Be2Can zeigt Festivalfilme aus Berlin, Venedig und Cannes – auch deutsche Produktionen dabei

Eine Auswahl von Filmen von den Festivals in Berlin, Venedig und Cannes wird ab diesem Mittwoch in den Kinos in ganz Tschechien gezeigt.

Zwölf Filme sind bei der zwölften Auflage des Festivals Be2Can zu sehen, darunter einige preisgekrönte Produktionen. Dominik Hronec ist Kreativdirektor von Be2Can. Die interessantesten Filme sucht er gemeinsam mit dem Festivalbegründer, seinem Vater Ivan Hronec, aus. Im Studio von Radio Prag International sagte der Kreativdirektor:

Kreativdirektor von Be2Can Dominik Hronec | Foto: Jan Kubelka,  Radio Prague International

„Wir wählen die Filme aus einer großen Menge von Produktionen aus. Denn bei jedem Festival gibt es etwa 20 Streifen im Hauptwettbewerb und viele weitere bei den Nebenwettbewerben. Wir richten uns danach, ob uns die Filme gefallen und wir denken, dass sie auch unseren Zuschauern gefallen werden. Ein Teil der Produktionen wurde schon vor etwa zwei Jahren aufgrund des Drehbuchs ausgesucht. Es handelt sich um eine mehrjährige Arbeit.“

Foto: Be2Can

In diesem Jahr sind bei Be2Can drei deutschsprachige Filme im Programm. Dominik Hronec macht auf den Spielfilm „Was Marielle weiß“ aufmerksam.

„Das Werk von Frédéric Hambalek hatte in diesem Jahr im Hauptwettbewerb der Berlinale Premiere. Marielle ist eine Teenagerin, gleich zu Beginn des Films bekommt sie eine Ohrfeige, nach der sie eine besondere Fähigkeit entwickelt. Sie kann alles sehen und hören, was ihre Eltern machen, wenn sie gerade nicht bei ihr sind. Es entsteht ein humorvolles, satirisches Karussell über das wirkliche Leben der heutigen Familien.“

Der Dokumentarfilm „Riefenstahl“ von Regisseur Andres Veiel wurde letztes Jahr in Venedig uraufgeführt. Er erzählt von der Karriere und dem Leben von Leni Riefenstahl, der bekannten Filmemacherin des Dritten Reichs. Der Regisseur gehe auch auf ihr öffentliches Leben nach dem Zweiten Weltkrieg ein, sagt Hronec.

Foto: Be2Can

„Sie lehnte es ab, von den Schrecken, die sich während des Kriegs abgespielt hatten, gewusst zu haben, obwohl aus verschiedenen Dokumenten hervorgeht, dass sie davon gewusst haben musste. Diese vollständig ablehnende Haltung ist interessant.“

Foto: Be2Can

Auf den Zweiten Weltkrieg geht auch Regisseur Kirill Serebrennikow in der deutsch-französischen Produktion „Das Verschwinden des Josef Mengele“ ein. Dominik Hronec:

„Für mich persönlich war das eines der stärksten Erlebnisse beim diesjährigen Festival in Cannes, wo der Film die Premiere hatte. Ich bin mir nicht sicher, ob ich imstande wäre, ihn noch einmal zu sehen. Ich gebe zu, dass ich einmal die Augen schließen musste. Im Film wird sich Mengele seiner Vergangenheit bewusst.“

Das Festival wird am Mittwochabend feierlich im Prager Kino Lucerna mit dem Film „Mother“ eröffnet. Dies sei ein wenig traditionelles Porträt von Mutter Theresa, sagt Dominik Hronec.

„Sowohl die Regisseurin Teona Strugar Mitevska, als auch die Produzentin Labina Mitevska kommen nach Prag, um Be2Can zu eröffnen. Die Titelrolle spielt die schwedische Schauspielerin Noomi Rapace, die in der Millennium-Trilogie gespielt hat. Im Film werden sieben Tage des Jahres 1948 geschildert, in denen die Protagonistin in Indien auf einen Telefonanruf vom Papst wartet, in dem es darum geht, ob er ihr erlaubt, ihren eigenen Orden zu gründen.“

Das Festival Be2Can dauert in Tschechien bis 15. Oktober. Anschließend werden die Filme in der Slowakei gezeigt. Mehr erfahren Sie unter https://be2can.cz/en.

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