Sie haben das Wort! Erzählen Sie uns Ihre persönliche Geschichte mit Radio Prag International

Auch im Mai wartet die Sendereihe Hörerforum auf Sie. Wir möchten Sie unter anderem aufrufen, anlässlich des 90-jährigen Jubiläums des Auslandssenders des Tschechischen Rundfunks an einer neuen Mitmach-Reihe „Mein Radio Prag International“ teilzunehmen.

Die Quiz-Frage im Mai lautet:

Nach der Wende von 1989 kehrte Radio Prag, der Auslandssender des damals noch Tschechoslowakischen Rundfunks, zu seinem Stationskennzeichen aus der Vorkriegszeit zurück, das auf einer Melodie aus Antonín Dvořáks letzter Symphonie basierte. Wie heißt die Symphonie?

Schreiben Sie uns den Namen an: [email protected].

Im April haben wir nach einer Redaktion gefragt, die 1981 bei Radio Prag gegründet wurde. Sie sendete täglich ein einstündiges Programm und betrieb Propaganda gegen die erste unabhängige Gewerkschaftsbewegung im Ostblock – die Solidarność-Bewegung. Natürlich war diese Bewegung in Polen tätig und die Sendesprache war Polnisch.

Unter anderem Ralf Zimmer aus Deutschland hat richtig geantwortet und erhält einen Sachpreis von uns. Herzlichen Glückwunsch!

Sie haben das Wort!

Weiter geht es mit einem Aufruf an Sie, liebe Hörerinnen und Hörer. Anlässlich seines 90-jährigen Jubiläums startet Radio Prag International die neue Mitmach-Reihe „Mein Radio Prag International“.

Seit neun Jahrzehnten sendet unser Sender aus Prag in die ganze Welt, oft in schwierigen Situationen. Gerade jetzt, wo wir uns in unsicheren Zeiten befinden, ist Ihre Meinung wichtiger denn je. Wir möchten all jenen eine Stimme geben, die uns hören, lesen und folgen, und zwar weltweit.

Darum möchten wir Sie darum bitten, dass Sie uns Ihre eigene Geschichte erzählen:

Warum hören oder lesen Sie Radio Prag International?

Wie lange gehören Sie schon zu unserem Publikum?

Was bedeutet unser Sender für Sie heute?

Foto:  Hana Řeháková,  Radio Prague International

Und am wichtigsten: Wählen Sie einen Beitrag aus unserem Archiv (einen Bericht, eine Reportage, ein Interview, einen historischen Moment und so weiter) und erzählen Sie uns, warum Sie diesen interessant finden und warum er Sie berührt hat.

Wie können Sie teilnehmen? Ganz einfach:

Schreiben Sie uns an die E-Mail-Adresse [email protected]. Da viele von Ihnen über Smartphones und andere Technik verfügen, die es ermöglicht, die Stimme aufzuzeichnen, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie uns sogar eine kurze Audio-Ansprache oder Video-Botschaft schicken. Wir werden diese dann gerne auf unserer Website veröffentlichen. Sie können einfach auch Ihre Telefonnummer hinterlassen, damit wir Sie aus dem Studio zurückrufen können. Oder Sie sprechen Ihre Geschichte als Sprachnachricht via WhatsApp ein. Die Nummer ist: +420 / 720 868 856.

Ihre Geschichten (die auch anonymisiert werden können, wenn Sie beispielsweise nur Ihren Vornamen verwenden möchten) stehen im Mittelpunkt dieser besonderen Serie, die wir jetzt im Jubiläumsjahr bei uns ausstrahlen werden.

Denn hinter jedem Hören, jedem Klick, jeder Erinnerung steckt eine persönliche Geschichte. Sie haben also das Wort!

Foto: Ondřej Tomšů,  Radio Prague International

Und nun zu Ihren Briefen und Zuschriften, die wir in der letzten Zeit erhalten haben. In der vergangenen Ausgabe des Hörerforums haben wir aus mehreren Briefen zitiert, in denen Sie auf die Nachricht reagiert haben, dass das tschechische Außenministerium plant, die Gelder für Radio Prag International zu kürzen. Dazu möchten wir heute noch aus einem Brief von unseren Stammhörern Michelle Houschka und Bernd Wachsmuth aus Berlin eine Passage vorlesen und uns für Ihre Unterstützung bedanken:

