Anthrax in den USA: Verbindung mit Tschechien?

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Von Marketa Maurova.

Einige Medien, darunter das deutsche öffentlich-rechtliche Fernsehen ARD und ZDF sowie die US-Fernsehstation CNN, haben in den letzten Tagen Spekulationen darüber verbreitet, dass sich die Terroristen das Material für die Briefanschläge mit dem bakteriologischen Stoff Anthrax in Tschechien beschafft hätten. Diese Theorie sprach am Montag auch UN-Rüstungsinspektor Richard Butler im CNN aus. Einer der Selbstmordpiloten, Mohammed Atta, hatte nämlich einige Male Prag besucht. Es bestehe der Verdacht, dass er sich dort mit einem irakischen Diplomaten getroffen habe, der ihm die Anthrax-Bakterien übergeben konnte. Der Diplomat wurde in diesem Jahr aus Tschechien ausgewiesen. Seine Tätigkeit sei mit dem Status eines Diplomaten unvereinbar, hieß es in der Begründung der tschechischen Seite. Derzeit werden gerade die Kontakte zwischen den islamischen Terroristen und dem Irak ermittelt.

Die tschechischen Behörden haben auf Grund ihrer Untersuchungen die Informationen über terroristische Kontakte zu Personen in Tschechien bisher stets bestritten. In diesem Sinne äußerte sich am Montag auch der Chef des Gesundheitsdienstes der tschechischen Armee, Jan Petras, der am Wochenende aus den USA zurückkehrte. Amerikanische Experten, die die jetzigen Fälle des Milzbrand-Vorkommens in den USA untersuchen, bringen diesen Stoff nicht in Verbindung mit der Tschechischen Republik, erklärte Petras. Ihm zufolge kann man den Ursprung der Bakterien nach deren genetischer Information aufspüren. Ein tschechischer Ursprung werde auch von der Polizei und von Geheimdiensten ausgeschlossen, betonte Petras.