Anzeichen für eine Lösung der Fernsehkrise?

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Der Dauerbrenner unserer Berichterstattung bleibt auch weiterhin die Fernsehkrise. Anzeichen für eine Lösung der Situation im öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen brachte am Donnerstag das Treffen zwischen dem Chef der Böhmisch-Mährischen Konföderation der Gewerkschaftsverbände, Richard Falbr, dem Chef der Fernsehgewerkschaften, Antonin Dekoj, sowie Vera Valterova, die von dem zurückgetretenen Intendanten Jiri Hodac mit der Leitung des Senders beauftragt worden war. Nach Dekoj werden die Gewerkschaften Valterova nun als die mit der Leitung beauftragte Person respektieren, Valterova deutete bereits bestimmte Zugeständnisse an. Sie schloss beispielsweise nicht aus, dass die noch von Hodac ernannte Leiterin der Nachrichtensektion, Jana Bobosikova, mit einer anderen Arbeit beauftragt werden könnte. Eben der Rücktritt von Bobosikova und auch von Jindrich Beznoska, der von Hodac zum Finanzdirektor ernannt worden war, sind die Grundforderungen des Streikausschusses.

Die von Hodac ernannte Leitung des Senders ließ inzwischen verlauten, sie denke daran, sämtliche Zahlungen des Fernsehens zu stoppen, um zu verhindern, dass finanzielle Mittel gesetzeswidrig genutzt werden. Die beauftragte Leiterin des Senders Valterova behauptete, im Fernsehen herrsche Anarchie: "Die Leitung des Fernsehens ist gezwungen, festzustellen, das der sog. Streikausschuss und der sog. Krisenstab die Kontrolle über die Sendungen, den inneren Betrieb im Sender sowie die finanziellen Mittel eigenwillig übernommen haben."

Der Krisenausschuss der Beschäftigten des Tschechischen Fernsehens wandte sich schriftlich mit einem Antrag an Premier Milos Zeman und den Abgeordnetenchef Vaclav Klaus. Darin verlangt der Krisenausschuss, dass das Oberste Kontrollamt die Haushaltsführung des Senders seit 1992 überprüfen solle. Im Namen der streikenden Mitarbeiter informierte darüber Martin Schmarcz, der betonte, die Streikenden hätten von Anfang an eine Wirtschaftsprüfung gefordert. Er fügte hinzu:

"In der letzten Zeit gelangt der Streit um die Wirtschaftsprüfung auf eine Ebene persönlicher Interessen. Unter diesen Umständen besteht die Gefahr, dass sie hinausgezögert wird. Es wäre gut, wenn sich eine Institution der Angelegenheit annähme, die ihre Autorität und Unabhängigkeit bereits bewiesen hat und die in der Lage ist, festzustellen, wie mit den öffentlichen Mitteln umgegangen wird."

Mehr über die Fernsehkrise, können Sie in der Rundtischdebatte hören, die am Sonntag im Rahmen unseres verlängerten Schauplatzes ausgestrahlt wird. Zu Wort kommen dabei renommierte Publizisten aus dem In- und Ausland.