„Das ist für uns alle unfassbar, wenn man um 14:30 Uhr auf einmal kein Radio Prag International mehr hören kann, nur weil da jemand aus der Politik die Gelder gestrichen hat, da er der Meinung ist, schnell mal 8,75 Millionen Kronen einsparen zu können. Ich selbst höre diesen Sender seit dem 14. Juni 1974, das sind jetzt 52 Jahre. Angefangen hat es mit einem Kofferradio, das ich 1973 zu Weihnachten geschenkt bekam. Das ist das gute Stück, mit dem ich auf der Kurzwelle im 49-Meter-Band von früh bis abends hören konnte.“

Serie zu 90 Jahren Radio Prag International im Sommer

Unser langjähriger Hörer stellt auch eine Frage:

„Ich habe auch davon erfahren, dass bei euch unten im Funkhaus eine Ausstellung zum 90. Geburtstag von Radio Prag International läuft. Die würde ich mir gerne einmal ansehen. Wie lange läuft die Ausstellung denn noch?“

Foto:  Hana Řeháková,  Radio Prague International

Die Ausstellung „Prag sendet in die Welt! 90 Jahre im Äther“ ist leider schon vorbei, Herr Wachsmuth. Sie war nur bis Ende März in der Galerie des Tschechischen Rundfunks zu sehen. Wir können Ihnen aber einen Ersatz anbieten: Zu den 90 Jahren Geschichte des Prager Auslandssenders planen wir eine achtteilige Audio-Serie, auf die wir schon jetzt aufmerksam machen wollen. Im Juli und August wird es immer samstags eine halbstündige Sendung geben. In den acht Folgen geht es um die Geburt des Senders 1936, um die wichtigsten Etappen seiner Geschichte, aber auch etwa um die berühmten Gäste am Mikrophon, um unsere Hörerinnen und Hörer sowie um Sendeanlagen und die Kurzwelle.


Und nun verlassen wir das Thema Radio Prag International, seine Geschichte und seine Zukunft. Wir wollen noch einige Fragen beantworten, die ganz andere Themen betreffen. Dabei geht es um Frühling, Schwimmen und Traktoren.

Michael Lindner aus Gera ist ein begeisterter Schwimmer. Es sei nicht nur eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, sondern auch ein aktiver Beitrag zum Wohlbefinden und der Gesundheit, schreibt er. Er lobt die Schwimmhalle in Gera. Besonders amüsant sei es, wenn der Schwimmunterricht für Kinder dort stattfinde, merkt er an und stellt diesbezüglich eine Reihe von Fragen:

Foto: Pixabay,  Pixabay License

„Ist in Tschechien der Schwimmunterricht in den Schulunterricht integriert? Wieviel Prozent der Grundschüler können nicht schwimmen? Werden bei individuellem Kinder-Schwimmunterricht die Kosten vom Staat übernommen, oder muss das privat bezahlt werden? Wie teuer ist im Durchschnitt ein Schwimmkurs für Kinder, und ab wieviel Jahre ist das möglich? Gibt es verschiedene Schwimmstufen, und wie unterteilen sich diese?“

Der Schwimmunterricht ist seit 2017 fester Bestandteil des Lehrplans tschechischer Grundschulen und umfasst in der Regel insgesamt 40 Stunden in einem der ersten fünf Schuljahre. Ziel ist es, die Kinder an das Wasser zu gewöhnen und ihnen grundlegende Schwimmfertigkeiten beizubringen. Der Unterricht wird von der Schule (oft in Zusammenarbeit mit Schwimmschulen) angeboten und ist kostenlos. Solch ein Pflichtunterricht ist allerdings keine Neuigkeit hierzulande. Diesen gab es bereits von den 1960er Jahren bis 2005. Mit der Wiedereinführung hat man eben auf die sich verschlechternden Schwimmfertigkeiten der Kinder reagiert. Der Schwimmunterricht findet in der Regel einmal in der Woche ein Schuljahr lang statt. Oder die Schulklassen fahren für eine Woche zu einem Aufenthalt, bei dem es einen Intensivkurs gibt. In dem Fall müssen sie die Kosten für die Verpflegung und Unterkunft tragen. Mit dem Schwimmen kann man aber viel früher als im Schulalter anfangen – es gibt hierzulande ebenfalls spezielle Babyschwimmkurse, die für Säuglinge ab dem Alter von wenigen Monaten bestimmt sind.

