Industrie- und Bauproduktion sind in Tschechien 2020 deutlich gesunken

Illustrationsfoto: Ant Rozetsky, Unsplash / CC0

Die tschechische Industrie- und Bauproduktion wurden im vergangenen Jahr von der Corona-Pandemie schwer getroffen.

Illustrationsfoto: Aaron Barnaby,  Unsplash / CC0

Die Industrieproduktion in Tschechien ging 2020 um acht Prozent zurück. Das ist das größte Minus seit der Krise 2009, als ein Rückgang von 13.6 Prozent (verzeichnet wurde). Dies teilte das Tschechische Statistikamt (ČSÚ) am Montag mit. Zu Jahresende ist die Industrieproduktion allerdings wieder gewachsen. Das Plus im Dezember lag im Jahresvergleich bei 0,5 Prozent.

Entscheidend für das Jahresergebnis war das zweite Quartal. Vom April bis Juni sank die tschechische Industrieproduktion um 23,5 Prozent. Im dritten Quartal bremste der Rückgang erheblich ab, und im vierten Quartal wurde bereits ein mäßiger Anstieg verzeichnet.

Foto: minthu,  Pixabay / CC0

Nur wenige Industriezweige haben 2020 eine Steigerung vermelden können: „Dabei handelt es sich um die pharmazeutische Industrie, die Papierindustrie, zu der die Herstellung von Papierverpackungen und Windeln gehört, und die weitere Verarbeitungsindustrie mit der Spielzeugproduktion und Herstellung von medizinischen Betten“, führte die (Abteilungsleiterin für Industriestatistik beim ČSÚ, Veronika Doležalová, an.

Die Herstellung von Fahrzeugen schrumpfte 2020 um 12,3 Prozent, genauso wie der Maschinenbau. Die Papierindustrie ging um 4,1 Prozent nach oben, die Pharmazie um 2,6 Prozent. Die Erträge aus der Industrie lagen um 6,9 Prozent niedriger als noch 2019, die Zahl der neuen Aufträge nahm um acht Prozent ab. Die Beschäftigungsquote sank im Industriebereich um 3,4 Prozent, dagegen stieg der Durchschnittslohn um 1,9 Prozent.

Radek Matějka  (Foto: Archiv des tschechischen Statistikamtes)

Auch die Bauproduktion ging nach drei Jahren des Aufstiegs zurück, und zwar um 7,7 Prozent. Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus hätten sich besonders im Hochbau negativ ausgewirkt, sagte der Leiter der zuständigen Abteilung des Statistikamtes, Radek Matějka, am Montag. Der Firmenbetrieb sei in diesem Bereich unter anderem durch mangelnde Arbeitskräfte und Ausfälle in der Nachfrage beeinträchtig worden. „Vor allem neue Bauprojekte sehen sich Problemen ausgesetzt. Die Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten waren nicht so stark betroffen“, so Matějka.

Der Hochbau, zu dem die Errichtung von Wohnhäusern, Büros und Lagern zählt, ging im vergangenen Jahr um 10,1 Prozent zurück, der Straßenbau um ein Prozent.