Bayern und Tschechien: neue gemeinsame Kulturprojekte im Herbst

Jahr der Europäischen Kulturhauptstadt Pilsen (Foto: Martina Schneibergová)

Bayern und Tschechien haben eine lange gemeinsame Geschichte. Der Kalte Krieg schränkte die grenzüberschreitenden Kontakte aber deutlich ein. Erst nach dem Fall des Eisernen Vorhangs konnten sich beide Seiten wieder annähern. Die Bemühungen der beiden Länder, eine nachbarschaftliche Beziehung aufzubauen, sind heute auch in Kulturveranstaltungen deutlich erkennbar.

Bernd Sibler (Foto: Michael Lucan, CC BY-SA 3.0)
Bayern und Tschechien können auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. So konnte durch eine Absichtserklärung im vergangenen Mai das Fundament für noch intensivere Zusammenarbeit gelegt werden. Bernd Sibler ist der bayerische Staatssekretär für Wissenschaft und Kultur.

„Das Kulturabkommen stellt ein stabiles Fundament für die Förderung von künftigen Projekten auf institutioneller Basis dar. Museen, Galerien, Bibliotheken, Opern, Tanz, Ballett: diese Dinge gehören zusammen. Als Wissenschaftsstaatssekretär ist mir natürlich die Kooperation zwischen Hochschulen und Schulen besonders wichtig. Gerade die jungen Menschen sind die Brücke in die Zukunft.“

Ein Höhepunkt der Kooperation werden die Kulturetage der Partnerstädte Regensburg und Pilsen/ Plzeň im nächsten Herbst sein, so Květuše Sokolová, die Kulturbeauftrage der Stadt Plzeň / Pilsen.

„Für dieses und die kommenden Jahre ist eine enge Zusammenarbeit geplant. Denn die Stadt Pilsen will sich zusammen mit Regensburg um eine dreijährige Förderung bewerben für den kulturellen Austausch. Das heißt, uns erwarten viele interessante Aktivitäten. Dabei möchte ich für dieses Jahr die tschechischen Kulturtage in Regensburg erwähnen, die im September stattfinden werden, sowie die Bayerischen Kulturtage in Pilsen im Oktober.“

Jahr der Europäischen Kulturhauptstadt Pilsen (Foto: Martina Schneibergová)
Doch auch schon in den Jahren zuvor funktionierte die grenzüberscheitende Arbeit sichtlich gut. Ein Höhepunkt war das Jahr der Europäischen Kulturhauptstadt Pilsen.

„Schon für die Bewerbung um die europäische Kulturhauptstadt wurde auf die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Tschechien und Deutschland gesetzt. Es ging um eine Verknüpfung kultureller Aktivitäten in beiden Regionen. Ein Sonderprojekt waren dabei die Bayerischen Kulturtage in Pilsen im April vergangenen Jahres. Sie wurden von über 25.000 Menschen besucht.“

Staatssekretär Sibler sieht neben den gemeinsamen Veranstaltungen und Projekten, aber auch weiterhin die Schulen in der Pflicht über die Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten. Dabei ist besonders die Sprachbarriere ein Thema, an dem gearbeitet werden müsse.

„Förderung der tschechischen Sprache ist mir in den letzten Jahren für bayerische Schüler und Schülerinnen ein besonders Anliegen gewesen. Ich hatte vor vier Jahren zu einem bayerisch-böhmischen Sprachgipfel geladen. Wir konnten mit dieser Veranstaltung wieder einige Schulen einbeziehen, die dann dazu beitragen, dass gerade im ‚kleinen‘ Grenzverkehr der Austausch nochmal weiter intensiviert werden kann.“

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