August-Bilanz: Rückgang der Industrieproduktion nahm zu, im Bauwesen gebremst

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Der Abschwung der Industrieproduktion in Tschechien hält an. Im August lag der Rückgang bei 5,5 Prozent, im Juli waren es noch fünf Prozent gewesen. Im Bauwesen wurde der Einbruch dagegen etwas gebremst. Im Juli war die Bautätigkeit im Jahresvergleich um 10,4 Prozent niedriger, im August waren es nur noch 9,7 Prozent. Diese Daten veröffentlichte das tschechische Statistikamt (ČSÚ) am Mittwoch.

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Die Ergebnisse wurden beeinflusst von der Coronavirus-Epidemie, aber auch durch die Häufung der Urlaubstage, die die Arbeitnehmer in den Sommermonaten beanspruchten. Im Monatsvergleich war die Industrieproduktion im August um 0,9 Prozent niedriger als im Juli. „Der Rückgang der Aufträge hat sich fortgesetzt, zudem ist die Zahl der Beschäftigten kleiner geworden. Im Vergleich zum Vorjahr ist sie um mehr als vier Prozent geschrumpft“, informierte die Leiterin der Abteilung für Industrie-Statistik beim Statistikamt, Iveta Danišová. Das Volumen an neuen Aufträgen ist im Jahresvergleich um fast zehn Prozent gesunken – die Auslandsaufträge gingen um 11,1 Prozent, die Binnenaufträge um 6,6 Prozent zurück. Der Aderlass betrifft alle Bereiche, angefangen von der Autoindustrie über den Maschinenbau bis zur Herstellung von Metallkonstruktionen und metallverarbeiteten Produkten.

Michal Brožka (Foto: Archiv der tschechischen Komerzbank)

Die Zahlen für die Industrieproduktion im August hat der Analyst des Bankhauses Komerční banky, Michal Brožka, relativiert. Für ihn sei das Ergebnis eine kleinere negative Überraschung. Andererseits könne man davon keine wesentlichen Rückschlüsse ziehen, weil die Urlaubszeit dieses Resultat ziemlich negativ beeinflusst habe, so Brožka.

Zum Rückgang der Bautätigkeit sagte Petra Cuřínová vom Statistikamt, dass der ungefähre Wert der genehmigten Bauaufträge sowie die Anzahl der begonnenen und fertiggestellten Wohnungen ebenfalls abgenommen habe. Im August hätten die Bauämter zwar drei Prozent mehr Baubewilligungen erteilt als im Vorjahr, doch der vorveranschlagte Wert dieser Aufträge sei um zwölf Prozent geringer gewesen, hieß es.