„Das Gemeinsame und Verbindende der EU-Mitgliedsstaaten betonen…“

Ralf Urbanczyk (Foto: Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag)

Wieder sind zwei Wochen vergangen: Zeit also für unser Hörerforum. Diesmal wird eine neue Quiz-Frage gestellt, ein Hörer-Interview gesendet sowie Ihre Meinungen zum Brexit zitiert.

Schlacht bei Königgrätz
Willkommen zum Hörerforum. Beginnen wollen wir mit dem Quiz von Radio Prag. Im Juli haben wir nach der Schlacht bei Königgrätz von 1866 gefragt: Die Armeen welcher Staaten trafen dort aufeinander? Natürlich waren es Österreich und Preußen. Unser Gewinner aus dem deutschsprachigen Raum ist diesmal Karl-Heinz Grüttner aus Nobitz in Thüringen. Wir sagen herzlichen Glückwunsch und schicken Ihnen ein Radio-T-Shirt.

Ansagerin Helena Krouská | Foto: Archiv des Tschechischen Rundfunks
Nun aber unsere Quiz-Frage für August. Da der Monat eben begonnen hat, bleibt Ihnen noch genug Zeit, nach der passenden Antwort zu suchen. Oder zu versuchen, richtig zu erraten. Die Frage lautet:

Vor 80 Jahren, im August 1936, hat Radio Prag mit seinen Sendungen begonnen. In welcher der folgenden Sprachen wurde früher unter anderem gesendet – Persisch, Suaheli oder Armenisch?

Schicken Sie uns Ihren Tipp an die E-Mail-Adresse: [email protected].


Ralf Urbanczyk  (Foto: Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag)
Im zweiten Teil unserer Sendung wollen wir ein Interview veröffentlichen. Es entstand während der Feier, die Radio Prag im Juni zu seinem 80. Geburtstag veranstaltet hat. Auch manche Hörer waren dabei, so auch Ralf Urbanczyk aus Eisleben in Thüringen:

Herr Urbanczyk, Sie sind heute zum Hörertreffen und zur Feier anlässlich des 80. Geburtstags von Radio Prag gekommen. Es ist aber nicht das erste Mal, dass wir uns in Prag treffen.

„Ich war bereits im Jahre 2011 beim letzten Hörertreffen von Radio Prag. Und es hat mir damals sehr gut gefallen. Da war klar, dass ich in diesem Jahr wieder zum Hörertreffen komme.“

Sie hören unsere Sendungen nach wie vor regelmäßig, stimmt das?

Illustrationsfoto: Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag
„Ich höre die Sendungen von Radio Prag regelmäßig, meist auf dem Handy. Ich habe mir die App von Radio Prag heruntergeladen und höre die Sendungen um 17 Uhr oder um 20 Uhr.“

Ist es für Sie interessant, die Sendung wirklich zu hören? Oder würde es Ihnen reichen, nur unsere Webseite zu lesen?

„Für mich ist es wichtiger, die Sendung zu hören. Die Webseite ist für mich eine Ergänzung, und das Hören ist für mich eigentlich das Bestimmende.“

Sie schreiben auch sehr oft an unsere Redaktion und bringen sehr interessante Bemerkungen zu manchen Themen, über die wir berichten. Versuchen Sie dabei Punkte zu suchen, die Deutschland und Tschechien verbinden? Oder sind andere Themen für Sie interessanter?

„Ich interessiere mich für Tschechien im gesamten Umfang, sowohl für Politik oder Wirtschaft als auch für Kultur oder Sprache.“

Seit wann interessieren Sie sich so intensiv für Tschechien?

„Angefangen hatte das eigentlich in den 1970er und 1980er Jahren. Ich war als Student an der TU in Dresden, und das liegt ja nicht weit von Prag. Da war es normal, dass man ein- oder zweimal im Jahr nach Prag gefahren ist. Und da ist mein Interesse für Tschechien auch entstanden.“

Foto: Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag
Es ist bewundernswert, dass sich Ihre einmaligen Reisen zu einem solchen Interesse entwickelt haben. Gibt es auch andere Länder, für die Sie ein so starkes Interesse haben und wo Sie sich so gut auskennen?

