Bayern will in Prag Schreckgespenst Petr Čech endgültig vertreiben

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Der tschechische Sportfan ist sehr fußballinteressiert. Die Sportinfrastruktur einschließlich der Fußballstadien kann mit dieser Begeisterung jedoch nicht mithalten. Hierzulande gibt es nur in Prag und Teplice zwei moderne Stadien mit einer Kapazität von knapp 20.000 Zuschauern. Aus diesem Blickwinkel heraus ist dem tschechischen Fußballverband ein großer Coup gelungen: Am Freitag trägt die Uefa den Supercup 2013 eben in der Prager Synot Arena aus. In der Moldaustadt treffen dabei die Giganten Bayern München und Chelsea London aufeinander. Und auf dieses Duell freuen sich nicht nur die tschechischen Fußballfans.

Petr Čech (Foto: ČTK)
Wenn die Spiele in der Champions League und der Europa League jedes Jahr in ihre entscheidende Phase gehen, dann kann sie der Fan aus Tschechien in der Regel nur noch via TV erleben. Denn spätestens ab dem Viertelfinale beider Wettbewerbe sind die Großen unter Europas Fußballclubs unter sich – dazu gehören die tschechischen Vereine aber sicher nicht. Vor jeder neuen Saison lässt die Uefa jedoch die beiden aktuellen Cup-Gewinner gegeneinander antreten – in einer zusätzlichen Begegnung um den so genannten Supercup. Diese Partie wird aktuell am Freitag in Prag ausgespielt. Für die Kicker von Champions-League-Sieger Bayern München ein sehr willkommener Austragungsort:

„Wir sind gut angekommen hier und der Flug war nun wirklich nicht der längste. Das war schon mal sehr positiv“, sagte Bayern-Stürmer Thomas Müller am Donnerstag vor Journalisten. Den Rasen des schmucken Stadions, in dem sonst Slavia Prag zu Hause ist, hatte er da noch nicht gesehen. Weil im Team von Gegner Chelsea aber mit Petr Čech der tschechische Nationaltorhüter steht, machte er sich schon so seine Gedanken über die wahrscheinliche Kulisse der Begegnung:

Petr Čech (Foto: ČTK)
„Falls ein paar Zuschauer aus Tschechien wegen Petr Čech vielleicht für Chelsea sein werden, müssen wir sie einfach mit unserem Fußballspiel beeindrucken und auf unsere Seite bringen.“

Spätestens seit dem 19. Mai 2012 aber ist gerade Petr Čech für den deutschen Meister eine Art Schreckgespenst. Im vorjährigen Finale der Champions League, das an jenem Tag von Bayern und Chelsea in der Münchner Allianz Arena bestritten wurde, hielt der Keeper zwei Elfmeter der Gastgeber und damit den Sieg der Londoner nach Elfmeterschießen fest. Von daher sei es ihm nur recht, wenn das Prager Duell einen ähnlichen Verlauf nehmen würde, so Čech:

„Ich denke, am Ende des Tages kommt es darauf an, dass wir den Pokal in den Händen halten. Wie wir das dann geschafft haben, ist letztlich egal. Wenn sich das Spiel erneut erst im Elfmeterschießen entscheiden sollte, dann ist es eben so.“

Bastian Schweinsteiger und Tom Starke (Foto: ČTK)
Deutschlands junger Nationalspieler André Schürrle ist seit dieser Saison ein neuer Teamgefährte von Petr Čech. Und darüber ist der 22-Jährige sichtlich froh:

„Ich glaube, jeder weiß auf der Welt um Petrs Qualität. Also muss ich dazu gar nicht so viel sagen. Petr hat wenig Schwachstellen, von daher bin ich froh, dass er bei uns im Tor steht.“

Schürrles Nationalmannschaftskollege und Supercup-Widersacher Thomas Müller sieht das logischerweise etwas anders. Müller gab vor, dass seit dem diesjährigen Triple der Bayern auch ein Petr Čech für ihn und sein Team den Schrecken verloren habe:

Arjen Robben (Foto: ČTK)
„Wir wissen alle, was damals passiert ist. Dass Petr Čech zudem ein außergewöhnlich guter Torhüter ist, steht außer Frage. Aber für uns stellt er kein Albtraumszenario dar, und es ist auch nicht gewöhnlich, dass es in einem Spiel so viele Elfmeter gibt. Zum Elfmeterschießen aber wollen wir es schon deshalb nicht kommen lassen, weil wir einfach zeigen wollen, dass wir über 90 Minuten die bessere Mannschaft sind.“

Welches der beiden Topteams am Freitagabend die bessere Mannschaft ist, davon können sich diesmal auch rund 2000 Tschechen live im ausverkauften Rund des Stadions überzeugen.

Autor: Lothar Martin
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