde die Alzheimer-Erkrankung durch die Impfung mit einem speziellen Eiweißstoff behandelt. Es zeigte sich, dass das Gehirn der Mäuse, in dem sich die Eiweißstoff-Plaque abgelagert hatte, nach der Impfung gereinigt wurde.“

Was aber bei Versuchen an Mäusen funktionierte, hatte bei Menschen keine Wirkung. Der Weg zu einem möglichen Impfstoff oder Medikament gegen Alzheimer tat sich also nicht auf. Die tschechische Forschungsgruppe konzentriert sich daher auf einen anderen Eiweißstoff im Gehirn. Nun wollen Bartoš und seine Kollegen ihre Erkenntnisse weiter im Labor überprüfen. Dafür suchen sie zurzeit Freiwillige, die sich einer Untersuchung unterziehen würden.

„Wir möchten auch Patienten im frühen Stadium der Erkrankung einbeziehen, weil sie an unseren bisherigen Forschungsschritten nicht teilgenommen haben. Wir haben zudem die biochemischen Methoden verbessert, mit denen die Antikörper gemessen werden.“

Für die Suche nach Medikamenten gegen Alzheimer sind indes andere Forschungen nötig.