„Einmalig reisen ist gut, damals in der DDR waren Tschechien oder die Tschechoslowakei das einzige Land, in das man recht unbegrenzt fahren konnte. Selbst nach Polen war das nicht so einfach.“

Wir treffen uns hier ja zum 80. Geburtstag von Radio Prag. Haben Sie einen Geburtstagswunsch parat?

„Ich wünsche mir, dass Radio Prag noch weitere 80 Jahre besteht.“

Soweit Herr Urbanczyk. Das Interview mit ihm war das erste Gespräch aus unserer Serie zum 80. Geburtstag von Radio Prag. Ein weiteres bringen wir in zwei Wochen.


Foto: portal gda,  CC BY-NC-SA 2.0
Im dritten Teil der Sendung möchten wir noch ein paar Auszüge aus Ihren Briefen und E-Mails zitieren, liebe Hörerinnen und Hörer. Wir haben diesmal ein Thema ausgewählt, das Ende Juni Europa tief getroffen hat – das Ja der Bürger Großbritanniens zum Austritt aus der EU. Hans-Joachim Pellin aus Lübz hat uns dazu geschrieben:

„Ich bin erstaunt, dass die Bürger Großbritanniens wirklich die EU verlassen wollen. Ich hoffe aber auch gleichzeitig, dass die Austrittsverhandlungen zügig erfolgen. Wer sprichwörtlich sagt: ‚ich will mit euch nichts mehr zu tun haben‘, soll dann auch zu seinem Wort stehen und so schnell wie möglich gehen. Für die EU ist der Austritt Großbritanniens aber auch schlimm. Abgesehen von den wirtschaftlichen Problemen, die entstehen, ist es in der Außenwirkung nicht schön, wenn ein Land wie Großbritannien sagt: ‚Ein Verbleib in der EU ist für uns nicht mehr zu ertragen‘. Ich persönlich glaube, in der heutigen Zeit der Globalisierung, ist es nicht gut, wenn einzelne Länder meinen, in der Welt erlangen sie alleine mehr Geltung als in einem Verbund wie der Europäischen Union. Auch wenn die bestimmt in vielen Dingen verbesserungswürdig ist. Das ist kurz meine Meinung zum Brexit.“

Musikfestival ‚United Islands of Prague‘  (Foto: Archiv des Tschechischen Rundfunks - Radio Prag)
Auch Horst Cersovsky aus Sangerhausen hat uns seine Meinung zum Brexit geschickt:

„Am heutigen Tag werden die Nachrichten vom Votum der Briten zum EU-Austritt bestimmt. In den Medien wird auch über einen möglichen Trend zum Referendum in anderen Ländern berichtet. Und in diesem Zusammenhang ist auch von einem Czexit die Rede. Es war interessant, in Ihrer heutigen Sendung erste tschechische Reaktionen auf die britische Entscheidung zu hören. Die freudige Reaktion des ehemaligen Staatspräsidenten Václav Klaus auf den Brexit war wenig überraschend. Die kritischen und mahnenden Äußerungen aus der aktiven tschechischen Politik fand ich hingegen angemessener. Das Musikfestival ‚United Islands of Prague‘ an diesem Wochenende, welches in Erinnerung an den EU-Beitritt Tschechiens stattfindet, steht sicher auch für positive Haltungen zur EU in Tschechien.“

Deutsche Wiedervereinigung  (Foto: Lear 21,  Wikimedia CC BY-SA 3.0)
Auf jeden Fall würden sich Politik, Öffentlichkeit und Medien noch lange mit der britischen Entscheidung befassen, so auch Radio Prag, meint Herr Cersovsky und fügt hinzu:

„Ich erwarte, dass wir Hörer des Auslandsrundfunks wohl vor allem das Gemeinsame und Verbindende der EU-Mitgliedsstaaten betonen und weniger das Eigenständige, Trennende und Nationale hervorheben. Die deutsche Wiedervereinigung würde ich persönlich auch nie losgelöst vom Prozess der europäischen Einigung betrachten wollen.“

Und das war’s schon wieder für heute. Wir werden uns freuen, wenn Sie uns weiter schreiben, und zwar an: Radio Prag – Deutschsprachige Redaktion, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik, oder per E-Mail an: [email protected]. Machen Sie es gut, auf Wiederhören in zwei Wochen!