Foto: Jitka Englová,  Tschechischer Rundfunk

Bei der Suche nach den Daten sind wir auf Probleme gestoßen. Offizielle Statistiken gibt es nicht. In einer Umfrage im Rahmen des Projekts Rozplavme Česko (Lassen wir Tschechien schwimmen) gaben nur sechs Prozent der Teilnehmenden an, nicht schwimmen zu können. Anderen Schätzungen zufolge können jedoch bis zu sechs Millionen Tschechen, das heißt mehr als die Hälfte, gar nicht oder nur schlecht schwimmen. Dabei gilt jemand als Schwimmer, der problemlos 200 Meter schwimmen und auch einen Fall in tiefes Wasser meistern kann.

Und noch zu den Preisen des Schwimmunterrichts außerhalb der Schulen: Diese unterscheiden sich je nach der Größe der Gruppe. Laut unseren Recherchen beginnen sie bei umgerechnet 17 Euro pro Stunde.

Hörerfragen: Schwimmen, Frühlingsessen und Traktoren

Nicht nur als langjähriger Stammhörer von Radio Prag, sondern auch als leidenschaftlicher Traktorfahrer fand Bernd Seiser aus Ottenau den Beitrag zum 80-jährigen Jubiläum von Zetor sehr interessant, wie er schreibt. Und er schickt auch eine Hörerfrage:

„Sogar in unserem Landkreis Rastatt fahren mehrere Traktoren der Firma Zetor, viele mit roter Lackierung. Wurde Zetor nur in Brünn-Líšeň produziert oder zu Zeiten der ČSSR auch in einer Fabrik in der Slowakei? Und fahren in Tschechien auch in Deutschland hergestellte Traktoren wie Agria, Deutz, Lanz, John Deere oder auch Unimogs? Wenn ja, wie groß ist der Marktanteil deutscher Traktoren in Tschechien?

Zur ersten Frage: Zetor wurde tatsächlich auch in der Slowakei produziert. Und zwar im Unternehmen Závody ťažkého strojárstva in der mittelslowakischen Stadt Martin. Dort wurden zunächst Motoren und seit den 1980er Jahren auch die ganzen schweren Traktormodelle hergestellt.

Auf die weiteren Fragen können wir mit offiziellen Daten des Verkehrsministeriums für das Jahr 2024 antworten. In der Tschechischen Republik waren insgesamt 2442 Traktoren zugelassen. John Deere ist seit Langem die meistverkaufte Marke auf dem tschechischen Markt, und auch im Jahr 2024 lag sie mit einem Marktanteil von 19 Prozent vorne. Auf den Marktführer folgen Fendt (11 Prozent), Case IH (11 Prozent) und New Holland (10 Prozent). Die tschechische Marke Zetor belegt mit 6,5 Prozent den sechsten Platz und die von Ihnen genannte Deutz-Fahr mit 5,4 Prozent Rang neun.

Und wir schließen mit einer kulinarischen Frage von Lutz Winkler aus Schmitten im Taunus:

„Im Frühling wächst ja bei uns der Appetit auf etwas Frisches. Ich freue mich jetzt auf frische Kräuter und den Bärlauch, der auch in unserem Garten wächst. Damit lassen sich viele Gerichte zaubern: Bärlauch-Pasta, Reis mit Bärlauch und das wunderbare Bärlauchpesto. Gibt es denn in Tschechien auch typische Frühlingsgerichte?“

Foto: Ivana Vonderková,  Radio Prague International

Konkret Bärlauch ist auch in Tschechien in den letzten Jahren zunehmend populärer geworden. Vor 20 Jahren noch war dieses Kraut kaum bekannt, heute werden die Blätter auf den Bauernmärkten verkauft. Eine typische Frühlingsspeise ist das Gericht, das zu Ostern serviert wird, nämlich nádivka. Es ist ein Auflauf aus Eiern, Fleisch und Brötchen, der auch grüne Kräuter, am besten junge Brennnesseln enthält. Und etwas später kommt Spargel auf den Tisch. Aber auch dieses Gemüse hat erst in den letzten Jahrzehnten wieder an Beliebtheit gewonnen – sei es in Suppe, Pfannengemüse, Risotto-Zutat oder klassisch mit einer Sauce Hollandaise und Kartoffeln.


Schreiben Sie uns bitte weiter an Radio Prag International, deutschsprachige Redaktion, Vinohradská 12, 120 99 Prag 2, Tschechische Republik oder per E-Mail an [email protected].

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